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Schwarzer MontagAktienkurse rauschen weltweit in die Tiefe

Der US-Leitindex Dow Jones legt am Montag den größten Kursrückgang seit zehn Jahren hin, musste sogar unterbrochen werden. Der Dax erleidet den höchsten Verlust seit 11. September 2001. Zweithöchster Tagesverlust des ATX.

Trader an der New Yorker Börse
Trader an der New Yorker Börse © APA/AFP/Johannes Eisele
 

Für die Börsen gibt es nichts Schlimmeres als die Ungewissheit über den weiteren Fortgang. Kurz nach Handelsstart notierte der Dow Jones mit einem erheblichen Minus von 7,20 Prozent bei 24.011,06 Punkten. Damit legte der US-Leitindex den größten Kursrückgang seit zehn Jahren hin. Auch die Wiener Börse schließt am Montag mit enormen Verlusten, der ATX rutscht um 9,01 Prozent ab. Prozentuell gesehen war dies der zweithöchste Tagesverlust, den der heimische Leitindex jemals verbucht hatte. 

Auf Talfahrt

Der deutsche Leitindex DAX hatte zwischenzeitlich fast 1000 Punkte eingebüßt und schloss 7,94 Prozent tiefer bei 10.625,02 Punkten, womit die Gewinne aus dem vergangenen Jahr fast aufgezehrt wurden. Das Minus von diesem Montag ist auf Schlusskursbasis gerechnet der größte prozentuale Tagesverlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der MDAX der mittelgroßen Börsentitel ging am Ende um 6,70 Prozent auf Talfahrt und stand damit bei 23.091,71 Punkten.

Aktienhandel ausgesetzt

An der New Yorker Wall Street wurde der Aktienhandel zu Handelsbeginn wegen abstürzender Kurse für 15 Minuten ausgesetzt - ein automatischer Mechanismus, sobald der Index S&P 500 der 500 größten börsennotierten US-Unternehmen um sieben Prozent abstürzt. Gegen Mittag (Ortszeit) notierte der Index Dow Jones 6,4 Prozent im Minus. Auch an der Börse von São Paulo in Brasilien wurde der Handel zeitweise ausgesetzt.

In Tokio gab der Nikkei-Index um 5,1 Prozent nach, es war der stärkste Fall seit Februar 2018. In Australien fielen die Kurse um 7,3 Prozent, das war der tiefste Fall seit Oktober 2008 in der Finanzkrise.

An den Handelsplätzen der Golfstaaten brachen die Kurse ebenfalls ein: Die Börse in Riad verzeichnete bis Mittag ein Minus von mehr als neun Prozent, die Aktie des staatlichen Ölgiganten Saudi Aramco verlor über zehn Prozent. In Kuwait und Dubai fielen die Kurse ähnlich stark, in Abu Dhabi betrug das Minus fast acht Prozent.

Bereits zuvor gab es zu Wochenbeginn deutliche Kursstürze an den asiatischen und europäischen Leitbörsen. Für Panik an den Märkten sorgte einerseits die anhaltende Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehenden Folgen für die Weltwirtschaft. Andererseits war auch der massive Einbruch des Ölpreises für die starken Verluste an den Märkten verantwortlich. Die Marktteilnehmer sind im Panikmodus.

An der Londoner Börse verlor der Index FTSE-100 am Montag mehr als sieben Prozent. Der Pariser Index CAC der 40 größten Unternehmen gab gar um mehr als acht Prozent nach - der höchste Tagesverlust seit 2008. In Mailand betrug das Minus zum Börsenschluss mehr als elf Prozent; in Madrid lagen die Verluste bei knapp acht Prozent.

Die Anleger verunsichert weiterhin die zunehmende Ausbreitung des neuartigen Sars-CoV-2-Virus. Besonders stark betroffen ist Italien, so hat die italienische Regierung zuletzt zahlreiche Provinzen im Norden des Landes zur Sperrzone erklärt. In den USA beschlossen einige Universitäten den Unterricht vorerst nur noch online stattfinden zu lassen.

Unterdessen weitete die US-Notenbank inmitten der Corona-Krise ihre Notmaßnahmen aus. Knapp eine Woche nach der überraschenden Leitzinssenkung erhöht sie ihre Geldspritzen für das Finanzsystem. Wie die regionale Fed von New York mitteilte, steigt das Volumen ihrer Übernachtgeschäfte mit den Banken von bisher 100 Milliarden auf mindestens 150 Milliarden US-Dollar. Das Volumen ähnlicher Geschäfte mit 14-tägiger Laufzeit werde von 20 Milliarden auf 45 Milliarden Dollar erhöht.

Gold als "sicherer Hafen"

Vor diesem Hintergrund flohen Anleger in "sichere Häfen" wie Gold. Die "Antikrisen-Währung" war mit 1.702,56 Dollar (1.501,9 Euro) je Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise so teuer wie zuletzt vor gut sieben Jahren. Staatsanleihen waren ebenfalls gefragt.

Am Devisenmarkt fiel der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 94,65 Prozent. "Es sieht sehr wahrscheinlich aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten in eine Rezession abgleitet", sagt Rupert Thompson, Investment-Chef bei der Vermögensverwaltung Kingswood.

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Die Sorgen um die Ausbreitung des Coronavirus haben am Montag für einen der schwärzesten Börsentage der letzten Jahrzehnte gesorgt. Hier eine Auswahl der größten Kursstürze an den internationalen Aktienbörsen der letzten 33 Jahre:

19. Oktober 1987: Am "Schwarzen Montag" bricht der US-Standardwerte-Index Dow Jones um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. Die Panikverkäufe breiten sich schnell auf alle wichtigen internationalen Handelsplätze aus. Der Tokioter Leitindex Nikkei rauscht nach dem Crash an den US-Börsen um knapp 15 Prozent in die Tiefe. Der Londoner Auswahlindex FTSE verbucht mit knapp elf Prozent lediglich den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte.

16. Oktober 1989: Der deutsche Leitindex DAX, der erst 1988 aus der Taufe gehoben wurde, fällt um 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösen.

23. Mai 1995: Die Furcht vor Eingriffen der Regierung in den chinesischen Aktienmarkt lässt den Shanghai-Composite um 16,4 Prozent abstürzen.

6. Oktober 2008: Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers wird die Unsicherheit an den Aktienmärkten immer größer. Der italienische Leitindex verbucht mit einem Abschlag von mehr als acht Prozent seinen größten Tagesverlust, der Leitindex der portugiesischen Börse gibt knapp zehn Prozent nach. Der Euro-Stoxx-50 fällt um acht Prozent. An der Wall Street geht es ebenfalls bergab, allerdings nicht ganz so stark: Der Dow-Jones-Index gibt 3,6 Prozent nach.

3. August 2015: Am ersten Tag nach der fünfwöchigen Zwangspause stürzt die Athener Börse ins Bodenlose. Der Leitindex verbucht mit einem Minus von 16 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte. Die Athener Regierung hatte die Börse Ende Juni geschlossen, als die monatelangen Verhandlungen um die Bedingungen für weitere Finanzhilfen kurz vor dem Scheitern standen.

24. August 2015: Angesichts der Furcht vor einem Konjunktureinbruch in China rutschen die Börsen rund um den Globus ab. Der Shanghai Composite Index bricht um 8,5 Prozent ein. Der DAX verliert in der Spitze 7,8 Prozent auf 9.338,20 Punkte. An der Wall Street stürzt der Dow-Jones-Index zeitweise um 6,6 Prozent und der Nasdaq-Composite sogar um bis zu 8,8 Prozent ab.

7. Jänner 2016: Die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung lässt die Aktienbörsen in der Volksrepublik wanken. Der Handel wird das zweite Mal binnen weniger Tage per Notbremse gestoppt, nachdem die Leitindizes um sieben Prozent abgesackt sind. Die Sitzung dauerte weniger als eine halbe Stunde und war damit der kürzeste Börsentag in Chinas Geschichte. Der DAX rauscht das erste Mal seit Oktober wieder unter die 10.000-Punkte-Marke und gibt zeitweise knapp vier Prozent nach. Der Wiener ATX fällt im Verlauf über 4 Prozent auf etwa 2.260 Punkte.

24. Juni 2016: Großbritannien entscheidet sich für den Ausstieg aus der EU. Die Unsicherheit lässt die Aktienkurse weltweit absacken. Der Dow Jones bricht um mehr als 600 Punkte oder rund 3,4 Prozent ein. Auch der DAX und der ATX sacken um jeweils rund 7 Prozent ab.

9. März 2020: Ein neuartiges Coronavirus, das zuerst in China aufgetreten war, breitet sich auch in Europa zunehmend aus. Hinzu kommt ein Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland - das sorgt für einen Kurseinbruch beim Ölpreis um satte 30 Prozent. Auch die Aktienbörsen brechen massiv ein. Der DAX rutscht im Handelsverlauf um 8,4 Prozent ab, der ATX verliert sogar 9 Prozent. Auch der Euro-Stoxx-50 sowie der Dow Jones geben je rund 7 Prozent ab. Sichere Häfen wie Gold und Staatsanleihen waren dagegen stark gesucht, in Österreich rutschte die Rendite für die 10-jährige Anleihe auf ein neues Rekordtief von rund minus 0,5 Prozent ab.

Kommentare (15)

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malsehen
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alles nur Manipulation

was glaubt ihr wer die fallenden Werte gerne kauft. Die Banken und Spekulanten natürlich. Umso niederiger der Kurs umso lieber kaufen sie. Tiefe Kurse versprechen nach der Erholung satte Gewinne.

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freeman666
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Milliardenverluste an Geldwerten,

die es eigentlich gar nicht gibt!
In Kürze gibt es wieder Milliardengewinne, die es eigentlich auch gar nicht gibt.
Leider leidet immer die Realwirtschaft und somit die Menschen unter den Kapriolen der virtuellen Finanzwirtschaft.

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DukeNude
2
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Info

Kannst du mir noch sagen, wann ich nachkaufen soll?

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freeman666
1
1
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Wenn ich das wissen würde,

wäre ich jetzt auf den Seychellen und der Wecker würde morgen nicht um 06 15 Uhr klingeln.

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fans61
3
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Man kann sagen:

Ziel erreicht.

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haraldb1
1
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Hier wird noch idyllisch...

die Vergangenheit beschrieben. Händler und „kleine“ Anleger haben schon länger nur mehr überschaubaren Einfluss auf die Märkte. Die großen Volumina werde von KI-Programmen, die die weltweite Nachrichten- und Kurslage analysieren, selbständig bewegt. Daher eher verwunderlich, dass die Ausschläge nach unten nicht noch deutlicher und nachhaltiger ausfallen. Aber vielleicht kommt das noch.

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SoundofThunder
9
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😏

Mir kommt es so vor als ob dieses Virus aus einem chinesischen Versuchslabor für biologische Kampfstoffe entwischt ist.Es ist eh schon lang bekannt dass jede Großmacht an Kampfstoffen ALLER Art (die Pocken sind nicht ausgestorben,in Reagenzgläsern der Großmachten existieren die Viren noch) forschen und horten.Denken wir mal nach:Wie stecken wir so viele Menschen wie möglich an? Dazu braucht man ein Virus mit einer extrem langen Inkubationszeit (Ebola geht zu schnell,das wird schnell ausgemerzt).Wenn man drei bis vier Wochen lang das Virus in sich trägt ohne selber Symptome zu zeigen kann man viele Menschen anstecken.Ist nur eine Theorie,bitte nicht ernst nehmen.Oder hat die Natur dazugelernt?😉

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SoundofThunder
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PS

Aber die Börse braucht einen Absturz dass sie wieder wachsen kann. Selbst ein Mammutbaum kann nicht ins unendliche wachsen.

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fortus01
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der berühmte Trost für die Anleger

gilt immer: Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer.
(Zitat von einem Rothschild, who else?)

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pescador
6
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Jetzt verkaufen?

Ein Profi realisiert den Rückgang jetzt nicht. Jetzt verkaufen nur Hausfrauen und Milchmädchen.

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GustavoGans
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Leider falsch

Ein Profi hat schon längst verkauft und kauft tiefer wieder nach.
Nur Amateure sitzen Verluste aus (Ausgenommen Großinvestoren)

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Jondrick
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“Shorting stock”

Profis setzen auf den Fall des FTSE Kurses.
Das nennet man “Shorting Stock”.
Man gewinnt dabei, wenn der Kurs fällt.

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BeePa
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Ich empfinde ihr Kommentar gerade als extrem abwertend dem weiblichen Geschlecht gegenüber, ehrlich gesagt...

Wollt ich nur mal "gesagt" haben...

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joe1406
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stimmt nicht ganz

Das sind alles nur theoretische Verluste - aussitzen - es geht auch wieder nach oben und wenn man die letzten 50 Jahre anschaut ging es in Summe konstant nach oben. Das gilt für Langzeitinvestoren - Kurzzeitzocker ausgenommen.

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melahide
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Jo

Es gibt einen Aktiencrash. Strengere Auflagen. Die werden wieder gelockert. Aktiencrash. Strengere Auflagen, wieder gelockert. Aktiencrash ...

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