Postenbesetzungen Rolf Holub wird Aufsichtsrat bei der Kelag

Neue Regierung, neue Aufsichtsräte. Dem grünen Ex-Energielandesrat winkt Doppelmandat bei der Kelag. Monika Kircher und Gilbert Isep sind weiterhin fix gesetzt.

Als ehemaliger Energiereferent soll Rolf Holub Aufsichtsrat bei der Kelag werden
Als ehemaliger Energiereferent soll Rolf Holub Aufsichtsrat bei der Kelag werden © Kulmer
 

Nach dem großen Sesselrücken im Kärntner Landtag und in der Landesregierung folgt ein solches auch in zahlreichen Aufsichtsräten und Beiräten des Landes. Bei vielen dieser Gremien sind die Mandate nach Stärke der Parteien zu vergeben. Nachdem die Grünen aus dem Landtag geflogen sind, verlieren sie reihenweise Aufsichtsposten. Dennoch setzt bei den Neubesetzungen Landeshauptmann Peter Kaiser ausgerechnet mit einem Grünen den größten Paukenschlag: "Ich halte es für sinnvoll, dass Rolf Holub als ehemaliger Energiereferent Aufsichtsrat bei der Kelag wird."

Vollzogen wird die Besetzung schon demnächst zur 75. Hauptversammlung der Kelag, die am 18. Mai stattfindet.
Bereits zum Jahreswechsel war Bruno Rossmann aus dem Kelag-Aufsichtsrat ausgeschieden, weil der einstige Budgetsprecher der Grünen im Parlament inzwischen zur Liste Pilz übergewechselt ist. Für Kaiser ist die Nominierung Holubs "inhaltlich naheliegend. Holub hat als Energiereferent den Energiemasterplan für Kärnten erarbeitet. Als Aufsichtsrat bei der Kelag bleibt sein Wissen dem Land erhalten".

Die Kelag-Vorstände Manfred Freitag und Armin Wiersma haben jüngst im Gespräch mit der Kleinen Zeitung den Energiemasterplan als grüne Leitlinie begrüßt. Ob Holub als Aufsichtsrat aber beim Wasserkraft-Ausbau mehr zulässt als Fischaufstiegshilfen? "Da ist viel mit den Bürgern im Vorfeld abzuklären", sagt Holub. "Kärntens ist mit 60 Prozent Anteil erneuerbarer Energie Weltmeister. Es ist eine spannende Aufgabe, die nicht mit Geld, sondern mit Verantwortung verbunden ist."

Eine fixe Bank als Aufsichtsräte des Landes bei der Kelag sind weiterhin Aufsichtsratschef Gilbert Isep und Ex-Infineon-Vorstand Monika Kircher als von der SPÖ nominiert. Dies dürfte auch für den von der ÖVP nominierten Anwalt Michael Brand gelten, wobei sich der neue ÖVP-Chef Landesrat Martin Gruber generell zu den Postenbesetzungen noch zurückhält: "Wir beraten das kommende Woche im Detail in unseren Parteigremien." Auch Kaiser verweist bei vielen weiteren Besetzungen "auf unsere SPÖ-Gremien nächste Woche".

Monika Kircher soll aber jedenfalls auch ihr Aufsichtsratsmandat in der Kärntner Energieholding KEH behalten, wo sie Vorsitzende ist und Kelag-Betriebsratschef Gerald Loidl ihr Stellvertreter. Auch Brand ist dort seit 2015 vertreten. Die KEH, die zu 51 Prozent dem Land und zu 49 Prozent der deutschen RWE/Innogy gehört, hält mit 51 Prozent die Aktienmehrheit an der Kelag. Bei der KEH-Hauptversammlung im November soll dann für durchgehenden Informationsfluss auch dort Rolf Holub ein Aufsichtsratsmandat erhalten und den grünen Öko-Fachreferenten Stefan Merkac ablösen.

Kontinuität an der Spitze

Bei allen anderen Landesfirmen ist für Kontinuität nur an der Spitze gesorgt: Gilbert Isep behält seine zentrale Rolle, er ist Aufsichtsratschef im Kärntner Ausgleichszahlungsfonds (K-AF), in der Kärntner Beteiligungsverwaltung und in der Babeg. Bei der Babeg haben als Aufsichtsräte des Landes Finanzabteilungschef Horst Felsner und WKK-Exportchef Meinrad Höfferer gute Karten auf Verlängerung, während Grün-Politiker Matthias Köchl nach dem Nationalrat auch hier den Sitz verliert.

In der Kärntner Beteiligungsverwaltung trifft der grüne Bannstrahl Reinhard Lebersorger, neben ihm sind bisher Franz Pacher, Rene Cerne, Wilfried Haselmayer und Oliver Stauber vertreten. Lebersorger sitzt neben Isep auch noch im K-AF, gemeinsam mit Michael Michor und Heimo Penker, wobei man beim Land froh sein dürfte, wenn man die Aufsichtsräte für die komplexe Heta-Abbaumaterie behalten kann.

Interessant wird die Besetzung des Kuratoriums des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds KWF. Dort steht jeder Landtagspartei sowie AK und WKK je ein Kurator zu. Das bedeutet, dass die grüne Kuratorin Michaela Schwarz ad legem ausscheidet. Kuratoriumsvorsitzender Werner Kruschitz, von der ÖVP nominiert, hat bekannt gegeben, dass er die Funktion weiter ausüben möchte und von der Amtsführung spricht alles dafür.

Im Tourismusbereich lassen sich Gruber und Wirtschaftsreferent Ulrich Zafoschnig noch nicht in die Karten schauen. Bei der von Reinhard Zechner geführten KLBG, die die Seilbahnbeteiligungen hält, muss und wird es Bewegung geben. Der Aufsichtsrat der Kärnten Werbung, den bisher Siegfried Moerisch führt, soll erst neu formiert werden, wenn die Regionen Landesanteile übernommen haben. Auf seinem von der SPÖ nominierten Landesmandat gilt Wörthersee-Reeder und Starnacht-Produzent Martin Ramusch weiter als fix.

Kommentare (10)

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hugo22
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Hochpreisland

Immerhin ist Kärnten beim Strom ein Hochpreisland auf Platz Nr. 2, 799,79 für 3.500 kWh / wird nur von der Energie AG mit 801,66 getoppt. Bei der VKW zahlt man 611,98 kWh. (Quelle: econtrol, Strompreismonitor)
Statt die Energiepreise zu senken sind sie während der grünen Regentschaft sogar gestiegen (Netzgebühren) still und heimlich...in den Medien war nicht viel zu lesen......bravo...
Dann wird noch die 380 kV in das schöne Rosental kommen (zahlen werden es die Netzkunden), der Aufsichtsrat wird brav nicken, bravo ... kritische Fragen werden keine kommen.

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lexbalexba
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Fit and proper!

Und so sauber, dass man sich drin spiegeln kann!
Meister Proper?

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rahuder
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Alleskönner

Super Leistung unserer neuen Regierung, über diese Freunderlwirtschaft kann man nur staunen. Selbstherrlich
ist eine ungute Tugend, die findet man Hauptsächlich in der Politik. In der Privatwirtschaft würde der Weg zum AMS führen...

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Hiasenbichler
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Görtschitztal

Im Görtschitztal wo Rolf seine Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat müsste sich doch auch noch ein Pöstchen finden....

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carinthianbiker
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Logische Besetzung

naja ... nach einschlägiger, langjähriger und erfolgreicher Erfahrung im Management der Privatwirtschaft ist ein AR-Posten für Rolf Holub die logische Folge ... Monika Kircher und Rolf Holub ist ja quasi eine Liga ..... echt einfach nur zum Lachen.... das dem Herren das nicht selbst peinlich ist verstehe ich nicht, einfach null Selbstreflektion, aber das zieht sich bei den Grünen ja wie ein roter Faden.

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xyz111
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holub

ein grund um den stromanbieter kelag zu kündigen.
der mann hat schon genug schaden angerichtet.

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amse84ik
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Da kommen Sie erst

jetzt drauf den Strom bei der Kelag zu kündigen ???Schon etwas von e-control und/oder VKI gehört ??

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hugo22
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Wechseln

...ja aber dazu braucht man keine Politiker...Frage ist, was dann noch Politiker tun?

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tschifudl1
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das Kaiser-Kabarett...

...geht in das Finale! Oder ist das erst der Anfang?

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wjs13
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Holub ist sicher eine Idealbesetzung

Keiner ist so kompetent in der Verhinderung der Stromproduktion.
Nach der roten Eva bei Novomatic ist dies schon der zweite, zumindest recht eigenartige, Fall von Versorgung grüner Expolitiker.

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