Noch nie hat eine Tarifauseinandersetzung bei VW so lange gedauert, noch nie wurde so hart gerungen. Nach fünf Runden, die letzte hat sich über 70 Stunden gezogen, gab es am Freitagabend eine Einigung im erbitterten Tarifstreit zwischen VW-Management, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft. Bis 2030 sollen in Summe 35.000 Stellen abgebaut werden. Die Arbeitnehmerseite verweist aber darauf, dass dies ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen werde, zudem sei die zuletzt gekündigte Beschäftigungssicherung wieder eingeführt und bis 2030 verlängert worden. Im Gegenzug sollen die Beschäftigten auf direkte Lohnerhöhungen verzichten. Boni werden gekürzt. Unmittelbare Werksschließungen seien abgewendet worden, hieß es weiter. Wobei der Standort in Osnabrück verkauft und die sogenannte „Gläserne Manufaktur“ in Dresden ab 2026 „umgewidmet“, also einer neuen Nutzung zugeführt werden soll. Das VW-Management verweist im Zusammenhang mit dem Stellenabbau ebenfalls auf „sozialverträgliche Lösungen“. Die technische Kapazität der Werke soll dauerhaft um 734.000 Einheiten reduziert werden. Durch den Abschluss würden mittelfristig mehr als 15 Milliarden Euro pro Jahr an Kosten gespart, allein die Arbeitskostenentlastung betrage jährlich 1,5 Milliarden Euro, erklärte der Wolfsburger Konzern. „Mit dem erreichten Maßnahmenpaket hat das Unternehmen entscheidende Weichen für seine Zukunft gestellt, was Kosten, Kapazitäten und Strukturen angeht“, sagte VW-Chef Oliver Blume. VW-Markenchef Thomas Schäfer ergänzte am Freitagabend auf einer Pressekonferenz in Berlin, dass man die drei Ziele geschafft habe: Arbeitskosten zu senken, Entwicklungskosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen und die Überkapazitäten an den deutschen Standorten abzubauen.
VW und Betriebsrat einigen sich
Milliarden-Umbau bei VW: 35.000 Stellen werden bis 2030 gestrichen
Ein mehr als 70-stündiger Verhandlungsmarathon brachte eine Einigung zwischen VW-Management und Belegschaftsvertretung. Mit der Lösung soll der kriselnde Konzern Milliarden einsparen. Sofortige Werksschließungen gibt es nicht. Der Standort Osnabrück soll aber verkauft werden. Stellenabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
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