In den ersten sechs Monaten 2025 wurden aus der Steiermark Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Die heimischen Warenexporte sanken damit von Jänner bis Juni gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent oder 408 Millionen Euro (2024: 14,5 Milliarden Euro). Besonders hohe Rückgänge verzeichneten die steirischen Exporte nach China (-44,4 Prozent auf 450 Millionen Euro) und Großbritannien (-43,1 Prozent auf 375 Millionen Euro). In beiden Fällen waren vor allem Fahrzeuge und Fahrzeugteile für den hohen Rückgang verantwortlich.

Die Steiermark lag damit im österreichischen Trend: Die einzige Region mit einem Exportzuwachs war Kärnten mit plus 2,1 Prozent. In allen übrigen Bundesländern waren die Ausfuhren rückläufig, wobei das Burgenland (minus 4,4 Prozent) das größte Minus zu verzeichnen hatte. Allerdings hat das Bundesland mit 1,4 Prozent auch einen sehr geringen Exportanteil im Land.

Aber auch im exportstärksten Bundesland Oberösterreich (Anteil: 25,4 Prozent der österreichischen Exporte) gab es ein Minus von 3,8 Prozent.

Die gute steirische Nachricht

„Die steirische Exportbilanz für das erste Halbjahr 2025 zeigt ein differenziertes Bild“, wie Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel in der Wirtschaftskammer Steiermark sagte. Die Betriebe würden eine hohe Widerstandskraft in wichtigen Kernmärkten zeigen, wo man heuer durch die Koralmbahn und die dadurch entstandene neue Wirtschaftsregion AREA SÜD auch neue Wachstumschancen habe.

Positiv entwickelten sich die Exporte in die USA (+2,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro), die vor Italien (-1,6 Prozent auf 907 Millionen Euro) auf Platz zwei liegen. Den größten Zuwachs bei den Märkten verzeichnete Japan mit plus 94 Millionen Euro. Die steirischen Exporte in die anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten sind um zwei Prozent oder 170 Millionen Euro auf insgesamt 8,63 Milliarden Euro gestiegen.

Europa als „Raum der Chancen“

Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer betonte angesichts der steirischen Bilanz, dass es jetzt umso wichtiger sei, gezielt jene Märkte zu bearbeiten, auf denen sich konkrete Chancen für heimische Exportunternehmen bieten. Trotz der zuletzt verzeichneten Rückgänge betreffe das etwa den viertwichtigsten Exportmarkt der Steiermark, China. Zusätzlich müsse man Europa noch viel stärker als einen Raum der Chancen für die steirische Wirtschaft begreifen und global die eigene Marktvielfalt erweitern..

„Rückgänge in einzelnen Ländern dürfen nicht den Blick darauf verstellen, dass unsere Betriebe auf den europäischen Märkten – trotz vieler Herausforderungen – Wachstum erzielen“, merkte Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark zu den Zahlen an. Das zeige die Stärke des Standorts Steiermark. „Wir verfügen nach wie vor über eine gute wirtschaftliche Basis im Land, aber auch das innovativste Unternehmen mit den besten Produkten braucht Rahmenbedingungen, die eine Wettbewerbsfähigkeit am Markt zulassen,“ sprach Herk hohe Arbeits- und Energiekosten sowie bürokratische Hürden an, wo die Wirtschaftskammer Lösungen fordere.

Zugmaschinen und Kraftfahrzeuge

Die Liste der wichtigsten Exportgüter der Steiermark führen „Zugmaschinen und Kraftwagen“ (2,9 Milliarden Euro), „Maschinen und mechanische Geräte“ (2,1 Milliarden Euro) sowie „Elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren“ (1,3 Milliarden Euro) an. Während die Exportvolumina von Zugmaschinen und Kraftwagen (-7,5 Prozent) sowie Maschinen und mechanischen Geräten (-9,1 Prozent) gesunken sind, konnte jenes von Elektrischen Maschinen und elektrotechnischen Waren (+5,9 Prozent) gesteigert werden. Am stärksten stieg das Volumen in der Warengruppe „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit einem Plus von 24,6 Prozent auf 451 Millionen Euro.

Mercosur als Chance

Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark betonte angesichts der international schwachen Nachfrage, wie wichtig es sei, sich auf mehrere Markt-Standbeine zu stellen und appellierte dafür, die ablehnende Haltung gegenüber Mercosur zu überdenken. Es gelänge mit einer Unterschrift, einen Wachstumsplus für die EU in der Höhe von bis zu 39 Prozent auszulösen. „Österreich wäre gut beraten, diesem Potenzial zuzustimmen.“