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IHS-Chef KocherBrexit kostet Österreich bis zu 300 Millionen Euro

IHS-Chef Martin Kocher rechnet nicht mit einem harten Brexit und Mehrkosten für Österreich an die EU in der Höhe von bis zu 300 Millionen Euro.

Martin Kocher
Martin Kocher © APA/Hans Punz
 

IHS-Chef Martin Kocher rechnet nicht mit einem ungeregelten EU-Ausstieg der Briten Ende März. Die Chancen für einen Hard Brexit seien "sehr gering", weil es "das schlechteste Szenario für alle" sei, sagte der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS) am Sonntag in der ORF-"Pressestunde".

Ein harter Brexit würde nach Schätzungen des IHS-Chefs die österreichische BIP-Wachstumsrate um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte sinken lassen. Problematisch seien die langfristigen Folgen, etwa weil das Wachstum in Großbritannien "viel schwächer" sein werde.

Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union wird beim EU-Budget zu einem Finanzloch führen, weil ein wichtiger Nettozahler fehlt. Kocher rechnet damit, dass man einen Teil der fehlenden Einnahmen durch Einsparungen auffangen könne. Der Rest müsse von den Nettozahlern übernommen werden, so der IHS-Chef. Österreich werde wohl 200 bis 300 Millionen Euro mehr zum EU-Budget beitragen müssen. "Man wird sich nicht ganz davonstehlen können."

1,5 Prozent Wachstum 2020

Für das Jahr 2020 prognostiziert der IHS-Chef ein Wirtschaftswachstum in Österreich von 1,5 Prozent. "Man muss vorsichtig sein, da kann noch viel passieren." Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien würden langsamer wachsen, so der IHS-Chef. "Die Binnenkonjunktur in Österreich ist gut." Politische Faktoren wie der Brexit, Handelskonflikte und "ein etwas schwächeres Wachstum in China" bremsen laut Kocher die Weltwirtschaft.

Wie Österreich Fachkräfte anwerben könnte

Wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf ortet der Ökonom beim Thema Fachkräfte. Der aktuelle Fachkräftemangel sei konjunkturell bedingt gewesen und werde sich nun bei niedrigerem Wachstum etwas entschärfen. Durch die demografische Entwicklung werde der Fachkräftemangel in Österreich in den nächsten Jahren aber "chronisch" werden, warnte Kocher. Er verwies auf das kanadische Punktesystem als Möglichkeit, um qualifizierte Zuwanderer ins Land zu holen. Österreich müsse Fachkräfte von außerhalb der EU ins Land holen, betonte der IHS-Chef. Bei der Integration von anerkannten Flüchtlingen sei man hierzulande bei der Qualifizierung am "richtigen Weg", bei der Anerkennung von Qualifikationen müsse man schneller agieren.

NoVA "nicht optimal"

Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Kraftfahrzeuge in Österreich bezeichnete Kocher als "keine optimale Steuer", weil diese den Besitz und nicht den Gebrauch besteuere. Besser sei eine höhere Mineralölsteuer oder Wegeabgabe. Die von der ÖVP-FPÖ-Regierung im vergangenen Jahr beschlossene Arbeitszeitflexibilisierung bewertete der IHS-Chef als positiv. "Wirtschaftlich hat es Österreich was gebracht." Durch höhere Lohnabschlüsse habe sich das "ganz gut ausgeglichen".

Kommentare (3)

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walterkaernten
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EU ohne BRITEN

Wenn GB austritt, dann MUSS auch die verwaltung, politik etc in BRÜSSEL verkleinert werden.
Dann müssen auch OFT SINNLOSE förderungen wegfallen und alle zahlen weniger.

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Estarte
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"REDUZIERUNG" VON: 400 AUF 500 MILLIONEN EURO !!!???

2017 :
Unter der Annahme, dass die EU-Ausgaben gleich bleiben und Nettozahler für den gesamten britischen EU-Beitrag aufkommen, müsste Österreich jährlich bis zu 400 Millionen Euro mehr an die EU zahlen. Diese Summe nannte das Büro von Finanzminister Hans Jörg Schelling...
Dezidiert weist man im Kabinett von Schelling aber darauf hin, dass die Bundesregierung sich "dafür einsetzen wird, dass nach dem Brexit die EU-Ausgaben im Ausmaß des wegfallenden Nettobeitrages der Briten REDUZIERT werden. Dadurch würde kein Mitgliedsstaat höhere Beiträge leisten müssen". Für Österreich bedeutet das aber auch, dass die Kürzung des EU-Haushaltes auch eine Kürzung der Rückflüsse nach sich ziehen würde. Das heißt, die EU-Förderungen, etwa für Bauern, würden sich verringern. Österreich speist in diesem Jahr den EU-Haushalt mit 2,4 Milliarden Euro, rund 1,7 Milliarden kommen an Rückflüssen zurück. Für den Fall, dass die EU-Ausgaben nach dem Brexit gleich bleiben, müsste der Nettobeitrag des Vereinigten Königreiches von den anderen Mitgliedsstaaten bzw. Nettozahlern kompensiert werden. Diese Strategie ist nicht sehr wahrscheinlich.
Wirklich heiß wird die Debatte über die Brexit-Kosten unter Österreichs EU-Vorsitz in der zweiten Hälfte 2018. Dann stehen die finalen Austrittsverhandlungen an – und damit die Kostenfrage.
2019:
"Österreich müsste rund 500 Millionen Euro ZUSÄTZLICH in den Haushalt schießen....Die Regierung lehnt Mehrzahlungen ab.":):):)
Kocher rechnet mit 300 Millionen Euro....???

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Miraculix11
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Die Höhe hängt von den Zahlungen der Briten ab

Es ist unwahrscheinlich dass sie in 2 Monaten gar nichts mehr zahlen.

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