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Immobilienpreise legen stark zuWohnungen um fast sieben Prozent teurer, Häuser um 6,4 Prozent

Immobilienpreise gingen 2020 weiter massiv nach oben. Statistik Austria: Wohnungen verteuerten sich allein gegenüber dem Jahr davor um durchschnittlich 6,9 Prozent, Häuser um 6,4 Prozent.

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© (c) Marco2811 - stock.adobe.com
 

Die Durchschnittspreise für Immobilien zogen im Coronajahr 2020 weiter kräftig an. Der durchschnittliche Preis für Eigentumswohnungen betrug Berechnungen der Statistik Austria zufolge 3.508 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, für Häuser 1.739 Euro je Quadratmeter und für bebaubare Grundstücke 82 Euro je Quadratmeter. "Die Immobilienpreise sind 2015 bis 2020 im Durchschnitt um 36 Prozent gestiegen", gab Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Montag bekannt.

Ein Grund hierfür sei die steigende Nachfrage, die von Bevölkerungswachstum und niedrigen Zinsen getrieben werde. "Insbesondere im begehrten urbanen Raum und in Tourismuszentren fallen die Preise hoch aus."

Allein gegenüber dem Jahr davor legten die Preise für Wohnungen 2020 im österreichweiten Schnitt um 6,9 Prozent zu - Einfamilienhäuser verteuerten sich um durchschnittlich 6,4 Prozent. Die regionalen Unterschiede bei den Preisen sind freilich immens. Das gilt naturgemäß auch für Baugrundstücke, die preislich um durchschnittlich 2,5 Prozent stiegen. Die teuersten Pflaster für Immobilien waren Wien, Salzburg, Vorarlberg und Tirol - hier lagen die Preise über sämtliche Objekttypen hinweg über dem österreichweiten Durchschnitt.

Teilweise kosteten Häuser - auf den Quadratmeter umgerechnet - weniger als Wohnungen, da sich Eigentumswohnungen überwiegend in stärker nachgefragten Lagen wie etwa in Stadt- und Ortszentren befinden, wie die Statistiker erklärten. Doch auch die im Schnitt schlechtere Qualität der Häuser im Vergleich zu den Wohnungen erkläre die Preisdifferenz. Viele Objekte bedürften erheblicher Investitionen in Sanierung und Instandhaltung oder würden auf Kosten der Käufer abgerissen.

Eine durchschnittliche 71-Quadratmeter-Wohnung im Bezirk Dornbirn kostete 2020 beispielsweise 332.000 Euro, während für ein Objekt vergleichbarer Größe im Bezirk Tulln 236.000 Euro verlangt wurden. Im Bundesländervergleich am günstigsten waren die Bleiben mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 1.458 Euro im Burgenland (plus 7,4 Prozent gegenüber 2019); am teuersten waren sie in Vorarlberg mit 4.523 Euro (plus 15,7 Prozent im Jahresabstand), Wien mit 4.399 Euro (plus 8,2 Prozent) und Salzburg mit 3.960 Euro (plus 6,3 Prozent).

Ein beispielhaftes Haus kostete 2020 im Österreich-Schnitt rund 243.000 Euro - mit 140 Quadratmetern Wohnfläche auf einem 789 Quadratmeter großen Grundstück. In Tirol wiederum waren es 467.000 Euro, also fast das Doppelte, für ein durchschnittliches Haus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern auf einem nur 661 Quadratmeter großen Grundstück bezahlen. Das günstigste Bundesland für Häuser war das Burgenland mit 924 Euro pro Quadratmeter (plus 4,9 Prozent mehr als ein Jahr davor); das teuerste war Wien mit 4.612 Euro (plus 6,8 Prozent).

Vor allem Lage für den Preis ausschlaggebend

Wie bei Wohnungen und Häusern ist auch bei Grundstücken vor allem die Lage für den Preis ausschlaggebend - besonders stark nachgefragt sind Lagen im städtischen Raum und in Tourismusgebieten. Am günstigsten kamen die Flächen im Schnitt im Burgenland mit 52 Euro je Quadratmeter, am teuersten in Wien mit durchschnittlich 837 Euro.

In den beiden Bundesländern kühlten sich die Grundstückspreise 2020 gegenüber 2019 sogar merklich ab - in der Bundeshauptstadt um 7,3 Prozent, im Burgenland um 5,5 Prozent. Ansonsten wurde Baugrund nur noch in Kärnten billiger, die Preise beruhigten sich im Schnitt um 1,6 Prozent auf 61 Euro pro Quadratmeter.

Im Grundstückspreisvergleich finden sich mehrere bekannte Wintersportorte auf den vordersten Plätzen: Die Stadt Kitzbühel liegt mit einem Quadratmeterpreis von 1.477 Euro im Fünfjahresdurchschnitt auf dem ersten Platz, gefolgt von der Gemeinde Reith bei Kitzbühel mit 1.423 Euro. Weiters finden sich Lech, Kirchberg in Tirol und die gemeinsam ausgewerteten Orte Fiss und Serfaus mit durchschnittlichen Preisen von 1.256 Euro, 1.120 Euro und 980 Euro unter den zehn Regionen mit den höchsten Grundstückspreisen in Österreich.

Auf den übrigen Rängen folgten Landeshauptstädte und Bezirke der Bundeshauptstadt. In Innsbruck kostete der Quadratmeter Baufläche rund 1.058 Euro und in Salzburg rund 905 Euro. In Wien lagen die Bezirke Döbling mit 1.437 Euro und Währing mit 1.103 Euro je Quadratmeter ganz vorne. In den Wiener Flächenbezirken fanden sich auch preiswertere Baugrundstücke, und die Durchschnittspreise pro Quadratmeter fielen den Angaben zufolge "mit 617 bis 787 Euro im Jahr 2020 gemäßigter" aus.

Die Nähe zu Wien war laut Statistik Austria auch "bestimmend für die Grundstückspreise in Niederösterreich und dem Nordburgenland". Eisenstadt-Umgebung wies zum Beispiel einen Durchschnittspreis von 115 Euro auf. Die peripheren Regionen im Norden Niederösterreichs und im Mittel- sowie Südburgenland sind die preisgünstigsten des Landes. In Zwettl kostete Baugrund 2020 beispielsweise im Schnitt 16 Euro und im Bezirk Güssing 17 Euro.

Kärnten und Steiermark unter dem Schnitt

Auch abseits der Tourismusregionen und der urbanen Zentren sind die Grundstückspreise in den westlichen Bundesländern Österreichs laut Statistik Austria "deutlich höher als in den flacheren östlichen Bundesländern". Gemessen an den gezahlten mittleren Transaktionspreisen konnte man im Jahr 2020 zum Beispiel für 1.000 Euro im Bezirk Bregenz nur knapp über drei Quadratmeter Baugrund erstehen. Im Bezirk Zell am See reichte die gleiche Summe noch für etwas mehr als vier Quadratmeter. Käufer im Osten Österreichs konnten im Vergleich dazu für 1.000 Euro knapp neun Quadratmeter im Bezirk Gänserndorf oder sogar rund 25 Quadratmeter im Bezirk Weiz erwerben.

Nahe beziehungsweise am Österreich-Schnitt lagen die Preise für Baugrundstücke in Niederösterreich und Oberösterreich mit 82 Euro und 80 Euro; unter dem Schnitt lagen sie in Kärnten (61 Euro), der Steiermark (54 Euro) und dem Burgenland (52 Euro), darüber in Wien, Salzburg, Vorarlberg und Tirol.

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Danke für Ihr Verständnis.

seinerwe
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Ein Spiegelbild

der allgemeinen Marktsituation. Was noch dazu kommt sind die Preissteigerungen der Betriebskosten. Da sanieren sich die Komunen....

AlbertP
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9
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Dass sich die Gemeinden über Betriebskosten wie z.B. Wasser

Taschengeld verdienen ist fix. Da werden in manchen Gemeinden 50m3 Wasser Mindestverbrauch berechnet, unabhängig davon ob es tatsächlich verbraucht wurde.

menatwork
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Mindestverbrauch hat schon einen Sinn

denn erstens muss die Infrastruktur auch für Sie trotzdem erhalten werden, wenn Sie deutlich weniger verbrauchen und zweitens wird ein gewisser realer Mindestverbrauch auch benötigt, weil sonst die Abwasserkanäle verklausen und mühsam gereinigt werden müssen.

Solange keine Wasserknappheit gegeben ist, ist es also sinnvoll diese Flatrate auch tatsächlich auszuschöpfen.