Nach Streiks der Piloten bei der Lufthansa könnte es auch bei der Tochtergesellschaft Eurowings zum Arbeitskampf kommen. In der Urabstimmung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sprach sich eine Mehrheit von 94 Prozent der Teilnehmenden für diese Option aus, wie die VC am Montag mitteilte. Wie bei der Kernmarke geht es bei dem Ferienflieger um höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersvorsorge.
Die Forderungen dazu wolle die Gewerkschaft mittels Arbeitskampf durchsetzen, „wenn dies notwendig ist.“ Die Airline erklärte, sie sei zuversichtlich, dass eine Verhandlungslösung gelinge.
Bei der Lufthansa kam es in der vergangenen Woche im Konflikt um die Betriebsrenten zum zweiten Streik in diesem Jahr mit massiven Flugausfällen. Die VC hatte bei Eurowings die Verhandlungen Anfang des Monats für gescheitert erklärt, weil der Arbeitgeber nur zu einer Umverteilung im bestehenden System bereit gewesen sei, aber nicht substanziell in die Betriebsrente investieren wolle.
Lufthansa: Höhere Beiträge nicht finanzierbar
Die Lufthansa erklärte wiederholt, höhere Beiträge seien angesichts der schwachen Ertragslage der Lufthansa nicht finanzierbar. Eurowings äußerte sich nicht zum Inhalt der laufenden Tarifverhandlung. Die Airline aus Köln, vom Umsatz her die drittgrößte der Lufthansa-Gruppe, schnitt im vergangenen Jahr besser ab als die Hauptmarke mit dem Kranich. Bei 4 Mrd. Euro Umsatz (plus sieben Prozent) erzielte sie eine Marge von 4,3 Prozent, während das aus mehreren Fluglinien bestehende Segment Lufthansa Airlines knapp ein Prozent Rendite erwirtschaftete. Der bereinigte Betriebsgewinn von Eurowings schrumpfte allerdings um 35 Prozent, weil die Ticketpreise sanken und die Kosten stärker stiegen als der Erlös.
„Wir bleiben jederzeit zu konstruktiven Gesprächen bereit, erwarten dafür aber ein ernsthaftes Entgegenkommen der Arbeitgeberseite“, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Eurowings teilte weiter mit, es gebe schon den nächsten Verhandlungstermin mit der VC am 25. März.
Streik in Berlin
Unabhängig von diesem Arbeitskampf kommt es am Mittwoch am Berliner Flughafen zum Streik. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik am Hauptstadtflughafen aufgerufen. Der Arbeitskampf sei eine „direkte Konsequenz der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, teilte Verdi mit. Verdi verhandelt derzeit mit der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) über mehr Geld für rund 2000 Beschäftigte. Welche Auswirkungen der Ausstand auf den Flugbetrieb haben wird, ist noch offen.