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Plus 5,4 ProzentHeumilch-Absatz in Österreich legt weiter zu

Der Molkereiprodukte-Markt ist um 0,4 Prozent gestiegen. Bei Heumilch-Produkten ging es um 5,4 Prozent nach oben.

Milch mit dem Heumilch-Label kommt von Kühen, die nur Gras und Heu fressen
Milch mit dem Heumilch-Label kommt von Kühen, die nur Gras und Heu fressen © DoraZett - stock.adobe.com
 

Die seit 2009 laufende Vermarktungsoffensive der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Heumilch zeigt noch immer ihre Wirkung. Der Absatz von Heumilch und Heumilchprodukten erhöhte sich im österreichischen Lebensmittelhandel in den ersten drei Quartalen 2019 um 5,4 Prozent auf 104,6 Mio. Euro. Zum Vergleich: Der Molkereiprodukte-Gesamtmarkt wuchs um 0,4 Prozent auf 1,305 Milliarden Euro.

Bei der Heumilch-Haltung erhalten die Kühe nur Frischgras sowie Heu und keine vergorenen Futtermittel (Silage). Rund 8.000 der 27.000 heimischen Milchbauern sind Mitglied der Arge Heumilch. Seit den 1950er-Jahren stellten viele Milchbauern aus Effizienzgründen von der traditionellen Gras- und Heufütterung auf Silage um. Der Anteil der Heumilch an der Gesamtmilchproduktion in Österreich liegt bei 15 Prozent. Rund ein Drittel der produzierten Heumilch ist Bio-zertifiziert.

Höherer Preis

Für Heumilch erhalten die Bauern einen Preisaufschlag von 5 bis 7 Cent netto je Kilogramm. Für die aufwendigere Produktionsweise bekamen die Heumilchbauern von den Molkereien und Käsereien in den ersten drei Quartalen 2009 rund 26 Mio. Euro extra. "Es ist eine sehr, sehr gute Stimmung bei den Heumilchbauern", sagte der Obmann der Arge Heumilch, Karl Neuhofer, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Durch die hohe Nachfrage nach Heumilch und Bio-Heumilch von den Molkereien und Käseproduzenten habe man "eine sehr gute Perspektive". Die Zahl der Heumilchbauern soll laut Neuhofer konstant bei 8.000 bleiben, ein großes Wachstum ist nicht geplant.

Die im Jahr 2004 gegründete Arge Heumilch Österreich vereinigt neben Bauern auch rund 60 Milchverarbeiter. Zu den größten Heumilchverarbeitern zählen die Käserei Woerle, SalzburgMilch, Pinzgauer Milch, die Rupp-Marke Alma, die Berglandmilch-Tochter Tirol Milch und die Obersteirische Molkerei. Schärdinger und NÖM haben keine Heumilch-Produkte im Programm.

Auch für Schafe und Ziegen

Im Jahr 2016 hat Heumilch das EU-Gütesiegel "garantiert traditionelle Spezialität" (g.t.S.) erhalten. Dafür müssen Milchbauern die Standards der Arge Heumilch einhalten, vor allem eine silofreie Fütterung ohne Gentechnik. Der Heumilch-Standard gilt damit EU-weit. Im vergangenen Jahr wurde auch der Antrag der Arge Heumilch für Schaf- und Ziegenheumilch g.t.S. positiv beschieden. Das EU-Gütesiegel sei "ein Meilenstein", weil es einen "sehr hohen Schutz" biete, so Neuhofer. Unternehmen dürften nur mit Heumilch werben, wenn sie sich an die Standards halten.

Große Wachstumschancen sieht die Geschäftsführerin der Arge Heumilch Österreich, Christiane Mösl, in Deutschland. Im Herbst 2019 sind 13 Verarbeiter und Sennereien aus dem bayerischen Allgäu als neue Mitglieder in die Arge Heumilch Österreich eingetreten. Sie liefern rund 70 Millionen Kilogramm Heumilch pro Jahr. Die Arge Heumilch Österreich und Deutschland unterzeichneten im vergangenen Herbst auch einen Kooperationsvertrag. Ziel sei es die Bekanntheit von Heumilch in Deutschland zu heben. Derzeit seien nur 0,5 Prozent der deutschen Milchproduktionsmenge Heumilch, so Mösl.

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