Großauftrag Österreichische FACC "steuert" künftig Airbus-A220

Das Auftragsvolumen soll im dreistelligen Millionenbereich liegen: Zulieferer FACC baut zentrale Komponente für Steuerung von Airbus-Flugzeugen.

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Airbus-Chef Guillaume Faury mit einem A220-Nachbau
Airbus-Chef Guillaume Faury mit einem A220-Nachbau © AP
 

Der börsennotierte oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC wird künftig die Steuerung bei Airbus übernehmen. Zumindest zum Teil: Er liefert die Leitwerkskomponenten für die A220-Flugzeuge. Ein entsprechender Vertrag wurde am Montag im FACC-Werk in St. Martin im Innkreis im Bezirk Ried unterzeichnet.

FACC und Airbus haben Stillschweigen über den Auftragswert vereinbart, das Volumen wird im dreistelligen Millionenbereich liegen, hieß es lediglich von FACC-CEO Robert Machtlinger. Sein Unternehmen ist für den Lebenszyklus des A220 mit erwarteten weit über 1.000 Flugzeugen der Alleinlieferant für das Seiten- und das Höhenruder. Die ersten Bauteile sollen Anfang 2022 ausgeliefert werden.

"Effizienter" Regionaljet

Airbus Chief Procurement Officer Jürgen Westermeier lobte den A220 als einen mit um 25 Prozent weniger Treibstoffverbrauch und somit niedrigen Betriebskosten hocheffizienten Regionaljet mit nur einem Kabinengang für 100 bis 150 Passagiere mit den breitesten Sitzen in der Economy-Klasse und geringem Lärmpegel. Derzeit gehe man von 5 erzeugten Flugzeugen pro Monat aus, bis Mitte des Jahrzehntes sollen es 14 sein. Er wies darauf hin, dass Österreich obwohl es keine eigene Luftfahrtindustrie habe, insgesamt rund 100 Zulieferer mit einem Umsatz von zuletzt 350 Millionen Euro aufweise.

Machtlinger bezeichnete den Airbus-Auftrag als besonders wichtig für FACC. Er sei ein deutliches Zeichen, dass sich die Flugzeugindustrie stabilisiert habe. Rund 100 hochwertige Arbeitsplätze würden damit geschaffen. Außerdem werde dadurch die Expertise des Unternehmens im Bereich zentraler Flugteile erweitert. Rund 15 Millionen Euro habe man in das Projekt investiert. 1981, also vor 40 Jahren, habe Airbus als erstes Unternehmen in FACC vertraut - damals noch als Entwicklungsabteilung von Fischer Ski. Das erste Produkt war eine Stützstange für die Fußbodenquerträger des A300. Inzwischen sei man mit Leichtbauteilen in 45 Einzelprojekten in allen sechs Flugzeugplattformen vertreten.

Mitarbeiter aus 41 Nationen

Er erinnerte noch an die im August veröffentlichten Geschäftszahlen von FACC. Für das Gesamtjahr rechne man mit 500 Millionen Euro Umsatz mit rund 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 41 Nationen an 13 internationalen Standorten.

Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) kommentierte die Vertragsunterzeichnung mit "Freudentag". Die Produktion der Leitwerke für A220 möge ein Symbol für "nach oben steuern" und "Höhenflug" sein. FACC repräsentiere Oberösterreich als internationalen Standort. Das Land habe gegenüber derartigen Unternehmen dabei die Verantwortung für Bildung, moderne Ausstattung der Bildungseinrichtungen und Bildungspläne.

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