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Aufholen bei E-MobilitätMagna-Chef wünscht sich "wettbewerbsfähige" Gehälter

Magna-Europachef Günther Apfalter sieht die Umbrüche in der Autobranche als bewältigbar. Von der Regierung fordert er Geschprächsbereitschaft. "Nicht nur das machen, was Spaß macht."

Der Mercedes G wird seit über 40 Jahren in Graz gefertigt
Der Mercedes G wird seit über 40 Jahren in Graz gefertigt © APA/INGRID KORNBERGER
 

Magna-Europachef Günther Apfalter sieht sein Unternehmen für die Herausforderungen am Automarkt gut gerüstet, eine Gefahr sieht er jedoch durch die globalen Entwicklungen zuletzt. "Die Makroökonomie macht mir die meisten Sorgen. Wir sind da mittendrin", so der Oberösterreicher.

Die Umbrüche in der Kfz-Branche - Stichwort E-Mobilität, autonomes Fahren und Industrie 4.0 - hingegen seien keine Revolution, "sondern eine Evolution". Europa habe hier stark aufgeholt und sei mittlerweile ganz vorne mit dabei, insbesondere Deutschland.

Akku-Recycling nicht gelöst

Dass der E-Auto-Anbieter Tesla einen höheren Börsenwert als viele alteingesessene große Autohersteller hat, kommentiert Apfalter im APA-Gespräch so: "So lange wer daran glaubt ..." Ein Auto zu entwickeln und zu produzieren sei jetzt nicht die ganz große Herausforderung, entscheidend seien der Verkauf und die Nachbetreuung. "Eine kaputte Stoßstange repariert sich nicht online", so Apfalter. Im übrigen sei das Recyclingthema bei den Akkus "nicht gelöst".

Dass der Kfz-Zulieferer, der im Grazer Werk auch ganze Fahrzeuge zusammenbaut, nun auch mit dem Elektronikkonzern Sony eine Kooperation eingegangen ist, sei eine logische Entwicklung. Es werde eben das "Wohnzimmer in das Auto integriert".

Wettbewerbsfähige Gehälter

Die Diskussion über den Fachkräftemangel sieht Apfalter differenziert. "Wir bekommen was wir wollen", betont er. Im Werk in Graz seien 67 Nationen beschäftigt, denn rekrutiert werde "nicht nur in Graz und Umgebung". Es sei aber auch notwendig, wettbewerbsfähige Gehälter zu zahlen.

Zur neuen Bundesregierung aus ÖVP und Grünen könne er noch nicht viel sagen, denn vieles im Regierungsübereinkommen sei in der Möglichkeitsform gehalten. "Das muss nun mit Inhalt gefüllt werden", betonte der studierte Agrarökonom. Die Regierung müsse in den Dialog mit der Wirtschaft treten und: "Wir können nicht nur das machen, was Spaß macht."

Als Präsident von Magna International Europa ist Apfalter, der seine Karriere als Verkaufsleiter bei Steyr Traktoren startete, für 45.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von knapp 15 Milliarden Euro verantwortlich. Das Werk in Graz ist die größte Produktionsstätte des kanadischen Konzerns, der vom Steirer Frank Stronach gegründet wurde.

Kommentare (12)

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heri13
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Zuerst drohen,

dann niedrigere Löhne fordern.
Der kurz wird’s schon richten.
So ein kleines Gesetzerl ist schnell durchgeboxt.

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jaenner61
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@heri13: wo genau haben sie jetzt das mit den niedrigen löhnen gelesen?

wirklich komisch, sehr viele andere firmen beklagen, dass sie kaum personal finden, da magna durch die vergleichsweise hohen löhne alles zu sich zieht. 🤔 aber so habe ich auch die aussage von herrn apfalter verstanden, weil magna wettbewerbsfähige gehälter bezahlt. und bezüglich der „drohung“ mit slowenien. säbelrasseln gehört zum geschäft, auch zb die wirte haben im vorfeld des rauchverbotes damit gedroht, ihr personal dann entlassen zu müssen 😏
@ geerdeter steirer: wettbewerbsfähige gehälter liegen meistens über den ansonst üblichen gehältern in der branche (einfach im stellenmarkt raussuchen) @scionescio: es gibt heute sehr oft keine langfristigen verträge mehr. vermutlich wird einfach heuer neu verhandelt. aber die vorhandene struktur und das know how werden auch in der zukunft volle auftragsbücher ermöglichen.

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scionescio
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Das mit den Gehältern wird sich bald lösen ... Ende des Jahres laufen so ziemlich alle Verträge aus und nach meinen Informationen gibt es bis heute noch keinen einzigen neuen Vertrag für ein volumenstarkes Modell ...

... da wundert es nicht, dass Magna, nachdem jahrelang Subventionen und Förderungen reingebuttert wurden, bald nach Slowenien weiterziehen möchte - die internationalen Heuschrecken folgen immer den Subventionen und leider findet sich immer ein Land, das sich darauf einlässt!

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Leberknoedel
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@scionescio

Deine Informanten sind kein Geld wert, ich wüsste kein einziges Projekt bei Magna, das Ende des Jahres ausläuft.

Wenn man also gar nichts weiß, sollte man besser still sein.

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scionescio
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@Leberknödel: Manchmal erfährt man beim Kaffe in München mehr als in Graz ...

... wir werden ja Ende des Jahres sehen, wie es mit Magna weitergeht.
Da es in Deutschland Arbeitsplatzgarantien der Autohersteller gegenüber dem Betriebsrat gibt und trotzdem Leute wegen des unsinnigen BEV Hypes abgebaut werden müssen, macht es wenig Sinn, in Graz zu fertigen, wenn man selbst genug Kapazitäten hat ...

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Miraculix11
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Dass BMW den Fünfer künftig nicht mehr in Graz bauen lässt...

...weiß jeder aufmerksame Zeitungsleser und muß dazu nicht nach München fahren. Aber das was danach kommt erfährt man nicht bei einem Kaffee in München, dazu wäre ein Kaffee in anderen Ländern nötig, sofern man die richtigen Leute kennt.

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bb65
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@scionescio

Ich weiß eh das du keine reichen Leut magst und auch leine großen Betriebe, aber ich denk halt schon das Graz, die Steiermark und Österreich mit Magna ein gutes Geschäft macht. Wie viel Subventionen hat Magna deines Wissen nach empfangen?
Und nach meinem Wissensstand ist Magna nicht im Besitz der Heuschrecken, oder ist für dich das ein Begriff der auf alle großen Betriebe zutrifft?

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scionescio
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@bb65: wenn du anfangs als kleiner Unternehmer nur Knüppel vor die Beine geworfen bekommst und gleichzeitig siehst, wie anderen (zB Magna) Zucker in den Allerwertesten geblasen wird ...

... hinterlässt das Spuren.
Du kannst jetzt natürlich sagen: stelle halt auch abgehalfterte Politiker ein, damit sie dir mit ihrem Netzwerk zig MIllionen an Subventionen und Förderungen besorgen; wenn du eine gute Auftragslage hast, wirb von den Gewerbetreibenden die von ihnen ausgebildeten Facharbeiter ab, wenn die Aufträge zurückgehen, park sie einfach in einer Stiftung die vom Land gesponsert wird, leg dich mit zwielichtigen Oligarchen ins Bett, verhindere einen Betriebsrat, lass dir ein öffentliches Parkhaus zufällig von der Stadt vor deinen Firmeneingang hinstellen, etc. - hätte ich natürlich aus alles tun können ... aber gsdk hat es auch so geklappt und ich bin niemanden etwas schuldig ;-)

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Geerdeter Steirer
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Was kann man unter Wettbewerbsfähig Gehälter verstehen!?!

Das sind mal wieder halbe Argumente und Definierungen welche da in den Raum gestellt werden!
Detaillierte und konkrete Informationen und Beschreibungen wären angebracht und nötig, alles andere sind hohle Phrasen!

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bb65
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@steirer

wenn man den ganzen Satz liest, also angesprochen auf den Fachkräfte Mangel, hat der Hr. Abflaterer halt betont dass Magna bekommt was Magna will am Fachkräftemarkt, nur muss Magna eben entsprechende Gehälter bezahlen. Ich sehe hier nicht den Ruf nach weniger Lohn ich sehe nur die Antwort auf die Frage nach dem Fachkräftemangel.

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archiv
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Es sei aber auch notwendig, wettbewerbsfähige Gehälter zu zahlen. - steht oben ...


Frage:
- was genau wären diese "wettbewerbsfähige Gehälter"?
- wird in Österreich zu wenig oder zu viel bezahlt?

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bb65
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@archiv

wenn man den ganzen Satz liest, also angesprochen auf den Fachkräfte Mangel, hat der Hr. Abflaterer halt betont dass Magna bekommt was Magna will am Fachkräftemarkt, nur muss Magna eben entsprechende Gehälter bezahlen. Ich sehe hier nicht den Ruf nach weniger Lohn ich sehe nur die Antwort auf die Frage nach dem Fachkräftemangel.

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