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Schlechteste Woche Coronavirus reißt Börsen weiter drastisch nach unten

Die Pariser und Londoner Börsen verzeichnen die schlechteste Woche seit dem Krisenjahr 2008. Die Anleger sind im "Panikmodus". Die Wiener Börse hat am Freitag erneut mit satten Kursverlusten geschlossen.

Börsen kämpfen mit starken Kursverlusten
Börsen kämpfen mit starken Kursverlusten © APA/dpa/Frank Rumpenhorst
 

Das Coronavirus reißt die Börsen weiter nach unten. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie drückte den deutschen Dax, den österreichischen Leitindex ATX und auch die Börsenbarometer in London und Paris ins Minus. Die Börsen in London und Paris verzeichneten ihre schlechteste Woche seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren.

Die Wiener Börse hat am Freitag erneut mit satten Kursverlusten geschlossen. Der heimische Leitindex ATX fiel um 58,55 Punkte oder 2,06 Prozent tiefer auf 2.787,39 Einheiten.

Dax unter Schwelle von 12.000 Punkten

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor bis Börsenschluss am Freitagabend 3,86 Prozent und fiel unter die Schwelle von 12.000 Punkten. Damit büßte der Index der 30 größten deutschen Unternehmen seit Montag 12,5 Prozent ein.

An den Handelsplätzen in London, Paris und Mailand setzten sich die Kursverluste der Vortage fort. Der Pariser Index CAC der 40 größten französischen Unternehmen fiel bis Börsenschluss um 3,4 Prozent. In London stürzte das Börsenbarometer bis zum Abend um 3,4 Prozent ab und verzeichnete mit einem Rückgang um 11,3 Prozent die schlechteste Börsenwoche seit dem Finanzkrisen-Jahr 2008. Massive Verluste meldeten auch die Börsen in Mailand und Madrid.

Kurse in Asien auf Tauchstation

Die Anleger hätten in den "Panikmodus" geschaltet, kommentierte Analyst Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank. Zuvor waren die Kurse in Asien erneut auf Tauchstation gegangen. Die Börsenbarometer in Shanghai und Tokio schlossen jeweils mit einem Minus von drei Prozent. Bereits am Donnerstagabend hatte an der New Yorker Börse der Index Dow Jones 4,4 Prozent verloren. Das war der größte Werteverlust seit mehr als zwei Jahren.

Angst vor Epidemie setzt auch Ölpreisen zu

Die Angst vor den Auswirkungen der Epidemie auf die Weltwirtschaft setzte auch dem Ölpreis zu. Er sank um vier Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Nordseesorte Brent wurde für 50,57 Dollar (46,12 Euro) pro Barrel (159 Liter) gehandelt, die US-Sorte WTI für 44,94 Dollar.

Die Ausbreitung des Virus hat seit Beginn der Woche die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Hintergrund ist die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Epidemie - unter anderem durch Maßnahmen wie Reisebeschränkungen oder Werksschließungen zur Eindämmung der Krankheit. Auch globale Lieferketten sind betroffen. Zuletzt hatten weitere Länder erste Coronavirus-Fälle gemeldet.

Die Behörden in der Schweiz sagten angesichts dieser Entwicklung den Genfer Autosalon ab. Die bekannte internationale Fahrzeugmesse werde nicht wie geplant am kommenden Donnerstag beginnen, teilte der Regierungschef des Kantons Genf mit. Auch die Baselworld - eine der größten Uhrenmessen der Welt - wurde auf Ende Jänner 2021 verschoben. Die Schweizer Regierung hatte wegen der Coronavirus-Epidemie zuvor alle Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern bis auf Weiteres untersagt.

Freizeitparks in Tokio geschlossen

Auch anderswo reagierten die Behörden. In der japanischen Hauptstadt Tokio wurden die Freizeitparks Disneyland und Disneysea geschlossen. In Deutschland wurde die weltgrößte internationale Tourismusmesse ITB in Berlin abgesagt.

Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung warnte, die Epidemie habe "das Potenzial eines gravierenden negativen konjunkturellen Schocks". Ähnlich wie bei der Finanzkrise im Jahr 2009 sollten die EU-Staaten "Vorbereitungen für koordinierte fiskalische Gegenmaßnahmen treffen, die rasch aktiviert werden können, wenn sich die Sorgen um den ökonomischen Schaden bewahrheiten".

Warnung vor einer Rezession

Der US-Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Robert Shiller, warnte vor einer Rezession. Vor allem auf den US-Aktienmärkten, die er für 40 Prozent überbewertet hält, werde es "unweigerlich zu einer heftigen Korrektur kommen", sagte Shiller dem "Handelsblatt". Die wachsende Angst vor der Epidemie könne sich auf die Realwirtschaft auswirken "und in eine Rezession führen".

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