Der österreichische Telekombetreiber A1 verhandelt mit dem von Elon Musk betriebenen Satellitennetzwerk Starlink, aber auch mit anderen Anbietern wie etwa Amazon über eine Kooperation im Bereich des Satelliteninternets. Welcher Betreiber zum Zug kommt, ist noch offen. Dies verkündeten A1-Chef Thomas Arnoldner und Österreich-Chef Marcus Grausam in einem Pressegespräch.
Seit Jahren bietet die Telekom etwa für Almhütten und Häuser in sehr entlegenen Gebieten die Möglichkeit des Satelliteninternets an. Der Haken dabei: Wegen der zeitlichen Verzögerung ist eine Interaktion mit Dritten schwierig. Deshalb verhandelt man jetzt mit den Betreibern von Low-Orbit-Satelliten, die in einer Höhe von 500 bis 1000 Kilometern die Erde umkreisen. Hier handle es sich um ein Nischenprogramm, da 85 Prozent der Bevölkerung 5G empfangen, 99 Prozent zumindest 4G.
Klage über „Glasfaserdogma“
Einmal mehr klagten die beiden Vorstände über die Fördersystematik beim Glasfaserausbau in Österreich. Hierzulande würde Glasfaser nicht dort verlegt werden, wo die Nachfrage vorhanden ist, sondern wo Anwesen errichtet werden.. Dies führe dazu, dass Einzelanschlüsse Kosten in Höhe von 100.000 Euro verursachen, obwohl sie von den Bewohnern nicht in Anspruch genommen werden. Arnoldner spricht in dem Zusammenhang von einem „Glasfaserdogma“, das auch darauf zurückzuführen sei, dass bis zu 300 Landesgesellschaften davon profitieren.
Keine Dividende aus Belarus
Der Chef der A1-Group beteuerte, dass es keine Pläne gebe, sich aus Belarus zurückzuziehen. Die Situation in dem diktatorisch regierten Land bleibe „herausfordernd.“ Als Retourkutsche für das EU-Sanktionspaket habe die Regierung in Minsk beschlossen, dass ausländische Firmen ihre Dividenden nicht außer Landes bringen können. Seit April sei eine Dividende im hohen zweistelligen Millionenbereich ausständig.