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Fortführung geplant

BAN schlittert in die Insolvenz

Die BAN - Sozialökonomische BetriebsgmbH musste Insolvenz anmelden, über ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung soll aber eine Fortführung des Grazer Unternehmens gelingen. Rund 100 Dienstnehmer sind betroffen, die Passiva liegen laut KSV und AKV bei 1,55 Millionen Euro.

© Gernot Eder
 

Die wirtschaftlichen Probleme der BAN - Sozialökonomische BetriebsgmbH haben in den vergangenen Wochen bereits zu Betriebsversammlungen geführt. Auch Gehälter konnten nicht ausbezahlt werden, dennoch wurde bis zuletzt fieberhaft nach Lösungen gesucht, um das traditionsreiche Sozial-Unternehmen mit Sitz in Graz zu retten. Jetzt musste Insolvenz angemeldet werden, eine Fortführung soll nach einer Restrukturierung erfolgen. So wurde laut den Kreditschützern von KSV1870 und AKV ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Der Betrieb wird fortgeführt - und soll auch auch eine Zukunft haben.  

"Die ungünstige wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre macht diesen Schritt bedauerlicher Weise notwendig", teilt man bei BAN mit. Der Betrieb werde derzeit umstrukturiert, um die bisherigen Angebote aufrecht zu erhalten. "Geförderte Arbeitsplätze können seitens des AMS allerdings erst wieder nach Abschluss des  Sanierungsverfahrens ab 2017 zur Verfügung gestellt werden." BAN werde ihre Dienstleistungen auch weiterhin in gemeinnütziger Absicht als sozialwirtschaftliches Unternehmen mit ökologischer Ausrichtung anbieten, wird betont.

100 Dienstnehmer sind betroffen, die Passiva belaufen sich auf etwa 1,55 Millionen Euro.

So soll die Weiterführung gelingen: Im Zuge von Teilbetriebsschließungen werde eine Reduktion der Dienstnehmeranzahl angestrebt, teilen die Kreditschützer mit. Weiters soll eine Konzentration auf die (profitablen) Hauptgeschäftsfelder erfolgen. "Betroffen hievon ist auch der Unternehmensteilbereich der Transitarbeitskräfte, welcher mangels weiterer Förderungsleistungen des AMS nicht aufrechterhalten werden kann. Es besteht jedoch die Absicht ab 2017 den Unternehmensbetrieb im Bereich der sozioökonomischen Aktivitäten durch die Eingliederungshilfe mit Unterstützung des AMS wiederum auszuweiten."

Gläubiger sollen 31 Prozent erhalten

Angestrebt wird eine Entschuldung über einen Sanierungsplan, wobei der Gläubigerschaft eine Quote von 31 Prozent zahlbar binnen zwei Jahren angeboten wird. Bereits seeit einiger Zeit laufen zudem gespräche mit einem potenziellen Investor.

Das Unternehmen wurde bereits 1983 als „Beratungsstelle für Arbeitslose und Nichtsesshafte“ gegründet. In der jetzigen Rechtsform als BAN - Sozialökonomische BetriebsgmbH besteht das Unternehmen seit dem Jahr 2002, wobei Teilbetriebe der ÖKO-Service Beschäftigungsgesellschaft mbH eingebracht wurden, um Synergieeffekte zu heben bzw. Doppelgleisigkeiten zu vermeiden. Die wesentliche Zielsetzung der BAN ist die Integration in den Arbeitsmarkt durch Beschäftigung und Qualifizierung. Dazu zählen befristete Dienstverhältnisse für Langzeitarbeitslose und Benachteiligte zum Zwecke der Reintegration, geschützte Dauerarbeitsplätze sowie Ausbildungsplätze für Lehrlinge.

Breite Angebotspalette

Im Unternehmen waren zuletzt 100 Dienstnehmer beschäftigt, wobei auf Grund der finanziellen Unsicherheiten zuletzt die Zuweisung von weiteren Arbeitslosen ausgesetzt worden sein dürfte. 46 Dienstnehmer sind als sogenannte Transitarbeitskräfte beschäftigt, wobei dies auf Basis von Förderungsvereinbarungen mit dem AMS und dem Land Steiermark erfolgt. Neben den Fördermitteln erfolgt die weitere Finanzierung über Einnahmen am freien Markt.

Die BAN betreibt ein Altwarengeschäft (Re-Use-Shop), führt Räumungen und Übersiedelungen durch, verleiht Mehrwegbecher und Geschirr und bietet Gartendienstleistungen sowie einen Häckseldienst an. Bei BAN wurden mit Unterstützung des Arbeitsmarktservice (AMS) langzeitarbeitslose Menschen befristet beschäftigt, um ihnen einen Wiedereinstieg in das normale Arbeitsleben zu ermöglichen.

Kommentare (5)
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unterhundert
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Warum,

benötigt man bei geförderten Betrieben 2, oder mehrere Geschäftsführer? Sind dies doch diese alten Strukturen aus der Verstaatlichten Industrie, wo beinahe mehr Obermeister, Meister und Vorarbeiter waren als Arbeiter. Wie man heute weis, waren oder sind diese zum Scheitern verurteilt.

EDEQQ0WWKQXSY2GI
4
4
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Ganz einfach- bei der Betriebsgröße

Bei 100 Dienstnehmern und mehreren Geschäftsfeldern wird ein Geschäftsführer alleine das schwer schaffen. Auch private Betriebe in der Größe haben eine breitere Führungsstruktur. Ob das dann Prokura oder Geschäftsführung ist, macht kaum einen Unterschied.
Die Kosten für zwei Geschäftsführer kann ich mit nicht vorstellen, dass Insolvenzgrund sind.

grazspotter
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Wechsel an der Spitze

Man sollte als erste Maßnahme die beiden Geschäftsführer auswechseln und durch engagierte, kompetente Personen ersetzen.
Der Fisch fängt bekanntlich am Kopf zu stinken an....

Zulu13
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Stimmt,aber

Irgendwann bekommt jeder was er verdien!!

ma12
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eiagnodn

Wenn man am fetten Futternapf sitzt überprüft man die Geschäfte nicht so genau, oder?