Interview Grazer Apple-Designer Julian Hönig: "Seid offen und habt keine Angst"

Julian Hönig (41) aus Graz ist seit sieben Jahren Designer bei Apple. Was er jungen Leuten sagt, die eine US-Karriere anstreben.

Apple-Designer Julian Hönig
Apple-Designer Julian Hönig © Frankl
 

Wie schafft man es als Grazer, Designer bei Apple zu werden?
JULIAN HÖNIG: Apple war immer die interessanteste, spannendste Firma für mich. Aber ich war davor schon acht Jahre bei Audi und Lamborghini.

Aber wie wird man von Apple überhaupt rekrutiert?
Es hat sich so ergeben. Ich habe den damaligen Chefdesigner Jonathan Ive angeschrieben und mich bei ihm vorgestellt. Dann kam es zum Kennenlernen und im Zuge dessen zum Jobangebot.

Die erste Station war die FH Joanneum. Was haben Sie dort gelernt?
Ich bin super dankbar für diese Ausbildung, dafür, dass ich in Graz Kreativdesign studieren konnte. Ein Praktikum und die Diplomarbeit führten mich zu Audi. Auf der FH habe ich die technischen Sachen gelernt, das Zeichnen und das Umsetzen von Ideen und wie man überhaupt zu Ideen kommt. Die Frage war: „Was ist die große Idee?“, und wie mache ich ein Konzept daraus? Beim Studium am Art College in Pasadena war die Umsetzung wichtig.

Was ist die Apple-Philosophie?
Es ist die Kombination aus Einfachheit, Perfektion und der großen Idee. Es darf aber nicht in Naivität abgleiten. Es ist eine sehr feine Linie zwischen Naivität und Genialität.

Sie dürfen keine Betriebsgeheimnisse ausplaudern, aber ist die Frage gestattet, woran sie bei Apple gerade arbeiten?
Ich glaube, ich muss jetzt gehen. . .

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus? Gewöhnlich von neun bis fünf?
Ja, in der Zeit arbeite ich, aber wie bei den meisten Künstlern und Designern kommen die Ideen meist außerhalb dieser Zeit.

Sie designen auch Surfbretter?
Ja, auch das hat sich ergeben. Ich habe selbst immer sehr viele 3D-Modelle gemacht, und da ich sehr gerne surfe, dachte ich, das kann ich auch selbst machen. Seit vier Jahren mache ich das mit einem Freund, Brian, die Marke heißt Awesome und wir setzen auf Mundpropaganda.

Was würden Sie Österreichern sagen, die zum Arbeiten in die USA, speziell ins Silicon Valley, kommen wollen?
Seid mutig und offen. Habt keine Angst. Auf die Leute zuzugehen, ist wichtig, etwas Schlimmeres als ein Nein kann nicht passieren. Das Team bei Apple ist familiär, aber die Leistung muss stimmen. Im Business gibt es immer zwei Seiten.

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