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Urlaubsresorts Hapimag-Aktionäre kritisieren zu günstige Immobilien-Verkäufe in Kärnten

Die ehemaligen Hapimag-Resorts in Bad Kleinkirchheim und auf der Gerlitzen haben aus Sicht der Aktionäre zu wenig Geld gebracht. Kritik kommt auch, weil eines der beiden Häuser auf der Gerlitzen gleich mit sattem Gewinn weiterverkauft wurde.

Das Almresort Gerlitzen wird von der AKG GmbH als Sport- und Familienhotel betrieben © Almresort
 

Die Aktionäre der Schweizer Hapimag AG sind sauer. Der Ferientraum hat in den vergangenen Jahren Risse bekommen. Kritik kommt seitens der Aktionäre an den ständig steigenden Kosten der Ferienanlagen, und Frank Dorner, der Obmann des unabhängigen Vereins der Hapimag-Aktionäre, spricht auch von wachsenden Verlusten in den vergangenen Jahren. Ein Ausstieg aus dem Aktionärsvertrag ist mehr als schwierig. Was den Aktionären ebenfalls sauer aufstößt, sind, so Dorner, die „verlustreichen Immobilienverkäufe“. Und zwei konkrete Beispiele, die auf der Homepage des Vereins unter dem Titel „Anlagenverkauf-Desaster“ mit allen Zahlen und Fakten konkret aufgelistet sind, befinden sich in Kärnten.

 

Die Immobilie war ein Schnäppchen. 

Frank Dorner

Der Alpenlandhof in Bad Kleinkirchheim wurde erst Ende 2016 verkauft. Um nur 1,6 Millionen Euro, kritisiert Dorner, „ein Schnäppchen“. Das sieht die neue Eigentümerin, die namentlich nicht genannt werden will, anders. Die 35 Appartements seien im Drei-Sterne-Segment angesiedelt. „Um ins Vier-Sterne-Segment zu kommen müssten noch einmal bis zu 400.000 Euro investiert werden“, sagt sie. Und Hapimag habe jahrelang erfolglos versucht, die Anlage zu verkaufen. Sie habe immerhin zweieinhalb Mal mehr bezahlt, als die Anlage Umsatz bringe.

"Jahrelang vergeblich Käufer gesucht"

Das Hapimag Resort auf der Gerlitzen wurde, nachdem jahrelang vergeblich ein Käufer gesucht worden war, im Oktober 2015 verkauft – an die AKG GmbH mit Sitz in Klagenfurt. Die Begründung wie auch beim Alpenlandhof in Bad Kleinkirchheim: Es hätte zu viel investiert werden müssen, um den gewünschten Standard für die Feriengäste aufrechtzuerhalten. Der Gesamtverkaufspreis: 5.060.000 Euro.

Dass hier „mehr zu holen gewesen wäre“, leitet Dorner auch daraus ab, dass die AKG GmbH als Käufer wohl innerhalb weniger Tage einen „kräftigen Gewinn gemacht hat“. Die Anlage besteht nämlich aus zwei Häusern. Und laut den Hapimag-Aktionären wurden von der AKG für Haus Nummer zwei rund 2,3 Millionen Euro gezahlt. Und eben dieses Haus sei - nach einer Zwischenfinanzierung „vermutlich über einen Bankkredit“, so Dorner, um 4,3 Millionen Euro an die Infinity Beteiligungs GmbH, eine Immobiliengesellschaft aus dem Lavanttal weiterverkauft worden, welche die Appartements jetzt als Eigentumswohnungen verkaufe. Was der Eigentümer auch bestätigt. Hörbar überrascht war er nur über den Preis, um den Hapimag ursprünglich an die AKG verkauft hat. Eine Differenz von immerhin zwei Millionen Euro.

Der zweite Teil des Almresorts, das Haus Nummer eins, ist nach wie vor im Eigentum der AKG GmbH, und wird als Sporthotel weitergeführt. Der Geschäftsführer der Klagenfurter AKG GmbH, Marcus Roth erklärt, dass rund 1,5 Millionen Euro in die Hotelausstattung investiert wurden. Lobby und Wellnessbereich wurden erneuert und die Zimmer renoviert. Die Zahlen des Hotels würden, so Roth, auch nicht dafür sprechen, dass das Hotel von Hapimag zu günstig verkauft wurde.

Sonnleitn Resort gehört noch Hapimag

Bei Hapimag selber war nach einer schriftlichen Anfrage niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Ein Urlaubsresort besitzt die Gesellschaft in Kärnten noch: das Sonnleitn Almresort auf dem Nassfeld. Österreichweit sind nach dem Verkauf der beiden Kärntner Resorts noch sieben im Eigentum von Hapimag.

Die Hapimag AG

Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist ein Anbieter von Ferienwohnrechten.

Die Mitglieder finanzieren gemeinsam die Ferienanlagen und die zugehörige Infrastruktur.

In Österreich sind es rund 9000 Aktionäre, die im Schnitt 2,2 Aktien besitzen. Der Großteil der rund 120.000 Mitglieder kommt aus Deutschland.

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SafronSid
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Lesenswert?

schlime tendenz...

zweitwohnsitz gehören in Kärnten so richtig hoch besteuert- eine fürchterliche tendenz...

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