Es hält die Welt und die Börsen in Atem. Dabei ist bei DeepSeek, dem populären chinesischen KI-Start-up, einiges kaum nachvollziehbar. Etwa die Finanzierungssituation. Auch, wie viele von Nvidias Premium-Chips tatsächlich und den Exportbeschränkungen zum Trotz für Trainings der KI-Modelle verwendet werden, ist unklar.

Manch Schluss kann man trotzdem bereits ziehen. Zum Beispiel jenen, dass auf KI basierende Chatbots auch in Österreich angekommen sind. DeepSeek liegt in Apples App Store nicht nur in den USA an der Spitze, sondern auch in China oder eben Österreich. Hierzulande auf Platz 2? ChatGPT, der direkte Mitbewerb. Weiters macht DeepSeek klar, dass es bei KI-Sprachmodellen, den viel besprochenen LLMs, weiter möglich ist, zur groß kapitalisierten Spitze rund um OpenAI aufzuschließen. Aus Wettbewerbssicht ist das zu begrüßen, monopolähnliche Techlandschaften gibt es ohnehin ausreichend.

Darüber hinaus steckt die KI wenig Mühe ins Tarnen und Täuschen. Unverblümt erklärt DeepSeek mit Verweis auf „Richtlinien“, dass es am Ein-China-Prinzip festhält und Taiwan nicht als Staat anerkennt. Ein Grund, die Finger von der KI zu lassen. Und zugleich der Aufruf, auch andere große KI-Modelle auf Voreingenommenheiten zu prüfen.

Nicht zuletzt hält DeepSeek uns Nutzer den Spiegel recht schonungslos vor. Abertausende meldeten sich gestern bei der App an, ohne deren Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen auch nur lesen zu können. Der Versuch führte zu einer Fehlermeldung auf der überlasteten Homepage. Egal, wie es scheint.