Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat weltweit mehrere Chargen der Säuglingsnahrung BEBA zurückgerufen. Es handelt sich um die größte Rückrufaktion der Unternehmensgeschichte. Auch in Österreich wurden im Rahmen einer Sicherheitsüberprüfung durch die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) in zwei Produktchargen geringe Mengen des Toxins Cereulid festgestellt. Ursache ist ein Reinigungsdefekt in einem Produktionswerk eines Nestlé-Zulieferbetriebs. Die betroffenen Produkte wurden bereits aus dem Handel genommen.
Laut Gesundheitsministerium sind in Österreich keine Krankheitsfälle bekannt, die mit dem Konsum der betroffenen Produkte in Verbindung stehen. Eltern, deren Kinder Symptome wie Erbrechen oder Durchfall zeigen, wird empfohlen, wie üblich ärztlichen Rat einzuholen. Betroffene Produkte können problemlos zurückgegeben werden – auch ohne Kassenbon. Der Kaufpreis wird vollständig ersetzt.
Was ist passiert?
Im Dezember 2025 wurde bei einer Sicherheitsüberprüfung ein technischer Defekt in einem Zulieferbetrieb von Nestlé festgestellt, wodurch es zu einer Verunreinigung eines Inhaltsstoffes mit dem Bakterium Bacillus cereus gekommen ist. Dieses Bakterium kann das hitzestabile Toxin Cereulid bilden, das bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen verursachen kann. Sehr selten und in hohen Konzentrationen kann es zu schwereren Krankheitsverläufen kommen (Inzidenz <1:100.000). Wichtig: Das Toxin vermehrt sich im Produkt nicht weiter, und das Bakterium selbst wird im Herstellungsprozess abgetötet.
In Österreich wurden im Zuge behördlicher Probenziehungen zwei Produktchargen positiv auf Cereulid getestet. Diese wurden umgehend aus dem Verkehr gezogen. Die nachgewiesenen Konzentrationen des Toxins waren so gering, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann. Zur Sicherheit hat die AGES auch Produkte anderer Hersteller stichprobenartig untersucht – alle Proben waren unauffällig.
Nestlé hat in Abstimmung mit internationalen und österreichischen Behörden bereits über die Weihnachtsfeiertage einen stillen Rückruf durchgeführt und die betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt. Mit 5. Jänner 2026 folgt nun ein öffentlicher Rückruf – als zweiter Schritt eines üblichen, abgestuften Verfahrens.
Insgesamt betrifft der Rückruf über 800 Produkte aus mehr als zehn Nestlé-Werken – es ist die größte Rückrufaktion in der Unternehmensgeschichte. Nestlé betonte gegenüber der APA, dass nicht 800 Produkte zurückgerufen, sondern überprüft wurden. In Folge wurden in Österreich demnach 32 Chargen vorsichtshalber zurückgezogen.
Was sollten Betroffene tun?
Wer eines der angeführten Produkte zu Hause hat, sollte es nicht mehr verwenden, sondern zurückbringen. Die Rückgabe ist auch ohne Kassabon möglich, der Kaufpreis wird vollständig rückerstattet. Bei gesundheitlichen Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen. Für Fragen zu Produkten und Rückgabe steht das Nestlé-Verbraucherservice-Team zur Verfügung: Telefon: 0800 23 44 944 (werktags von 9:00–17:00 Uhr) E-Mail: konsumenten.service@at.nestle.com