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Per Gesichtserkennung Software schickt minderjährige Gamer ins Bett

Der chinesische Tech-Gigant Tencent geht jetzt gegen erfinderische Regelbrecher vor. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen zwischen 22 und 8 Uhr keine Online-Spiele spielen.

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Jugendliche unter 18 dürfen in China zwischen 22 und 8 Uhr keine Online-Spiele spielen © sezer66 - stock.adobe.com
 

Der chinesische Tech-Gigant Tencent will Kinder, die heimlich nach Mitternacht noch Computer spielen wollen, nun per Gesichtserkennung entlarven und ins Bett schicken. Alle Spieler, die nachts eingeloggt sind, werden seit dieser Woche einer Gesichtskontrolle unterzogen, wie Tencent mitteilte. "Kinder, legt eure Handys weg und geht schlafen", schrieb das Unternehmen in Online-Netzwerken.

In China dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zwischen 22 und 8 Uhr keine Online-Spiele spielen. Damit sollen die Folgen exzessiven Computer-Spielens von der Verschlechterung der Sehkraft bis hin zu Spielsucht eingedämmt werden. Viele junge Spieler umgingen das Verbot aber, indem sie Accounts von Erwachsenen nutzten.

Um erfinderische Regelbrecher zu stoppen, macht Tencent außerdem einen Gesichtserkennungstest zur Pflicht, wenn Sicherheitseinstellungen bei Konten für Online-Spiele geändert werden. Schließlich sei es vorgekommen, dass Kinder "das Handy ihrer Eltern gestohlen" hätten, um die Einstellungen für ihre Zwecke zu verändern.

Regeln zunächst für 60 Online-Spiele

Die neuen Regeln gelten zunächst für rund 60 Online-Spiele. Dazu zählt auch das Kampfspiel "Honor of Kings", das täglich von mehr als 100 Millionen Menschen gespielt wird.

Das wachsende Interesse an Online-Spielen stellt die chinesischen Behörden vor große Herausforderungen. Seit 2018 wurde eine Reihe neuer Regeln eingeführt, darunter schärfere Restriktionen für die Darstellung von Gewalt sowie eine Obergrenze für die jährlichen Zulassungen neuer Games.

Kommentare (3)
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paulrandig
0
2
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Wunderbar.

So gewöhnen wir uns schon von Kindesbeinen an, von Algorythmen überwacht, herumbefehligt und eingeschränkt zu werden.
Früher hat das Lernen, was gesellschaftlich korrekt ist, was gut oder schädlich für uns ist, wie die Welt funktioniert "Erziehung" geheißen.

Adeva
8
19
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Sehr gut!

... wäre auch hierzulande empfehlenswert!

lendlb
0
6
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Nicht gut!

Es muss andere Möglichkeiten zur Kontrolle geben als ein so starker Eingriff in die Privatsphäre. Man kann z.B. die Intenetnutzung zeitlich beschränken. Solche Themen sollten in der Familie geklärt werden, nicht von einem Unteremen oder dem Staat.