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Technologieforscher Mario Herger: "Vor 120 Jahren waren wir das Silicon Valley der Welt"

Mario Herger lebt seit 2001 im Silicon Valley und forscht zu Technologietrends. Im Gespräch erzählt er, was von Corona bleibt, wo es in den USA wirtschaftlich hakt und warum Europa zum „Technologiefeind“ wurde.

Mario Herger
Mario Herger © ERIC MILLETTE
 

Eine „Unfähigkeit, Dinge zu fertigen“ spricht Investoren-Ikone Marc Andreessen der US-Wirtschaft zu, weil es im Zuge der Coronakrise an Medikamenten, Masken oder Beatmungsgeräten fehlt. Herr Herger, setzt man im softwaregetriebenen Silicon Valley aufs falsche Pferd?
MARIO HERGER: Naja. Andreessen bezieht sich in seiner Kritik ja auf die USA als Gesamtes und weniger auf das Silicon Valley. Tatsächlich wurden in den USA viele Arbeitsplätze in der Produktion ausgelagert und dadurch ging die Fähigkeit verloren, Dinge zu produzieren. Man schafft etwa kaum große Infrastrukturprojekte, wie Sie an zerbröckelnden Brücken oder kaputten Straßen gut sehen können. China hat in den letzten zehn Jahren mehr Beton verbaut als die USA in ihrer Geschichte. Im Silicon Valley ist der Mix nicht so schlecht. Und es müsste gelingen, die Art und Weise, wie Probleme dort unternehmerisch angepackt werden, in andere Teile der USA rauszubringen. Man muss die Kirche aber auch im Dorf lassen. Nicht alle Probleme der Welt können im Silicon Valley angepackt und gelöst werden.

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