Kärnten Windparks: Anwältin übt Kritik an Naturschutzbeirat

Obwohl der Enegiemasterplan vorsieht, dass in Kärnten bis 2025 mehr als 50 Windräder stehen sollen, kämpfen die Projektwerber mit heftigem Gegenwind. Anwältin, die zwei der Projektwerber vertritt, sagt, "der Naturschutzbeirat verhindert und beeinsprucht alles".

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Die unter anderem auf UVP-Verfahren und Naturschutzrecht spezialisierte Anwältin Tatjana Dworak vertritt zwei der Projektwerber © Eggenberger
 

Der vom Kärntner Landtag beschlossene Energiemasterplan sieht vor, dass bis 2025 mehr als 50 Windräder stehen. Ein unerreichbares Ziel. Zwar wurde gerade erst die Errichtung von zwei Windrädern auf der Soboth rechtskräftig genehmigt, sie dürften sich aber eine Zeit lang sehr einsam drehen. 38 weitere Windräder sind zum Teil seit Jahren in der Warteschleife. Ein Projektwerber ist insolvent, andere werfen das Handtuch.

Zwei der Projektwerber – Steinberger Alpe und Preitenegg Pack – werden von der auf Wirtschaftsrecht spezialisierten Kanzlei Eisenberger & Herzog vertreten. Anwältin Tatjana Dworak geht mit dem Naturschutzbeirat hart ins Gericht: „Es wird grundsätzlich alles verhindert und beeinsprucht. Schlimm wird es, wenn Unternehmer sagen, wir investieren nichts mehr, weil eh nichts durchgeht. Der Naturschutzbeirat ist es aber nicht, der Jobs schafft.“

Der Naturschutzbeirat verhindert und beeinsprucht alles. Er ist es aber nicht, der in Kärnten Jobs schafft. 

Tatjana Dworak

Auch die Doppelrolle von Umwelt- und Energiereferent Rolf Holub, der gleichzeitig Vorsitzender des Naturschutzbeirates ist, beleuchtet Dworak kritisch. Er beschließe als der zuständige Landesrat in erster Instanz mit, dass die Errichtung der Windräder nicht UVP-pflichtig sei, und beeinspruche diese Entscheidung dann als Vorsitzender des Naturschutzbeirates beim Bundesverwaltungsgericht.

Holub wiederum erklärt, dass er, obwohl er Vorsitzender des Naturschutzbeirates ist, „bei vielen Sachen nichts mitzureden hat“. Und die Mitglieder des Naturschutzbeirates – Wilfried Franz, Klaus Kugi, Johannes Thurn-Valsassina, Thomas Schneditz und Erich Auer - seien „fleißige und bemühte Menschen, die das Amt in ihrer Freizeit ausüben, und sich an die geltenden Gesetze halten müssen“. Dass in Kärnten, was in Österreich einzigartig ist, der Naturschutzbeirat gleichzeitig der Umweltanwalt ist, liegt, so Holub daran, dass die ÖVP gegen die Einführung eines Umeltanwaltes sei.

Fakt ist, so Dworak, dass sich Feststellungsverfahren in Kärnten über Jahre ziehen und die Projektwerber Hunderttausende Euro kosten. Holub wiederum erklärt, dass es in allen Verfahren, wo es aktuell „hängt“, nicht am Naturschutzbeirat, sondern an der Bezirkshauptmannschaft liege. Verfahrensverzögerungen gebe es auch durch unvollständige Projektunterlagen.

Ein Vergleich

In der Steiermark, die sich ebenfalls zur Nutzung von Windenergie entschlossen hat, werden die Verfahren wesentlich zügiger abgewickelt. Und es wurden einfach Zonen festgelegt, in welchen Windräder errichtet werden dürfen.

 

 

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Danke für Ihr Verständnis.

tschifudl1
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Kärnten...

...braucht KEINE Windräder! Nur um einigen den Zugriff der Subventionen durch das Land Kärnten und somit das Geld der Steuerzahler zu ermöglichen sollte von Anfang an ein Verbot der Windräder ausgesprochen werden. Es genügt ja schon der Wahnsinn der derzeit in unseren Wälder passiert. Abholzung um jeden Preis nur aus Geldgier! Die Wälder sehen aus wie nach einen Bombenangriff. Dazu sollte noch die unnötigen Windräder kommen. Die Kärntner Bevölkerung wird sich gegen diesen Raubbau ganz sicher wehren. Ein HOCH unseren Naturschutzbeirat der unsere Sorgen um die Natur versteht. Von Politikern sollte man sich nichts erwarten (auch nicht von Herrn Holub)!

HQ7RV559R7SXFYDE
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Sie haben es richtig angesprochen.

Es geht hauptsächlich um Förderungen. Um Förderungen zu kassieren wird alles Mögliche gebaut. Solange Solar gefördert wurde, schossen die Anlagen aus dem Boden. Nun ist der Trend vorbei. Wenn Windräder dort gebaut werden wo es die Natur verträgt, kein Problem. Die Betreiber wollen aber dort bauen wo es ihnen am billigsten kommt. Das geht eben nicht immer.

georgXV
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?

@tschifudl1 & Spitzer Walter,
Ihr beide (und viele andere) glaubt doch wohl auch, daß der Strom von alleine aus der Steckdose kommt !!!

JSH2GT87KY7D28T0
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Für

nur 2-3% der gesamten Stromerzeugung wollt ihr diese hoch subventionierten Vogelschredder bauen lassen,und eine ganze Gegend damit verschandeln?

Giuseppe08
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@georgXV

Da hast vollkommen recht. Den beiden gehört der Stromanschluss gesperrt. Vom Thema keine Ahnung haben, aber hier groß posten.

JSH2GT87KY7D28T0
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Kärnten

hat genug Wasserkraft,wir brauchen diese Vogelschredder nicht!