Der niederländische Brauereikonzern Heineken hat unter anderem dank seiner hochpreisigen Biere sein Gewinnziel 2024 übertroffen. Der weltweit zweitgrößte Brauer hinter Anheuser Busch Inbev erzielte einen Anstieg des Betriebsgewinns um 8,3 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro, wie die Brau-Union-Mutter mitteilte. Der Hype ums Bier geht weiter.

Analysten hatten ein Plus von 5,3 Prozent erwartet, die Firma selbst 8 Prozent. Für 2025 kündigte Vorstandschef Dolf van den Brink einen Anstieg des Betriebsgewinns um 4 bis 8 Prozent an. Analysten hatten hier ein Plus von 5,8 Prozent geschätzt. Der Manager kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1,5 Mrd. Euro über zwei Jahre an.

Die Brau Union gehört seit 2003 zu Heineken. Zur Brau Union wiederum gehören Biermarken wie Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Schwechater, Wieselburger, Villacher, Schladminger und Edelweiss.

Brau-Union weist Vorwürfe zurück

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hatte im Juni 2024 bei Gericht die Verhängung einer „angemessenen Geldbuße“ gegen Österreichs größten Bierhersteller Brau Union beantragt. Die österreichische Heineken-Tochter weist die Vorwürfe zurück und muss sich gerade dem Kartellgericht stellen.

Aus Sicht der BWB hat die Brau Union ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht, um den Markteintritt konkurrierender Bierhersteller zu beschränken und bestehende Getränkehändler vom Markt zu verdrängen. Ab Oktober 2021 sind bei den Wettbewerbshütern vermehrt anonyme Beschwerden über das Verhalten der Brau Union eingegangen, im April 2022 hat es eine Hausdurchsuchung in der Konzernzentrale in Linz gegeben. Rund die Hälfte der gesamt 10 Millionen Hektoliter Bier, die hierzulande jedes Jahr produziert werden, stammen von Österreichs Marktführer.

Strafen beziehen sich auf Bier-Umsatz

Das Kartellgericht kann Geldstrafen in Höhe von bis zu 10 Prozent des Konzernumsatzes verhängen. Die Brau-Union-Mutter Heineken würde bei einer Geldstrafe mithaften, ist aber ausdrücklich nicht von den Ermittlungen betroffen und hat auch keine Verstöße begangen, hieß es von der BWB. Maßstab für die Geldbußenbemessung ist der gesamte Konzernumsatz von Heineken.