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Internationaler Währungsfonds Griechenland will Kredite zurückzahlen, Deutschland lehnt Plan ab

Griechenland überlegt, IWF-Kredite vorzeitig zurückzuzahlen - und erntet dafür kritische Reaktionen.

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Griechen-Premier Alexis Tsipras
Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Griechen-Premier Alexis Tsipras © APA
 

Griechenland will einem Medienbericht zufolge die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gewährten Hilfskredite vorzeitig zurückzahlen. Das deutsche Finanzministerium lehne den Plan allerdings ab, berichtete das "Handelsblatt" am Freitag.

Eine vorzeitige Rückzahlung an den IWF "sehen wir weiterhin kritisch", weil sie "als IWF-Rückzug" gewertet werden könnte, zitierte die Zeitung aus einem internen Vermerk des Ministeriums. Einen solchen Eindruck will die Bundesregierung vermeiden.

Berlin war die Teilnahme des IWF an der Griechenland-Rettung immer wichtig, auch wenn sich der Währungsfonds zuletzt nur noch mit seiner Expertise und nicht mehr mit Geld beteiligte. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras will den ungeliebten IWF hingegen mit der vorzeitigen Tilgung der Kredite loswerden und so im Wahlkampf punkten, wie es weiter hieß.

Im Athener Finanzministerium gebe es seit geraumer Zeit Überlegungen, einen Teil der ausstehenden Kredite früher zurückzuzahlen. Dabei geht es laut IWF um Kreditraten von insgesamt 5,66 Milliarden Euro, die besonders hohe Zinsen haben, nämlich bis zu 5,13 Prozent. Mit einer vorzeitigen Tilgung der teuren IWF-Kredite würde Griechenland also beim Schuldendienst entlastet. Ähnliches hatten auch Irland und Portugal gemacht.

Der Euro-Rettungsfonds ESM hätte als größter Gläubiger bei einer vorzeitigen Tilgung von IWF-Krediten dem Bericht zufolge allerdings einen Anspruch darauf, ebenfalls einen entsprechenden Teil seines Geldes früher zurückzubekommen. Der ESM könnte darauf aber verzichten. Bisher liege kein Antrag aus Griechenland vor, sagte dazu ein Sprecher des ESM dem "Handelsblatt". Falls ein Antrag eingehe, werde die Lage analysiert.

Das letzte Wort haben die Mitgliedstaaten

"Sollte es insgesamt unseren Gläubigerinteressen dienen, würde die ESM-Geschäftsführung empfehlen, Griechenland eine vorzeitige Rückzahlung von IWF-Kredittranchen zu ermöglichen", sagte der Sprecher. Er betonte aber, das letzte Wort hätten die Mitgliedstaaten. Diese entschieden im ESM-Direktorium darüber. In einigen Ländern, darunter auch Deutschland, würden zudem auch die Parlamente an der Entscheidung beteiligt.

Die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Griechenland in den vergangenen Jahren mit Krediten von insgesamt fast 257 Milliarden Euro mehrfach vor dem Staatsbankrott gerettet. Im August endete das dritte Kreditprogramm für das hoch verschuldete Land, das nun wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen soll.

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Danke für Ihr Verständnis.

ichbindermeinung
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1,56 Mrd. Kredit von Ö an GRE

vielleicht könnten die Griechen jetzt die 1,56 Milliarden an die Österreicher zurückzahlen, die die Österreicher selbst als Kredit für die Griechen aufnehmen mussten

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CuiBono
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Unersättlich?

Meint Merkel ihre - wahrscheinlich wie fast immer "geflöteten" - Bedenken gegen eine vorzeitige Schuldentilgung wirklich ernst?

Haben die Deutschen Griechenland noch nicht genug ausgesaugt?
Wollen sie die GR weiterhin in quasi Leibeigenschaft halten, nachdem man ihnen wertvolle Infrastruktur (Flug- und Seehäfen,...) zu erzwungenen Konditionen "privatisiert-privilegiert" abgenommen hat?

Oder ist es ein Politikum, alldieweil die GR die Merkel'sche Hofierung des Neo-Osmanenpaschas aus Ankara nicht wirklich goutieren?

Es wird Zeit, dass die Lady in Pension geht.

Und den GR alles Gute!

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Nixalsverdruss
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1
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Ihre Aussagen sind wenig durchdacht!

Wenn ein Land mehr als 300 Mrd. Schulden hat sollte es sparen - es geht nicht um "aussaugen", sondern um restriktive Umsetzung von Spielregeln.
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum in Griechenland nur 10 % der Unternehmen Steuern zahlen?
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum man bis vor wenigen Jahren kaum einen Beleg für seine Konsumation oder seinen Einkauf bekommen hat?
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum der Hafen Piräus im Eigentum des Chinesischen Staates steht?
Das Duo Merkel/Schäuble mag oberflächlich betrachtet Verhinderer dastehen - genauer betrachtet hat die Rolle Deutschlands in der EU zu dieser Sanierung - die noch immer im Laufen ist - geführt. Andernfalls wäre den europäischen Staaten ein Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe entstanden - und dem Griechischen Volk noch größere Not!
Ein Land, dass mit der Ehrlichkeit einen eigenen Umgang hat muss für gewisse Zeit unter Beobachtung des IWF stehen.
Wenn Geld vorhanden ist, dann sollte der Griechische Staat einen Teil davon wieder den Pensionisten und sozial Schwachen zukommen lassen, um die Kaufkraft zu erhöhen.
Um die Wirtschaftstreibenden mache ich mir keine Sorgen - diese holen sich noch immer einen Teil des Einkommens "steuerfrei".
Griechenland kann man durchaus als stabiles Land betrachten - mit einer Kaufkraft, die höher als in Rumänien und Bulgarien ist...

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