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KarrieresprungBurgenland holt Kärntner Touristiker

Hannes Anton wird Geschäftsführer des Burgenland-Tourismus. Der Kärntner Ex-Politiker lebt und arbeitet seit zwei Jahren in Podersdorf am Neusiedler See.

Hannes Anton, er stammt aus Feistritz/Drau, tauscht bald Podersdorf gegen Eisenstadt
Hannes Anton, er stammt aus Feistritz/Drau, tauscht bald Podersdorf gegen Eisenstadt © KK/Privat
 

Wenn Touristiker im Zusammenhang mit ihrer Destination von „Liebe“ schwärmen, ist Vorsicht angebracht. Hannes Anton darf man den Gefühlsausbruch aber getrost glauben: Der 53-jährige Kärntner ist mit einer Burgenländerin verheiratet und beruflich bald auch irgendwie mit dem Rest des Landes. Anton wird Geschäftsführer des Burgenland-Tourismus.

Für den Job gab es 13 Bewerber. „Anton hat sich bei einem Assessment durchgesetzt und ist mit Abstand der Bestqualifizierte gewesen“, sagt Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Wirtschaftslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ) verweist auf Antons Erfolgsbilanz in Podersdorf am Neusiedler See. Dort hat der Kärntner in den vergangenen zwei Jahren die Geschicke der gemeindeeigenen Tourismusgesellschaft geleitet und im Vorjahr ein Nächtigungsplus von mehr als 15 Prozent erzielt.

Saisonverlängerung

„Das geht auf Maßnahmen zur Saisonverlängerung zurück“, sagt Anton. Dazu gehörte unter anderem die anfangs umstrittene Verlegung von Großveranstaltungen von ohnehin gut gebuchten verlängerten Wochenenden auf Randzeiten im Frühling und Herbst. „Das Burgenland hat irrsinnig viel Potenzial, was Ganzjahrestourismus betrifft. Kulinarik, Natur, Wassersport, Radfahren, Thermen: Es gibt eine Menge guter Themen, die allerdings noch besser vernetzt werden müssen“, so Anton.

Von Kärnten lernen könne man den „in manchen Bereichen professionelleren Zugang“, sagt Anton. „Wir müssen uns im Burgenland auch im Privatzimmerbereich auf Gäste einstellen, die nur ein, zwei Tage bleiben. Wenn sie merken, dass das Angebot stimmt, wird der nächste Urlaub länger dauern.“ 2016 zählte man im Burgenland 3,1 Millionen Nächtigungen. Zum Vergleich: In Kärnten waren es 12,7 Millionen.

Schon der zweite Kärntner

Kritik an Antons Bestellung kommt von der ÖVP. Ihr missfällt die frühere politische Tätigkeit des Kärntners für BZÖ beziehungsweise FPÖ. Man ortet „Postenschacherei“ – im Burgenland gibt es eine SPÖ-FPÖ-Koalition. Die Landesregierung weist das mit Hinweis auf das Auswahlverfahren und den aktuellen Job des Kärntner in einer ÖVP-Gemeinde zurück. Antons Vorgänger, der Vorarlberger Mario Baier, ist freiwillig ausgeschieden. Vor ihm hat mit Gerhard Gucher von 1998 bis 2010 schon einmal ein Kärntner den Burgenland-Tourismus geleitet.

Zur Person

Hannes Anton (53) begann seine Karriere bei der Vereinigten Kärntner Brauereien AG (Villacher und Schleppe). Von 2002 bis 2004 war er Abteilungsleiter für Events in der Kärnten Werbung. Er ging im Streit mit dem damals zuständigen FPÖ-Landesrat Pfeifenberger. Danach war Anton bis 2009 Veranstaltungsmanager des Casinos Velden.

In die Politik ging Hannes Anton 2009. Er zog für das BZÖ (später FPK und FPÖ) in den Landtag ein und wurde Protokollchef des Landes. Den Job verlor er mit dem Machtwechsel. Ein Jahr später legte er sein Landtagsmandat zurück und zog ins  Burgenland, wo er die Stelle als Tourismuschef in Podersdorf am Neusiedler See antrat.

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