Betriebsräte aus dem Bereich der Speditions- und Lagereiarbeiter haben sich diese Woche in Wien auf österreichweite Betriebsversammlungen geeinigt, falls es in der dritten Kollektivvertragsverhandlungsrunde am 18. März 2026 kein „annehmbares Angebot gibt“, kündigt Markus Petritsch, Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida, an.
Grundlage für diesen Beschluss sei die ergebnislose zweite KV-Verhandlungsrunde für die rund 9000 Arbeiter in den österreichischen Speditions- und Lagereibetrieben zwischen der Gewerkschaft vida und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei haben die Arbeitgeber ein Angebot von 2,2 Prozent gemacht. „Das Angebot liegt weit unter der für eine Lohnerhöhung maßgeblichen rollierenden Inflation von 3,6 Prozent im vergangenen Jahr. Zudem werden von den Arbeitgebern massive Verschlechterungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei den Ruhezeiten gefordert“, übt Petritsch Kritik.
Der Mindestlohn bei Arbeitern liegt für 38,5 Stunden die Woche bei 2.280,55 Euro im Monat - netto entspricht dies rund 1.800 Euro. „Die hohe Teuerung der letzten Jahre ist für Arbeitnehmer mit geringem Haushaltseinkommen deutlich stärker spürbar als für Gutverdiener, betont Petritsch.
Gebrüder Weiss, Schenker, DHL
Zu den großen Branchenvertretern in Österreich zählen unter anderem die Speditionen Gebrüder Weiss, Schenker, DHL, Kühne+Nagel, Amazon sowie u.a. auch DPD oder die Nagel Group. Die Bruttowertschöpfung der gesamten Branche habe laut WKÖ-Branchendaten 2023 in Summe 2.622 Millionen Euro betragen. Davon entfiel knapp die Hälfte (49,4 Prozent bzw. 1.295 Mio. Euro) auf Großunternehmen, das heißt, auf 23 Unternehmen mit 250 oder mehr Beschäftigten in Österreich.