Ja zum Bier, aber nein zum Alkohol sagen mittlerweile immer mehr Österreicher. Laut Bierkulturbericht greifen bereits 33 Prozent sehr gerne immer wieder zu alkoholfreien Sorten. Laut Brauereiverband haben Biere ohne Promille einen Anteil von 3,8 Prozent am Jahresabsatz. Das ist zwar noch relativ wenig, dennoch sehen viele Brauereien großes Wachstumspotenzial in diesem Segment, da der Absatz von Bier ebenso wie der von Wein in den klassischen Varianten europaweit stagnierend bzw. rückläufig ist. Von der Brauunion, zu der Marken wie Villacher, Schleppe, Gösser und Puntigamer gehören, heißt es: „Alkoholfreies Bier ist für uns längst mehr als ein Trend – es ist ein fester Bestandteil unserer Strategie. Unsere Vision ist, dass jedes zehnte Bier in Österreich alkoholfrei ist.

Entsprechend intensiv arbeite man auch an einem möglichst authentischen Geschmackserlebnis. Betont wird, dass dank Vakuumdestillation bei weniger als 0,05 Volumenprozent Alkohol volles Aroma und stabile Qualität geboten werden können. Die Brauunion hat unter führender Beteiligung der Brauerei Wieselburg erstmals ein Bier mit 0,0 Alkohol entwickelt. Seither gibt es auch das Villacher Freilich und das Puntigamer Pr0,0st mit null Alkohol. An weiteren Innovationen werde gearbeitet, kündigt der Konzern. Nichtsdestotrotz führen keineswegs alle Marken der Brauunion alkoholfreie Sorten. Ein Beispiel ist Schleppe, wo man „aus produktionstechnischen Gründen“ ausschließlich Biere mit Alkohol anbietet.

Alkoholfrei seit Jahren

Klare Zuwächse bei alkoholfreiem Bier verzeichnet die Privatbrauerei Hirt. „Während viele Brauereien erst jetzt ihr erstes alkoholfreies Bier auf den Markt bringen, ist das Hirter Freigeist bei uns seit Jahren erfolgreich etabliert. Damit bieten wir echten Biergenuss ganz ohne Alkohol. Es überzeugt als unbeschwerter Durstlöscher – für alle, die bewusst auf Alkohol verzichten möchten, aber keine Kompromisse beim Genuss eingehen wollen“, erklärt Niki Riegler, Eigentümer und Geschäftsführer der Privatbrauerei Hirt. Mit dem aktuellen Sortiment sei die Brauerei gut aufgestellt, neue Varianten schließe man aber nicht aus.

Nikolaus Riegler
Nikolaus Riegler
| Nikolaus Riegler, Hirter Brauerei © Markus Traussnig

Die Wimitzbrauerei reagiert ebenfalls auf das geänderte Konsumverhalten und startet die alkoholfreie Bierlinie „Wimitz mit Ohne“. Eine Sorte gibt es bereits und wird demnächst im Handel erhältlich sein. „Eine zweite, eine alkoholfreie Weißbiervariante, ist in Planung“, sagt Wimitzbrauerei-Prokurist Simon Knappinger.

Ebenfalls ein Wachstumsmarkt für viele Brauereien sind mittlerweile die Erfrischungsgetränke. Stiegl bietet zum Beispiel verschiedene Sorten Stieglitz Limonade, Murauer Bier die Murelli-Limonaden. Auch Hirter arbeitet laufend an einer Weiterentwicklung des alkoholfreien Sortiments. Damit reagiere man auf die positive Entwicklung der Produktgruppe und die steigende Nachfrage nach alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Mit Hirter Crush verbinde Hirter Tradition und Moderne, nichtsdestotrotz bleiben Limos mit Retro-Charme wie Hirter Ravilla oder das Hirter Malzmandl. Die Brauunion hat Ende 2025 die eigenständige Limonadenmarke Trixi in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Orange oder Kräuter auf den Markt gebracht. In Kärnten wird Trixi die Villacher Limonade Vili ersetzen. Die Abfüllung bleibt aber in St. Veit. Seit neun Jahren gibt es bereits die Hopfenlimo Hops.