Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S hat am Montag im malaysischen Kulim die Großserienfertigung für den US-Chiphersteller und Intel-Konkurrenten AMD in seinem 2024 eröffneten Werk gestartet. „Wir sind damit auf dem Weg, einer der drei größten IC-Substratanbieter weltweit zu werden“, sagt AT&S-Vorstand Ingolf Schröder. 1500 Beschäftigte sind aktuell für den Konzern in Malaysia tätig, im Endausbau sollen es 3000 Mitarbeiter sein. IC-Substrate werden in Notebooks, aber auch Servern und Hochleistungsrechnern als Schnittstelle zwischen Mikrochips und Leiterplatten in Mikroprozessoren verwendet.

IC-Substrate für Prozessoren

Zunächst war Kulim nur für einen Kunden, nämlich AMD, geplant. Jetzt entwickelt sich der Standort zu einer Multi-Kunden-Produktion. Für die Substratproduktion in Kulim werde aufgrund der steigenden Nachfrage nach Central CPUs (Central Processing Units) und GPUs (Grafikprozessoren) für Rechenzentren, künstliche Intelligenz, Virtual Reality und AR-Technologien ein Wachstum prognostiziert. Mit dem erwarteten exponentiellen Anstieg des Datenvolumens ist die Nachfrage nach Datenspeicherung, -übertragung und -analyse weiterhin hoch. „Daten sind das neue Gold“, so Schröder.

Derzeit keine Zoll-Probleme

Zoll-Probleme beträfen AT&S derzeit nicht, sagt Schröder. Und zwar deshalb, weil, AT&S kein für den Endkunden fertiges Produkt herstelle. Der neue CEO Michael Mertin war bei der Pressekonferenz in Kulim nicht mit dabei. Er wird bei der Bilanzpressekonferenz am 15. Mai seinen ersten öffentlichen Termin für AT&S absolvieren. Mertin ist seit 1. Mai CEO und hat den Platz von Andreas Gerstenmayer übernommen, der AT&S verließ.

Riesige Reinraum-Flächen

Die Niederlassung im Hightech-Park Kulim im Bundesstaat Kedah - 350 Kilometer nördlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur - ist 200.000 Quadratmeter groß, etwa die Hälfte davon sind Reinräume. In ihnen werden ab sofort die hochwertigen IC-Substrate für Prozessoren für AMD hergestellt. Bisher ist ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro in den Bau der Niederlassung geflossen.

AT&S will vom „Substrat-Dreieck“, bestehend aus den Werken in Chongqing (China), Kulim und Leoben, dem Hauptsitz in Österreich, profitieren, so Schröder. Know-how, Technologien und Forschung an diesen Standorten würden laufend ausgetauscht und verbessert, was allen drei Werken helfe, das Potenzial auszuschöpfen. In Leoben-Hinterberg wird noch am Feinschliff für das neue Werk namens „Volt“ gearbeitet. Demnächst ist Werkseröffnung.