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Nach Neubau in DukovanyTschechien will Atomkraftwerk Temelin ausbauen

"Den Anteil der Kohle können wir nicht anders als durch Atomkraft senken", sagt Tschechiens Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek.

Das Atomkraftwerk Temelin
Das Atomkraftwerk Temelin © AP
 

Tschechien will nach dem AKW-Neubau in Dukovany auch das umstrittene bestehende Atomkraftwerk Temelin ausbauen. Dies sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek dem Nachrichtenserver iDnes.cz. "Im Zeitraum von fünf Jahren erwartet uns eine neue Diskussion über den Atomausbau. Ich bin wir fast sicher, dass wir einen Ausbau Temelins nicht vermeiden können."

Dort gebe es nämlich schon Kapazitäten für neue Reaktorblöcke, argumentierte der Minister. Als "völlig unrealistisch" bezeichnete er die Idee, die Kohle künftig durch erneuerbare Quelle und Gas zu ersetzen, "falls man nicht finanziell ausbluten will". "Und auch wenn wir das wollten, könnte man das höchstwahrscheinlich nicht meistern. Für Windkraft haben nicht geografische Bedingungen und für Solarenergie müssten wir die Hälfte des Landes mit Paneelen verbauen", meinte Havlicek.

"Ich sage nicht, dass erneuerbare Quellen schlecht sind. Diese werden zunehmen, deren Zahl kann sich verdoppeln, aber den Anteil der Kohle können wir nicht anders als durch Atomkraft senken. Der Energiemix muss auch ein bestimmtes Maß der Unabhängigkeit respektieren, deswegen kann man sich nicht in einem größeren Maß auf Gas verlassen", sagte der Minister weiter.

Nach bisherigen Plänen soll das AKW Dukovany mit seinen vier Reaktorblöcken um zwei Reaktoren erweitert werden. Bis Ende des Jahres will die tschechische Regierung mit dem Energiekonzern CEZ einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen, damit kommendes Jahr das Ausschreibungsverfahren beginnen kann. Derzeit stammt ein Drittel der Energie in Tschechien aus Atomstrom.

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