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Im Euroraum"Überflutet von Unsicherheit": EZB sieht Wirtschaft noch auf Krücken

EZB-Chefin Lagarde: Stützungsmaßnahmen sollten beibehalten werden, Eurozone "noch überflutet von Unsicherheit", Inflationsziel noch "sehr weit" entfernt.

 EZB-Präsidentin Christine Lagarde
EZB-Präsidentin Christine Lagarde © (c) AFP (DANIEL ROLAND)
 

Die Wirtschaft im Euroraum muss aus Sicht von EZB-Präsidentin Christine Lagarde noch bis in eine Erholungsphase hinein mit geldpolitischen und fiskalischen Hilfen gestützt werden. Man denke an einen Patienten, der aus einer schweren Krise komme, aber immer noch auf zwei Krücken angewiesen sei, sagte die Notenbankchefin am Mittwoch in einer Online-Veranstaltung der Nachrichtenagentur Reuters.

"Man will keine der Krücken entfernen, die fiskalische oder die geldpolitische, bis der Patient wirklich gut laufen kann", sagte Lagarde. Und das bedeute Unterstützung bis gut in die Erholungsphase hinein.

Die Pandemie-Krise halte immer noch an, sagte die Notenbank-Chefin. "Die meisten Länder in Europa durchleben eine dritte Welle", führte sie aus. "Wir werden immer noch überflutet von Unsicherheit." Die Notenbank werde weiter dafür sorgen, dass günstige Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft bewahrt werden. Das sei wichtig, damit sich die Konjunktur erholen könne und zudem die EZB ihr Preisstabilitätsziel erfülle. Beides gehe Hand in Hand. Das Ziel einer Inflation von knapp unter zwei Prozent sei längst noch nicht erreicht. "Wir sind sehr weit davon entfernt," sagte Lagarde. Im März lag die Teuerungsrate im Euroraum bei 1,3 Prozent.

Wie geht es mit den Anleihenkäufen weiter?

Einige Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten zuletzt bereits über ein mögliches Herunterfahren der umfangreichen Notfall-Anleihenkäufe der Notenbank ab dem dritten Quartal nachgedacht, sollte die Wirtschaft im zweiten Halbjahr auf einen robusten Erholungskurs umschwenken. So hatte der niederländische Notenbankchef Klaas Knot die Möglichkeit ins Auge gefasst, dass die EZB dann ab dem dritten Quartal langsam beginnen könne, ihre Anleihenkäufe des PEPP-Programms herunterzufahren und auslaufen zu lassen. Andere Euro-Wächter wie Griechenlands Notenbank-Gouverneur Yannis Stournaras hatten sich dagegen deutlich vorsichtiger geäußert.

Diese Fragen dürften die Währungshüter auf der nächsten Zinssetzung der EZB kommende Woche Donnerstag umtreiben. Die meisten Experten rechnen zwar damit, dass die Notenbank an ihrem lockeren Kurs nicht rütteln wird. Dennoch wird erwartet, dass dort auch über die Zukunft des auf 1,85 Billionen Euro angelegten Notfall-Anleihenkaufprogramm PEPP gesprochen wird.

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