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EU-VergleichKlimaschutzmaßnahmen: Österreich EU-weites Schlusslicht

Vergleich der Europäischen Umweltagentur: Belgien setzte 124 Maßnahmen um, Österreich 15. Umweltministerium hält Vergleich für unseriös.

Klimaschutz: Österreich ist Schlusslicht
Klimaschutz: Österreich ist Schlusslicht © APA/AFP/Eric Baradat
 

Österreich ist hinsichtlich der gesetzten Klimaschutzmaßnahmen EU-weites Schlusslicht. Wie die Wochenzeitung "Falter" in seiner am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden laut einer Untersuchung der Europäischen Umweltagentur 15 Maßnahmen bis Ende März dieses Jahres gemeldet. Belgien hat der Agentur zufolge dagegen 124 Klimaschutzmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten gesetzt.

Nur 15 Maßnahmen

Unter den aufgelisteten Klimaschutzmaßnahmen Österreichs finden sich etwa der Klima- und Energiefonds, welcher klimafreundliche Projekte fördert, und der Sanierungsscheck, um Wohnhäuser effizienter zu machen. Der Vergleich der Europäischen Umweltagentur lasse "weder Umfang noch Qualität der umgesetzten Maßnahmenbündel zu", rechtfertigte man sich im Umweltministerium gegenüber dem "Falter". Den Klimaschutz an diesem Vergleich zu messen sei "weder seriös noch aussagekräftig".

Hinter Griechenland und Zypern

Jedenfalls befindet sich Österreich mit den 15 gesetzten Klimaschutzmaßnahmen anzahlmäßig in Gesellschaft von Griechenland (18) und Zypern (19). Frankreich (118) befindet sich dagegen knapp hinter dem Spitzenreiter Belgien, während Deutschland mit 71 gemeldeten Klimaschutzmaßnahmen an neunter Stelle im Vergleich der EU-Länder liegt.

Auch bei Emissionen steht Österreich schlecht da

Auch hinsichtlich der seit 1990 in die Atmosphäre beförderten klimaschädlichen Gase steht Österreich im EU-Ländervergleich schlecht da. Das belegen laut "Falter" Daten vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Karl-Franzens-Universität Graz, die um zufällige Ereignisse wie milde Winter bereinigt wurden: Alle bis auf fünf EU-Länder hatten zuletzt weniger klimaschädliche Gase als noch vor 30 Jahren zu verantworten. Im EU-Schnitt sanken sie um 23 Prozent. In Österreich stiegen sie dagegen um zwei Prozent. Nur Malta, Kroatien, Spanien und Zypern schneiden demnach noch umweltschädlicher ab.

Jürgen Schneider, Sektionschef der Klimasektion im Umweltministerium, hielt fest, dass die in Österreich ausgestoßenen klimaschädlichen Gase ohne Klimapolitik noch höher lägen und das, obwohl sie in den letzten knapp 30 Jahren stagnierten. Schließlich sei die Wirtschaft seit damals gewachsen und außerdem gäbe es mehr Österreicher, die besser wohnen, öfters reisen und mehr konsumieren würden.

Schönfärberei, Irreführung, Ignoranz und Kompetenzdefizite

Der Klimaforscher Gottfried Kirchengast, Mitglied im Nationalen Klimaschutzkomitee (NKK), hat für Österreichs Klimapolitik weniger freundliche Worte über. "Bisher dominierten Schönfärberei, Irreführung, Ignoranz und Kompetenzdefizite."

 

Kommentare (8)

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47er
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Die Türkisen haben sich den Konzernen ausgeliefert

und können nicht ihren Aufschwung bremsen, deshalb müssen wir mit diesem Ergebnis leben. Besser, einige Auserwählte bekommen genug, als es haben alle zuwenig.

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zlatorog
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Österreichs Devise ist offenbar:

Machma uns jetzt noch ein paar schöne Jahre! Die Rechnung können ja dann später unsere Enkel begleichen...

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ichbindermeinung
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sich vor der Haustüre selbst an der Nase nehmen

1. generell bitte vorab um Volksabst. sofern irgendwelche Klima/CO2/Ozon/saurer Regen/Plastiksteuern als Eigenmittelfinanzierung verhängt werden sollen; Bürger als Eigentümer u. Zahler sollen direkt selbst entscheiden, ob sie aus dem Pariser Klimaabk. aussteigen wollen od. nicht - der Beitritt wurde nicht direkt selbst genehmigt.
2. Ö hatte 1980 ca. 7,5 Mio. EW; jetzt um die 8,8-8,9 - also ca. 20 % mehr, demzufolge auch der österr. Schwellenwert um 20% höherzustufen ist...
3. Warum wurde eigentl. das klimaschädl. Palmöl in der EU bzw nur in Ö nicht verboten...Bauern können heimische Öle/Butter liefern u. das Geld bleibt im Land
4. klimaschädl. Kriegswaffenmänover in der ganzen EU verbieten u. 10% der Kriegswaffen u. Militärausg. der einzelnen EU-Länder zweckgebunden für den Umweltschutz verwenden, dann braucht man auch keine Steuern neu erfinden
5. EU u. ihre ca. 50.000 Mitarbeiter an der Zahl sollten als tägl. treibende Kraft beim Klimaschutz auf alle innereurop. Dienstr. mit dem klimaschädl. Flugzeug verzichten u. anstatt mit der klimafr. Bahn fahren um den Unionsbürgern den Klimaschutz vorzuleben

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Hildegard11
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Umwelt

Die Ankündigungsprofis von Türkis haben ganze Arbeit geleistet, gell Frau Köstinger. Diesel begünstigt, Kerosin begünstigt, ÖBB benachteiligt (lt. GenDir. Mathä)....

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100Hallo
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CO2

Da Österreich an 2ter Stelle an Steuerabgaben in der EU steht ohne die NOVA berücksichtigt kann es nicht sein daß wir an letzter Stelle stehen.

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Mein Graz
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@100Hallo

Bitte kannst du mir erklären, was die Steuerabgaben mit den gemeldeten Maßnahmen zum Klimaschutz zu tun haben?

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100Hallo
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CO2

Wird nicht immer eine CO2 Steuer gefordert. Da wir Autofahrer die
2.höchste Steuer bezahlen sollen wir auch noch mehr Steuern bezahlen

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Mein Graz
1
1
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@100Hallo

Ich warte auf den Tag, an dem ich nur Wortmeldungen lese, die in ursächlichem Zusammenhang zum Artikel stehen.
Ich warte sicher vergebens.

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