Sie waren schon immer ein Thema, die Preise, welche die Sägeindustrie bereit ist, den Waldbauern für den Rohstoff Holz zu zahlen. Und in den vergangenen Monaten sind sie noch mehr zum Thema geworden, weil aufgrund der hohen Nachfrage am Bau die Preise massiv nach oben geklettert sind. Bis zu 30 Prozent mehr sind es, welche die Sägeindustrie für ihre veredelten Produkte erwirtschaftet.

Eine Erhöhung, die bei den Kärntner Waldbauern aber nicht ankommt, kritisiert Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler und fordert eine deutliche Preissteigerung für das Rundholz, das die Forstwirte an die Industrie liefern. Er sieht eine "Gewinnmaximierung der Sägeindustrie auf Kosten der Waldbauern".

InlineBild (6ec60f5f)

Forstwirt Andreas Irsa, der den Gutsbetrieb Schloss Dornbach in Gmünd bewirtschaftet, ärgert sich sogar so sehr über diese "Fehlentwicklungen", dass er beschlossen hat, vorerst kein Holz mehr aus dem Wald zu holen. Ein "erzwungener  Boykott sozusagen", wie ihn auch andere seiner Kollegen andenken würden. "Wir hegen und pflegen den Wald und sind seit Jahrzehnten Partner der Großindustrie.

"Irgendwann geht uns die Liquidität aus"

Aber irgendwann geht uns die Liquidität aus, und man muss als  reiner Forstbetrieb überlegen, welche Alternativen es gibt, um wirtschaftlich zu überleben", erklärt Irsa. Holz könne aufgrund dieser Preispolitik jedenfalls keine Priorität mehr haben. Seitens der Industrie heiße es bei der Forderung nach höheren Preisen für Rundholz nur "dann holen wir es eben woanders her". Lange Transportwege, so Irsa, seien aber wohl nicht im Sinne des Klimaschutzes, wenn der Rohstoff vor der Haustüre wachse.

"Die Forstwirtschaft würde echte Partner in der Holzverarbeitung brauchen. Und zwar solche die den Forstbetrieben langfristige Planung ermöglichen sowie Sicherheit über Preisstabilität geben. Nur so werden die holzverarbeitenden Betriebe in Zukunft den wertvollen Rohstoff Holz in der gewünschten Menge, Qualität und Umweltfreundlichkeit geliefert bekommen. Leider sind wir davon noch weit entfernt, und enttäuschtes Vertrauen braucht Zeit um sich zu regenerieren", erklärt Irsa.

Markus Schmölzer: Wenn man sieht, welche Mengen Holz derzeit geerntet werden, scheint es doch eine gewisse Zufriedenheit zu geben
© Hasslacher

Markus Schmölzer, der Vorsitzende der Sägeindustrie Österreichs und Geschäftsführer der Hasslacher Drauland Holzindustrie GmbH in Sachsenburg, kann die Vorwürfe der Waldbauern nicht wirklich nachvollziehen: "Die Rundholzpreise die den Waldbesitzern gezahlt werden sind gestiegen und steigen auch noch weiter. Es werden um 20 bis 30 Prozent mehr gezahlt." Man sei auch in permanentem Kontakt mit den Waldbesitzern und es werde "jetzt eben auch aufgrund der höheren Preise eine Belebung bei der Einschlagtätigkeit wahrgenommen".

40 Prozent des Rundholzes wird importiert

Dass Holz auch aus dem Ausland zugekauft werden muss, sei durch die starke Sägeindustrie in Österreich bedingt. 40 Prozent des Rundholzes müsse importiert werden. Rund 1000 Betriebe zählt die Sägeindustrie. "Wenn Sägewerke in Grenznähe sind, macht es auch ökologisch manchmal Sinn, beispielsweise aus Italien zu importieren, weil die Transportwege dann kürzer sind, als aus irgendeiner weit entfernten Ecke Kärntens", gibt Schmölzer zu bedenken. Auch preislich könne der Zukauf aus dem Ausland natürlich hin und wieder interessant sein, wenn es in einer Region ein Überangebot gebe. "Aber selbstverständlich kann jeder Waldbesitzer für sich selber genau kalkulieren. Wenn man jedoch sieht, welche Mengen Holz derzeit auch in Kärnten geerntet werden, scheint es doch eine gewisse Zufriedenheit zu geben", sagt Schmölzer.