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Lutz, Kika/Leiner, IkeaDie ständige Rabattschlacht reibt den Möbelhandel auf

Das Beratungsunternehmen RegioData analysierte den Möbelhandel in Österreich und förderte einige überraschende Fakten ans Tageslicht. Wie zum Beispiel: Nirgendwo in Europa ist der Möbelhandel so dicht wie hierzulande.

Lutz ist Marktführer in Österreich
Lutz ist Marktführer in Österreich © KLZ/Jürgen Fuchs
 

Der schwedische Möbelriese Ikea macht in Österreich dreimal so hohe Umsätze pro Quadratmeter wie der Branchendurchschnitt. Die Nummer drei am heimischen Möbelmarkt kommt trotz lediglich 132.000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf 16,1 Prozent Marktanteil, geht aus einer am Freitag veröffentlichten Analyse der Beraterfirma RegioData hervor.

Nummer eins in Österreich ist die oberösterreichische Möbelkette XXXLutz, die samt ihrer Billigmarken Möbelix und Mömax auf einen Marktanteil von 30,6 Prozent kommt, auf Platz zwei folgt Kika/Leiner mit 24,1 Prozent - beide mit insgesamt über 1,5 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche. RegioData erklärt die geringeren Erlöse pro Quadratmeter mit den vielen Rabattschlachten, an denen sich vor allem die beiden Marktführer beteiligten.

Als Konsument erhalte man den Eindruck, dass es nur mehr "Jubiläums"-, "Räumungs"-, "Sortimentswechsel"- oder sonstige -tage gibt und fast alles angeblich immer um 20, 50 oder 70 Prozent billiger ist, schreiben die RegioData-Analysten in ihrem Bericht. Der hohe Anteil an Möbelwerbung sei ein klares Zeichen für einen Überbesatz im stationären Handel: Österreich habe mit etwa 0,3 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Einwohner die höchste Dichte in Europa.

Drei Anbieter teilen sich zwei Drittel des Marktes

Laut RegioData teilen sich die drei größten Möbelhändler knapp zwei Drittel des Marktes. Während Ikea und XXXLutz zuletzt Marktanteile dazugewannen, habe es bei Kika/Leiner Rückgänge gegeben. Am stärksten wachsen der Studie zufolge allerdings sogenannte Verbundgruppen. Zu solchen zusammengeschlossenen, selbstständigen Möbelhändlern zählen beispielsweise Garant Möbel, MHK Group, VME Union und Europa Möbel. Sie kommen insgesamt auf einen beachtlichen Marktanteil von 24 Prozent, so RegioData.

Der Onlineanteil liegt demnach aktuell bei 13 Prozent, dürfte aber weiter steigen. Die aktivsten Internet-Player im Möbelhandel sind neben Ikea Amazon und der Universal-Versand. 2018 ist der Gesamtmarkt - also stationär und online zusammen - nur um 1,6 Prozent gewachsen. Für heuer prognostiziert RegioData ein Plus von 1,9 Prozent. Im Schnitt gibt jeder Österreicher 758 Euro für Möbel und Einrichtungsgegenstände aus.

Kommentare (3)

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CuiBono
1
6
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WOHER

kommt denn der ganze billigsdorfer Krempel?
Der fabrikatorische Ursprung kann bei solchen Preisen und Qualitäten doch nur in China, Bangladesh und noch ein paar anderen asiatischen Staaten liegen.

Hat irgendeiner der Käufer schon mal über den ökologischen Fussabdruck nachgedacht?

Und wie ist es rechtlich ÜBERHAUPT möglich, dass eine Branche rund ums Jahr Ausverkauf mit Sonderaktionen sonder gleichen fährt, die jedem (mit-)denkenden potentiellen Käufer die Tränen in die Augen treiben?
Ist hier die absolut letztklassige Verarxxxung der Konsumenten bereits legistisch abgesichert?

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Geerdeter Steirer
2
9
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Es ist in diesem Handelsgeschäft nahezu überall das gleiche,

im Endeffekt wird der oder der andere auf der Strecke der Rabattschlacht elendlich verhungern und die Arbeitskräfte werden freigesetzt, das sind digitale Sklaventreiber und der dämliche Kunde ergötzt sich dabei wenn er etwas super günstig erworben hat ohne über die Hintergründe mal nachzudenken !

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gerbur
1
10
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Die Schlacht wird nicht nur

über den Preis geführt, sondern auch über die Qualität. Erbärmlichste Einmalmöbel reiben auch die Kunden auf! So manches Produkt sollte man nach dem Kauf gar nicht auspacken, sondern gleich in ein Altstoffzentrum zur thermischen Verwertung bringen.

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