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KommentarPrimus-Newsletter: Was zu halten ist von Wasserstoff-Vision

Der kostenlose Primus Newsletter der Kleinen Zeitung, jeden Freitag neu, hier zum aktuellen Thema der Wasserstoff-Initiative von Sebastian Schuschnig zum Nachlesen und bestellen.

Das Grazer Unternehmer HyCentA forscht zu Wasserstoff-Antrieb
© Juergen Fuchs
 

In der Vorwoche ließ der neue Wirtschafts- und Tourismusreferent Sebastian Schuschnig mit einer visionären Ansage aufhorchen: Kärnten könnte seinen öffentlichen Verkehr klimafreundlich auf Wasserstofffahrzeuge umstellen, ein Pilotprojekt wolle er jedenfalls bald realisieren.  Damit  tippt der ÖVP-Landesrat mit kühnem Gespür das viel größere Thema an, ob sich am Ende statt Benzin und Diesel nicht die E-Batterie, sondern Wasserstoff  mit Brennstoffzellenantrieb durchsetzen wird.  Was ist davon zu halten?

Fakt ist: Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, muss der Straßenverkehr bis 2050 weitgehend klimaneutral werden. Dazu wurde erst jüngst auf dem Internationalen Wiener Motorensymposium eine Studie zur "Defossilisierung des Transportsektors" vorgestellt, die für völlige Umstellung auf E-Batterieautos oder Wasserstofffahrzeuge allein für Deutschland von Gesamtinvestitionskosten von 300 Milliarden bis zu mehr als 1700 Milliarden Euro ausgeht.

Während der ökologische Fußabdruck von E-Batterien zweifelhaft ist, erscheint die puffernde Speicherung von  Energiespitzen bei Solar- und Windanlagen in Wasserstoff sinnvoll, ebenso die Wasserstoffgewinnung aus Elektrolyse bei Industrieprozessen. In Österreich hält Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber eine Zusammenarbeit mit Bayern im Bereich der Wasserstoff-Technologie für sinnvoll: "Das wäre eine Chance nicht nur für Österreich, sondern für ganz Europa, dass wir hier die Technologieführerschaft kriegen, weil bei den Batterien haben wir sie schon fast verloren."

"Generation H"

Führend bei Wasserstoffautos sind die Japaner. Bei Toyota spricht man überhaupt von der "Generation H" als DER Zukunft. Der Toyota Mirai wird mit Brennstoffzellentechnologie in Serie gebaut. "Wir müssen jetzt mit der Brennstoffzelle anfangen, nicht irgendwann später", sagte Konzernsprecher Hisashi Nakai jüngst in der  "Welt am Sonntag", während deutsche Autobauer, allen voran VW, die  E-Batterieantriebe als Alternative forciert. Konzernchef  Herbert Diess will den Anteil der E-Autos bei Volkswagen bis 2030 auf rund 40 Prozent pushen. Hingegen forciert auch der südkoreanische Autobauer Hyundai Brennstoffzellen-Pkw und stellte mit dem ix35 den ersten in Serienreife vor.

Ein globales Systemringen der Konzerne also, am Ende wird es vielleicht überall ein Mix sein, wobei beim Wasserstoffauto das Prinzip mit Einfachheit überzeugt. Wasserstoff wird aus dem Tank in die Brennstoffzelle geleitet, wo er mit zugeführtem Sauerstoff eine chemische Reaktion auslöst, die Elektrizität erzeugt, die den Elektromotor antreibt. Nach außen entweicht Wasserdampf.

Schuschnig hat jedenfalls für die Verkehrsenquete im Kärntner Landtag den Grazer Wasserstoff-Experten Alexander Trattner (HyCentA Research GmbH) aufgeboten und denkt an Industriepartnerschaften für Versuchsprojekte in Kärnten. Die Überlegungen verdienen eine breite Diskussion, was meinen Sie?


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Adolf Winkler

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