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US-Zölle auf Autos Tausende Jobs in Österreich gefährdet

Die drohenden US-Zölle auf Autos aus der EU würden auch Österreich treffen. Denn hier gibt es eine starke Zulieferindustrie.

Der  5er BMW wird in Graz gefertigt
Der 5er BMW wird in Graz gefertigt © Juergen Fuchs
 

US-Präsident Donald Trump hat der EU 25 Prozent Zoll auf Autoimporte angedroht. Noch ist zwar unklar, ob diese Strafzölle jemals kommen, Wifo-Experte Gerhard Streicher hat aber bereits mögliche Auswirkungen einer solchen Maßnahme berechnet. Demnach wären in Österreich etwa 3.000 Jobs betroffen - sie müssen aber nicht unbedingt wegfallen.

Vor allem die Automobil-Zulieferindustrie ist in Österreich sehr stark. Außerdem werden bei Magna in Graz auf Auftrag auch Autos gebaut, derzeit von Mercedes, BMW und Jaguar. Zölle auf in die USA verschiffte Autos würden die heimische Industrie daher stark treffen. Ob im Fall des Falles wirklich Arbeitsplätze verloren gehen, hängt davon ab, ob die Autofirmen andere Absatzmärkte finden können, sagte Streicher im Gespräch mit der APA.

Gegenmaßnahmen

Die großen Firmen könnten auch durch Preisreduktionen Marktanteile halten. Nur wenn es keine Gegenmaßnahmen geben sollte, würden die 3.000 Jobs in Österreich verloren gehen. Abgesehen davon ist in Österreich mit einem Preisauftrieb um 0,05 Prozent und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung (BIP) um rund einen Zehntelprozentpunkt zu rechnen.

In Deutschland wäre der Zoll, der sich laut der Ankündigung Trumps von durchschnittlich 2,5 Prozent auf 25 Prozent verzehnfachen würde, an 69.000 Arbeitsplätzen spürbar. Das Preisniveau würde um fast 0,1 Prozent steigen, das Bruttoinlandsprodukt um 0,17 Prozent sinken. In den 28 EU-Ländern zusammen sieht Streicher 198.000 Jobs wackeln, die Inflation um 0,08 Prozent steigen und das BIP um 0,09 Prozent fallen.

Viel härter wären aber die USA von den Zöllen getroffen, ergibt die Modellrechnung. 36.000 Arbeitsplätze würden leiden, die Preise würden aber um 0,84 Prozent steigen und die Wirtschaftsleistung um fast ein Prozent (0,91 Prozent) sinken. In Folge würde die Inflation weltweit anziehen, denn praktisch überall sind auch US-Produkte enthalten.

"Der Preisanstieg hat mich massiv gewundert. 0,8 Prozent ist nicht nichts", sagt Streicher. Durch den Zoll würden die USA weniger kompetitiv. Zwar dürften in der Autoindustrie zusätzliche Jobs entstehen, aber in anderen Sektoren gingen noch mehr verloren.

Langfristige Effekte

Alle diese Effekte dürften "relativ kurzfristig" eintreten, also innerhalb von Monaten. Langfristige Effekte könnten noch höher sein, diese lassen sich aber nicht seriös vorhersagen. Denn da hänge alles von den Maßnahmen ab, die die Politik ergreift. Jedenfalls aber sei klar: Sollte eine Spirale mit gegenseitigen Zollerhöhungen in Gang kommen, dann würden alle noch deutlich mehr verlieren. Es könnte sogar zu anti-amerikanischen Gefühlen kommen - das seien aber Auswirkungen, die nicht in den Wirtschaftsmodellen abgebildet sind.

Streicher geht eher schon davon aus, dass Zölle auf Autoimporte kommen werden, wenn auch vielleicht nicht gleich mit 25 Prozent. Sollten sie nur halb so hoch ausfallen, dann wäre der Effekt auch grob halb so groß.

 

Kommentare (1)

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Sepp57
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6
Lesenswert?

Na ja, das ist wieder einmal

eine Super-Analyse. "Die Jobs sind betroffen, müssen aber nicht wegfallen". Wovon ist was nicht irgendwie betroffen? Und was sind 3000 Jobs? Das ist die dritte Nachkommastelle in der Beschäftigten-Statistik.
Man tut sowieso besser dran, sich von der Abhängigkeit vom Auto zu verabschieden und sich eher der neuen Technologie zuzuwenden. Auto ist alte Industrie und da gibt es keinen einzigen neuen Job mehr! Und die alten werden immer billiger und in der Produktion sind eh nur mehr Roboter.
Die neuen, zunehmenden - und vor allem gut bezahlten Jobs - sind heute woanders, bei Google, SAP, Microsoft & Co. . . .

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