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Casinos AustriaEx-Chef kassierte 214.000 Euro für Beratung

Neue Details in der Causa Casinos Austria zu den hohen Gagen der (Ex-)Manager. Ex-Chef Karl Stoss soll für sechs Monate Beratertätigkeit laut 214.000 Euro bekommen haben.

Karl Stoss bekam von den Casinos Austria einen gut dotierten Konsulentenvertrag
Karl Stoss bekam von den Casinos Austria einen gut dotierten Konsulentenvertrag © APA/Herbert Pfarrhofer
 

In der Causa Casinos Austria gibt es neue Details zu den hohen Gagen der (Ex-)Manager. Der frühere langjährige Chef Karl Stoss bekam für seine sechs Monate andauernde Beratertätigkeit laut "Österreich" 214.000 Euro. Sein zweijähriger Konsulentenvertrag wurde vorzeitig beendet, dieser hätte noch mehr vorgesehen: 150.000 Euro brutto im Jahr für umgerechnet vier Arbeitsstunden pro Woche.

"Fallweise, nach Notwendigkeit"

Laut dem am 18. Mai 2017 geschlossenen Vertrag sollte Stoss nach seinem Pensionsantritt am 1. Juli 2017 eine Konsulententätigkeit für die teilstaatlichen Casinos Austria übernehmen. Vertragsbeginn war der 1.1.2018, die Vergütung betrug jährlich 150.00 Euro brutto - für ein Zeitvolumen, das 10 Prozent einer Vollzeittätigkeit nicht überschreiten sollte. Das sind also maximal vier Wochenstunden oder 16 Arbeitsstunden im Monat. Die Beratung sollte "fallweise nach Notwendigkeit" erfolgen.

"Dienstwagen samt Chauffeur auch für private Zwecke"

Für die Dauer der Konsulententätigkeit sollte Stoss (63) eine "angemessene Infrastruktur (Büro, Sekretariat etc.) zur Verfügung gestellt werden, außerdem "ein Dienstwagen samt Fahrer". "Herr Dr. Stoss ist berechtigt, den Pkw samt Chauffeur auch für private Zwecke zu nutzen. Diese Regelung gilt allerdings nur solange er aktiv eine Konsulententätigkeit ausübt, längstens aber für 24 Monate", heißt es in dem Vertrag, der auf 24 Monate befristet war.

Zur Person

Karl Stoss, geboren 1956 in Dornbirn, war von 2007 bis 2017 Generaldirektor der Casinos Austria AG.

Von 1986 bis 1996 war er Partner und Bereichsleiter am MZSG Management Zentrum St. Gallen (heute Malik Management Zentrum St. Gallen AG) sowie Lehrbeauftragter an der Universität Innsbruck. 1997 wurde er Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichischen Postsparkasse AG, ehe er 2001 in den Vorstand der Raiffeisen Zentralbank AG wechselte. Im Jahr 2005 wurde er Generaldirektor der Generali Versicherung AG und der Generali Holding Vienna AG. 2007 folgte er Leo Wallner als Generaldirektor der Casinos Austria AG nach.

Am 22. Oktober 2009 wurde Stoss zum Präsidenten des Österreichischen Olympischen Comités (ÖOC) gewählt, womit er auch in dieser Funktion die Nachfolge von Leo Wallner antrat. 2016 wurde er als bisher zehnter Österreicher Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Am 28. November 2016 erhielt Stoss das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Stoss ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Zu seinen Hobbys zählt das Extrembergsteigen.

Stoss sollte neben dem Konsulentenhonorar auch einen "angemessenen Aufwand-Ersatz" insbesondere für Reisekosten bekommen, im "Umfang, wie es ihm auch auf Basis seines Vorstandsvertrages vom 21.12.2010 zugestanden ist". Der Vertrag wurde von Stoss und von "Roth..." (die Signatur ist schwer lesbar) "für die CASAG/ÖLG Gruppe" unterschrieben. Casinos-Aufsichtsratschef ist Walther Rothensteiner.

Stoss' Konsulententätigkeit wurde allerdings schon per 30. Juni 2018 mittels einer "Aufhebungsvereinbarung" einvernehmlich gestoppt. Für die Beendigung seiner sechs Monate dauernden Beratertätigkeit kam der gebürtige Vorarlberger Stoss zu den bereits erhaltenen 64.000 Euro noch eine "einmalige Pauschalentschädigung" in Höhe von 150.000 Euro zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer. "Diese Entschädigung ist gemeinsam mit der noch offenen Bonusdifferenz für das Geschäftsjahr 2017, spätestens jedoch am 30.06.2018, auszubezahlen", heißt es in der Vereinbarung, die mit 10. April 2018 datiert ist. Als Grund für die Auflösung des Konsulentenvertrag werden "geänderte Rahmenbedingungen" genannt.

Die Casinos Austria bestätigten der APA, dass der Konsulentenvertrag von Stoss vorzeitig beendet wurde - "unter Generaldirektor Alexander Labak, mit dem Ziel, etwas einzusparen", so Casinos-Sprecher Patrick Minar am Montag.

Daneben bekommt Stoss laut früheren Medienberichten von den Casinos eine jährliche Betriebspension von rund 550.000 Euro brutto, zusätzlich zu seiner gesetzlichen Pension. Dazu äußerten sich die Casinos Austria nicht.

Die Gagen und Pensionen der (früheren) Vorstände des teilstaatlichen Glücksspielkonzerns haben in jüngster Zeit immer wieder für Wirbel gesorgt, ebenso millionenschwere Ablösezahlungen. Auch in den Casinos-Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) spielen die Abfertigungen eine Rolle.

Stoss' Nachfolger an der Casinos-Spitze, Labak, hat den Beratervertrag von Stoss laut einem früheren Zeitungsbericht bei seiner Einvernahme als Zeuge im Dezember 2019 thematisiert.

Kern der strafrechtlichen Ermittlungen in der Casinos-Affäre ist die Frage, ob für die Bestellung des früheren FPÖ-Bezirkspolitikers Peter Sidlo zum Casinos-Finanzchef dem niederösterreichischen Konzern Novomatic Glücksspiellizenzen in Aussicht gestellt wurden. Im Zuge der Ermittlungen kam es zu Razzien unter anderem bei Ex-Vizekanzler und Casinos-Aufsichtsrat Josef Pröll (ÖVP), Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Novomatic-Eigentümer Johann Graf. Alle elf Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.

Sidlo wurde als Finanzvorstand bereits nach sieben Monaten wieder abberufen, er hat die Casinos auf Auszahlung seines Vertrags verklagt; Streitwert: 2,3 Millionen Euro.

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Danke für Ihr Verständnis.

unfassbar
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..das Verdienstzeichen...

war absolut gerechtfertigt, ---für Abzocke und Schlauheit
pur ---auf Kosten aller anderen....

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tomtitan
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Seine Tätigkeit

war sicher jeden Cent wert... ;-)))

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jg4186
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Wer hat unterschrieben

Wer hat solche Veträge unterschrieben, wer im Namen der Regierung des Landes? Karl Stoss war sicher ein guter Mann - aber solche Beträge sind nicht zu rechtfertigen. Man bedient sich gegenseitig. An den Casinos ist Österreich beteiligt, es geht also um unser aller Geld. Der Rechnungshof muss das alles ehebaldigst prüfen.

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georgXV
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???

auch die Casino AG ist und bleibt ein Selbstbedienungsladen allererster Klasse !

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Hildegard11
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Diese Casinomafia...

....gehört mit Butz und Stingel aus Österreich verjagt...ohne Bezüge!!!

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Hildegard11
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Als Betrieb mit...

...staatl. Beteiligung muss ja ein pol. "Referent" mitgesprochen haben. Wie pervers sind die alle? Einmal noch was vom Pensionssystem für ASVG sprechen und die gelben Westen werden angezogen.
Wir gutmütigen Trottel lassen uns einfach viel zu viel gefallen.

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blackpanther
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Unfassbar

wie sich hier die handelnden Personen perverse Vergütungen zuschanzen. Jeder Normalverdiener, der immer öfter mit Einsparungen konfrontiert wird, müßte angesichts dieser Perversitäten, die da zutage kommen, den ganzen Tag kotzen. Reicht Herrn Stoss seine karge Pension nicht fürs Überleben? Muss er noch weiter in unerhörter Höhe abkassieren? Für 16 Stunden im Monat ein Dienstauto mit Privatnutzung? Gehts noch, diese Raffgier? Das soll er einmal der breite Masse erklären, was seine Leistung für diese Zahlungen war?

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voit60
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Wer bitte

Ist für all die Casinosauereien verantwortlich? Her mit der Staatsschaedlingen!

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gonde
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"Genierer" haben die alle keinen.

.

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Helmut67
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Stundenlohn

2250€ nicht schlecht. 😀😀😀

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griesserw
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Sidlo

wenn man genauer schaut, ist ja anscheinend der Herr Sidlo noch das kleinste Übel. Die Casinos ein Selbstbedienungsladen erster Klasse!

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go
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Jährliche Betriebspension der Casinos

Zusätzlich zur gesetzlichen Pension eine jährliche Pension der Casinos Austria in der Höhe von 550.000 Euro !!,
Für 12 Jahre Tätigkeit in den Casinos..
Also mir haut es sprichwörtlich den Vogel raus.....

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Schauma
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Und die Politik schaut zu

Was sagt dazu der Durchschnittsverdiener, der im Normalfall für seine Gage auch noch arbeiten muss? Nichts, weil er eh nicht gefragt wird. Und die Politik duldet diese Gier oder fördert sie sogar. Traurig ☹️

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walterkaernten
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ZUSCHAUER

Genau richtig:
Die politik schaut zu.
Die hohen beamten schauen zu und geniessen die privilegien.

Und der ÖSTERDUMME zahlt steueren.

Wenn es möglich ist, MÜSSEN hohen beamten solche dinge verhindern, bzw die öffentlichkeit informieren.

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