Mehr Sport treiben, Gewicht verlieren und Stress abbauen – das sind laut aktueller Studie der Johannes Kepler Universität Linz die beliebtesten Neujahrsvorsätze der Österreicherinnen und Österreicher für 2026. Wobei sich vor allem junge Menschen zum Jahreswechsel Ziele für das kommende Jahr setzen. Der Fokus auf Gesundheit ist seit Jahren Trend und gewinnt an Bedeutung. Nicht umsonst haben die heimischen Fitnessbetriebe am Jahresanfang Hochsaison und entsprechende Aktionsangebote. „Der Jänner ist für uns sehr wichtig und der August traditionell am schwächsten, weil viele auf Urlaub sind. Im August erreichen wir nur 76 Prozent der Auslastung vom Jänner“, sagt Branchensprecher Christian Hörl. Vor diesem Hintergrund haben Manuel Schmiedt und Rafael Jernej ganz bewusst den 2. Jänner gewählt, um ihr neues Fitnessstudio Giga Fit mit Ehrengästen wie Olympiasieger Matthias Mayer zu eröffnen. Auf 2000 Quadratmetern haben die beiden Unternehmer im ehemaligen Autohaus Kinzel in der Völkermarkter Straße in Klagenfurt ein modernes Studio eingerichtet, das leistungsorientiertes Training mit Regeneration vereint.

Die Giga Fit-Inhaber Rafael Jernej und Manuel Schmiedt (von links)
Die Giga Fit-Inhaber Rafael Jernej und Manuel Schmiedt (von links) © Giga Fit

Das Duo ist in guter Gesellschaft, denn die Fitness-Wirtschaft ist in Österreich eine wachsende Branche. Sie hat 2024 einen Netto-Jahresumsatz von 654,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber 2023. Die Anzahl der Mitglieder in den Fitnessstudios ist ebenfalls im Steigen. Im Vorjahr lag sie bei 1,3 Millionen Mitgliedern, was eine Steigerung von 6,4 Prozent entspricht. „Vor Jahren waren Fitnessstudios ein Randphänomen, mittlerweile sind wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen, weil das Bewusstsein in der Bevölkerung wächst, dass Muskelkraft ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Gesundheit ist“, sagt Hörl. Vor allem für die Altersgruppe der 15- bis 30-Jährigen ist der Studiobesuch oft Teil des Alltags. Denn im DACH-Raum gehen 30 Prozent dieser Altersgruppe regelmäßig zum Training. Das Durchschnittsalter der Trainierenden in Österreich liegt bei 39,5 Jahren und damit unter dem von Deutschland (40,6 Jahre). Vor allem in der Altersgruppe der Über-50-Jährigen gab es zuletzt Zuwächse. 25,7 Prozent der Österreicher über 50 Jahre machen Fitnesstraining, um ihre Gesundheit zu erhalten.

Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag liegt laut Studie der österreichischen Fitnessbetriebe bei 50,17 Euro im Monat. Wobei Hörl betont: „Der Kunde möchte Flexibilität. Deshalb ist eine monatliche Kündbarkeit mittlerweile weit verbreitet“, betont Hörl. Beliebt seien auch „Pay-per-use“-Modelle – also Zahlung je nach Nutzung. Die Palette reicht vom Diskont-Studio für die kleine Brieftasche, bis hin zum serviceorientierten Studio mit mehr Trainern vor Ort, was vor allem von der älteren Zielgruppe nachgefragt wird.

Im ehemaligen Autohaus Kinzel in Klagenfurt eröffnet das neue Fitnessstudio  Giga Fit
Im ehemaligen Autohaus Kinzel in Klagenfurt eröffnet das neue Fitnessstudio Giga Fit © Giga Fit

Österreichweit gibt es rund 1350 Fitness- und Gesundheitsanlagen. „Es gibt viele Varianten von kleinen Personal-Trainer-Studios über Pilates und Yoga bis hin zu klassischem Kraft- und Herz-Kreislauf-Training“, sagt der Branchensprecher. Etwa ein Drittel der Anlagen sind Teil einer Kette. „Damit hat Österreich im internationalen Vergleich relativ wenig. Die Ketten werden in den nächsten Jahren sicher noch einen höheren Anteil am Markt ausmachen, denn die Kostenstruktur ist für Einzelstudiobetreiber eine Herausforderung“, sagt Hörl. In Wien sei dieser Trend schon deutlich spürbar, während in Kärnten noch eine „kleinteilige“ Fitnessstudio-Struktur feststellbar sei.

Optimismus und Investitionen

In vielen Branchen herrscht seit Jahren eher trübe Stimmung. Nicht so bei den Fitness- und Gesundheitsbetrieben. Laut Befragung der Fachgruppe haben 88,4 Prozent der Betriebe Investitionen in neue Geräte, Digitalisierung, Mitarbeiterbildung und Modernisierung getätigt. Und auch der Blick in die Zukunft ist optimistisch. Über 70 Prozent erwarten eine weitere Verbesserung, 28,4 Prozent keine Veränderung der wirtschaftlichen Lage.