Vielleicht beginnen wir diesen Text über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz untypischerweise mit dem Menschen und seiner Fehlbarkeit. Denn Markus Kneer ist ein ausgewiesener Kenner beider Seiten, der technischen und der menschlichen. Ausführlich beschäftigte sich der Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz (KI) am IDea_Lab der Uni Graz etwa mit dem Forschungsfeld „Bias im Strafrecht“, also kognitiven Verzerrungen im Urteil von Richterinnen und Richtern. Eine zentrale Erkenntnis von Kneers Forschung: Menschen können gewissen Denkfehlern kaum entkommen. Das wiederum macht sie anfällig für Fehlentscheidungen. Als Beispiel nennt Kneer den „Rückschaufehler“, also die in der Retrospektive viel höher eingeschätzte Wahrscheinlichkeit eines später eingetretenen Ereignisses.