Bangen um WintersaisonSeilbahner-Obmann: "Noch so eine Saison ist nicht mehr verkraftbar"

Laut Seilbahn-Chef Hörl: "Etwas Vergleichbares wie im Vorjahr darf es nicht mehr geben." Aber optimistisch für eine "akzeptable Wintersaison". Obmann verlangt "Pfad" noch im September.

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© (c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
 

Eine Corona-bedingt stark eingeschränkte Wintersaison wie im Vorjahr oder gar ein Lockdown sind für den Großteil der österreichischen Seilbahnunternehmen im kommenden Winter wirtschaftlich offenbar nicht mehr verkraftbar. "Etwas Vergleichbares darf es nicht mehr geben", sagte der Obmann des Fachverbandes der Österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Franz Hörl, der für die ÖVP auch im Nationalrat sitzt, im APA-Gespräch.

Hörl rechnete damit, dass rund 80 Prozent der Betriebe in einem solchen Fall - wie noch im vergangenen Winter - auch nicht mehr nur für Einheimische aufsperren würden und argumentierte damit, dass sich ein solches Aufsperren für die meisten wirtschaftlich einfach nicht rechne. Umsatzeinbußen von über 90 Prozent hätten die heimischen Seilbahnen im vergangenen Winter verkraften müssen - mit Ausnahme kleinerer, stadtnaher Skigebiete, bei denen der Einheimischen-Anteil traditionell höher ist und die großteils "nur" mit Einbußen um die 50 Prozent zu kämpfen hatten. Auch Ausgleichszahlungen würden die Situation in einem solchen Worst-Case-Szenario für das Gros der Seilbahnunternehmen nicht mehr wettmachen, so der Zillertaler Hotelier.

"Im Vorjahr 95 Prozent unserer Einnahmen verloren"

Ins selbe Horn stieß Erich Egger, Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft in den "Salzburger Nachrichten": "Wir haben im Vorjahr 95 Prozent unserer Einnahmen verloren, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir so noch einmal aufsperren". Der Verlustersatz des Staats sei mit zehn Mio. Euro gedeckelt gewesen, "das hilft bei einem Umsatz von 50 Millionen Euro ein Mal, aber nicht ein zweites Mal".

Einschränkende Maßnahmen hätten laut Hörl in der Wintersaison aber ohnehin "keine Berechtigung" mehr. Schließlich sei die Situation mit jener vor einem Jahr nicht mehr vergleichbar, immerhin seien bereits an die 60 Prozent der Menschen geimpft, auch die Zahl der Genesenen nehme zu. Und für all diese könne und dürfe es doch wohl keine freiheitseinschränkenden Maßnahmen mehr geben. "Zudem gehe ich davon aus, dass es gelingen wird, die Impfquote noch weiter zu steigern. Die Zeichen stehen besser. Ich bin optimistisch hinsichtlich einer akzeptablen Wintersaison", erklärte der Seilbahn-Obmann.

"Pfad" noch im September gefordert

Dass die touristische Nachfrage nach Winterurlaub in Österreich wieder groß sein wird - daran zweifelte Hörl jedenfalls nicht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Länder wie Deutschland entschieden hätten, dass für Geimpfte keine Quarantäne mehr vonnöten sei. Der Verlauf der kommenden Wintersaison hänge jedenfalls "von der Politik ab". Entscheide diese nach sachlichen Kriterien - "was im vergangenen Jahr nicht immer der Fall war" - dürfte einer annähernd normalen Saison nur mehr wenig im Wege stehen. Schließlich habe auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) klargemacht, dass der Staat in Sachen Corona mit dem zur Verfügung Stellen von ausreichend Impfstoff eigentlich seine Schuldigkeit getan habe und nun vor allem die Eigenverantwortung beginne.

Eine "1G", "2G" oder "3G"-Regel für Skigäste kann sich Hörl nur schwer vorstellen, weil "schwer umsetzbar". "Bei einem normalen Skilift wären dann drei Zeltfeste zu kontrollieren", zog Hörl einen entsprechenden Vergleich über das mutmaßliche Ausmaß der Kontrollen. Man hätte auch das notwendige Personal für solche Kontrollen gar nicht, gab er zu bedenken.

Was es im kommenden Winter auf keinen Fall mehr geben dürfe, seien Kapazitätsbeschränkungen bei der Beförderung, machte der Seilbahn-Sprecher klar. Er spielte dabei auf die Bilder von langen Warteschlangen bzw. Staus bei den Talstationen an: "Das war im vergangenen Jahr völlig kontraproduktiv".

Der ÖVP-Politiker verlangte jedenfalls von den politische Verantwortlichen, dass so bald wie möglich ein "Pfad" für die kommende Wintersaison feststeht - und zwar noch im September. "Zur Hirschbrunftzeit sollte der Pfad stehen", forderte der passionierte Jäger.

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Danke für Ihr Verständnis.

Amadeus005
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Heuer ist die Unsicherheit geringer

Nachdem die Zahlen dem Vorjahr um 1 Monat vorher laufen, wird der Lockdown eh schon Anfang Oktober kommen. Da ersparen sie sich auch die Vorbereitungen.
Geimpfte könnten lockdown-frei bleiben, wenn die Seilbahnen die Hand ins Feuer legen 2G genau zu prüfen. Aber die Hand legen sie halt nur für Geld ins Feuer.

Immerkritisch
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Und schon wieder jammern,

dass 1, 2 oder 3G wegen Personalmangel nicht kontrolliert werden kann........weil man nicht will, so wie in anderen Sparten!!!!!
Ja, Österreich ist anders.....

isteinschoenerName
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Da Hörl Franz, da Franz Hörl lässt wieder von sich hören!

Und wie immer sind es äußerst geistreiche Kommentare, mit denen uns der Tiroler Seilbahnerchef beglückt. Etwas Vergleichbares wie letzten Winter darf es nicht geben! Na wenn der Hörl Franz das sagt, dann ist es so! Die Delta-Variante gehorcht dem Franz bestimmt aufs Wort. Und die ausländischen Touristen, die das europäische Ischgl-Superspreaderevent sicher schon längst vergessen haben, werden sich auf Zuruf vom Franz bestimmt auch weder von roten Zonen noch von übervollen Krankenhäusern beeindrucken lassen. Husti-Husti-He!

sugarless
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Lockdown

Der nächste Lockdown gilt eh nur mehr für die ewiggestrigen Impfgegner, also freuen wir uns auf eine tolle Skisaison.

fedorov
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Geistreicher

Kommentar

Toyota11000
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gönnen wir der Natur Erholung

und lassen wir diesen Winter geschlossen.

umo10
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Liebe Seilbahnbetreiber

Wie hoch ist die impfquote bei euren Mitarbeitern? Ihr solltet als gutes Beispiel vorangehen! Wie der VSV und es auch kommunizieren. Vielleicht hebt ihr damit den impfschnitt und bleibt offen