Über Mut und kühne Pläne wissen sie beide bestens Bescheid - und den Rennsport kennen sie schon seit der Kinderstube. Nicht zuletzt deshalb war es Niki Lauda gestern ein Anliegen, KTM-Chef Stefan Pierer den Primus in der Kategorie Mut zu überreichen. Denn was Pierer, ein gebürtiger Steirer, in den letzten Monaten mit dem X-Bow auf die Beine bzw. auf vier Räder gestellt hat, passt, dem Rennsport gemäß, schon in die Kategorie verwegen: Dieses Auto ging schon um die Welt, bevor überhaupt das erste gebaut wurde. Der X-Bow, die motorisierte Armbrust, das erste Autoprojekt der Motorradschmiede KTM, war schon als erster Design-Entwurf auf Papier ein Star. Doch wo liegen die Beweggründe für ein solches Projekt, wo doch aus der Autoindustrie derzeit kaum Positives zu vernehmen ist? "Es gibt nur einen Weg nach oben, denn wenn man derzeit nach unten schaut, beginnt man sich zu fürchten", sagt Pierer.
Mutige Entscheidung. Doch mutig mutet nicht nur das Design des Sportwagens an - eine ordentliche Portion Mut bedurfte vor allem die Entscheidung Pierers, in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld als Zweiradprofi das Abenteuer Vierrad zu starten. Mut hat Pierer auch bewiesen, indem er in einem "verstopften" Markt mit dem Open-Air-Sportflitzer eine völlig neue Nische schuf - die stark nachgefragt wird. Als Standort für alle Auto-Aktivitäten hat Pierer Graz gewählt und dabei nicht weniger als 50 Millionen Euro investiert. In der Manufaktur im Süden der Landeshauptstadt fertigen 65 Mitarbeiter das junge, aber weltberühmte Auto.
Mutiges Design, mutiger Ausflug in die Welt des Autos
Stefan Pierer startete von Graz aus das Abenteuer Vierrad: Der X-Bow ist ausverkauft.
© Peter Melbinger