Wegen der seit Wochen stockenden Kollektivvertragsverhandlungen wird es in der IT-Branche heute und morgen erstmals Warnstreiks geben. „Wir haben immer wieder versucht, eine Lösung am Verhandlungstisch zu ermöglichen, doch das funktioniert nur, wenn auch tatsächlich beide Seiten daran interessiert sind“, kritisierte zuletzt Sandra Steiner, Verhandlungsleiterin der Gewerkschaft GPA. Die Streikfreigabe hat sich die GPA letzte Woche vom ÖGB eingeholt.
Der Schritt folgt auf die bereits sechste Gesprächsrunde, die Mitte Februar neuerlich ohne Einigung verlief. Dabei unterbreiteten die Arbeitgebervertreter zwar erstmals einen Vorschlag für die Erhöhung der Ist-Gehälter, dieser geht der Gewerkschaft mit 2 Prozent aber nicht weit genug. Sie sieht darin ein „Minimalangebot“, das „deutlich nachgebessert“ werden müsse, wie Steiner wiederholt betonte.
Vorstellungen liegen weit auseinander
Die Arbeitnehmer fordern eine Erhöhung der Mindest- und Ist-Gehälter um 3,5 Prozent, für die Mindestgehälter boten die Arbeitgeber laut GPA zuletzt ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent. Verhandelt wird seit längerem ohne Durchbruch, unter den Beschäftigten ist der Unmut darüber groß. Mit Blick auf die bevorstehenden Arbeitsniederlegungen wisse man daher auch um deren Unterstützung. „Die Rückmeldungen aus den Betrieben waren überwältigend“, so die Gewerkschafterin.
Seitens der Arbeitgebervertreter aus der Wirtschaftskammer wurde zuletzt auf die schwierige wirtschaftliche Lage verwiesen. Der Kollektivvertrag bilde den Rahmen für die gesamte IT-Branche und damit auch für kleinere und mittlere Betriebe, die sich in einer angespannten Lage befinden, hieß es. Das verlangte Gehaltsplus könne man daher nicht bieten.
Der IT-Kollektivvertrag gilt für rund 90.000 Mitarbeiter. Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 10. März vereinbart.