Die europäischen Leitbörsen haben am Mittwochvormittag nach der US-Präsidentschaftswahl überwiegend mit Kursrückgängen notiert. Die klaren Eröffnungsverluste wurden aber etwas eingedämmt bzw. der britische Markt konnte bereits leicht ins Plus drehen.

US-Medien legten sich auch Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale noch nicht auf einen Gewinner fest. "Jetzt ist genau das passiert, was vor der Wahl so ganz und gar nicht das Wunsch-Szenario der Börsen war, es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Biden ab", erklärte ein Analyst.

Schwacher Start

Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.15 Uhr mit minus 0,33 Prozent bei 3.088,62 Einheiten. Der DAX in Frankfurt fiel um 0,42 Prozent auf 12.038,35 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,08 Prozent auf 5.791,27 Punkte.

Bis ein klares Ergebnis im Rennen zwischen Trump und dem Demokraten Biden feststehe, müssten sich die Anleger auf größere Schwankungen an den Finanzmärkten einstellen, formulierte ein weiterer Experte. Das für die Finanzmärkte ungünstigste US-Wahlszenario scheint Realität zu werden: eine womöglich länger andauernde Ungewissheit über das Ergebnis mit vielleicht sogar juristischen Auseinandersetzungen.

Quartalsergebnisse

Auf Unternehmensebene ging in Europa die Berichtssaison weiter. Ahold, Betreiber von Supermärkten in Europa und den USA, hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und seine Prognose leicht angehoben. Die Papiere von Ahold reagierten dennoch mit einem Verlust von 2,9 Prozent.

Marks & Spencer legten nach Zahlenvorlage 4,7 Prozent zu. Die britische Warenhauskette hat wegen der Coronakrise den ersten Verlust ihrer 94-jährigen Börsengeschichte verbucht. Der Vorsteuerverlust in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres betrage 17,4 Mio. Pfund verglichen mit einem Gewinn von 176 Millionen in der Vorjahresperiode. Analysten hatten noch deutlichere Verluste erwartet.

Online-Handel boomt

Die Geschäfte bei Zalando florieren dank der Corona-Pandemie. Weil Kunden immer mehr online bestellen konnte der Internethändler im dritten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig ankurbeln. Die Zalando-Titel verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Die Geschäfte für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia (Buwog) laufen dank Auslandszukäufen und steigender Mieten in Großstädten weiter gut. Beim Jahresziel für den operativen Gewinn (FFO) will der DAX-Konzern das obere Ende der prognostizierten Spanne von 1,275 bis 1,325 Milliarden Euro erreichen. Die Papiere der Mutter von Buwog und conwert bauten ein Plus von 2,5 Prozent.

BMW-Aktien bremsten in einem schwachem Umfeld um 2,3 Prozent. Der Autobauer hat im abgelaufenen Quartal trotz der Corona-Krise mehr Gewinn gemacht als vor einem Jahr. Der Überschuss kletterte um gut 17 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro.