Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

KöflachDie Spitzenkandidaten diskutierten vor leeren Rängen

Bei der Wahldiskussion in Köflach, die wegen des Corona-Virus-Erlasses ohne Publikum abgehalten werden musste, debattierten die sieben Spitzenkandidaten über die Finanzen, das Seeresort Piberstein und das Thema Pflege.

Die Diskussion der Kleinen Zeitung musste wegen des Erlasses zum Corona-Virus ohne Live-Publikum stattfinden © (c) Robert CESCUTTI Pressefoto
 

Verunsichert, aber doch flexibel zeigten sich die Spitzenkandidaten der sieben Fraktionen, die in Köflach bei der Gemeinderatswahl antreten: Kurzfristig musste die geplante gestrige Podiumsdiskussion im Volksheim Köflach aufgrund des Corona-Virus-Erlasses (Seiten 36/37) ohne Publikum stattfinden. Und damit ohne direkte Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Den Redakteurinnen Heike Krusch und Simone Rendl gelang es dennoch, eine spannende Diskussion zu den brandaktuellen Themen, welche die Bewohner in der Lipizzanerstadt bewegen, in Gang zu bringen. Gestartet wurde mit den rund 10,7 Millionen Euro Investitionen in Bautätigkeiten in den vergangenen fünf Jahren. „Wir werden definitiv so weitermachen, und das ist finanzierbar“, meinte Bürgermeister Helmut Linhart (ÖVP). „Man muss den Kurs weiterfahren. Die neuen Schulden von 600.000 Euro sind begründbar“, bekräftigte Koalitionspartner Johann Bernsteiner (SBK). Linhart merkte an, dass die Verbindlichkeiten der Stadt in den vergangenen fünf Jahren um 5,53 Millionen Euro gesenkt werden konnten.

Kritischer äußerte sich Gerhard Pagger von der KPÖ, der anregte, zuerst zu schauen, wie es den Leuten gehe, damit sie sich ein vernünftiges Leben leisten können, bevor man in die Infrastruktur investiere. „Die meisten Bauvorhaben waren notwendig, aber wir haben bei einigen Dingen nicht mitgestimmt“, sagte Vizebürgermeister Bernd Jammernegg (SPÖ), dem die Kosten für die Versetzung des Stadtturms ein Dorn im Auge waren. Frischen Wind in den Gemeinderat zu bringen, versprach Jan Pieter Stering (Neos), der auf Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden pochte und sich eine große gemeinsame Veranstaltungshalle für die Region wünscht.

Helmut Linhart (ÖVP), Johann Bernsteiner (SBK), Gerhard Pagger (KPÖ), Bernd Jammernegg (SPÖ), Jan Pieter Stering (Neos), Herwig Friedl-Zwanzger (Grüne) und Alois Lipp (FPÖ) Foto © Robert Cescutti

Herwig Friedl-Zwanzger (Grüne) plädierte ebenfalls für eine gemeinsame Mehrzweckhalle mit Bärnbach. Vizebürgermeister Alois Lipp (FPÖ) zählte die positiven Projekte auf, die in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt worden waren, darunter den Bewegungspark. Auch er will sich für den Bau einer neuen Sport- und Kulturhalle einsetzen. Sehr lebhaft wurden die Wortmeldungen beim Thema Pibersteiner See plus geplantes Seeresort mit 140 Wohnungen, das vor der Wahl auf Eis gelegt worden war. Friedl-Zwanzger fordert als Anrainer und Sprecher der Bürgerinitiative, dass die öffentliche Hand den See kaufen sollte.

Investoren willkommen

Investoren seien willkommen, aber man sei zu wenig informiert gewesen, meinte Jammernegg. Der See werde zu wenig von der Bevölkerung angenommen, auch daran müsse man arbeiten, sagte Pagger, „und der Wohnbau muss sozial leistbar sein“. Die Bürger bei solchen Vorhaben vorher zu befragen, lautete der Ansatz von Stering und dass die Hütten und Einrichtungen gerichtet gehören: „Das hat keinen Reiz mehr“. Lipp und Linhart wiesen darauf hin, dass es sich um Privateigentum handle.

Rainer Brinskelle
Wegen des Corona-Virus-Erlasses fand die Veranstaltung ohne Publikum statt © Rainer Brinskelle

„Investitionen von 31,8 Millionen Euro auszulassen, halte ich für frevelhaft“, so Linhart. Bernsteiner meinte, die SBK sei nicht gegen das Projekt, man habe nur mehr Informationen gewollt. Laut Linhart wird es nach der Wahl die Präsentation eines abgeänderten Projektes durch den Investor geben. „Hört mit den Märchen von Ferienwohnungen auf, es geht auch nicht um Luxuswohnungen, sondern um Wohnungen im gehobenen Segment“, ärgerte sich Linhart.

Die Redakteurinnen Heike Krusch und Simone Rendl moderierten die Diskussion Foto © Robert Cescutti

Weitere Themen bildeten Maßnahmen für die ältere Bevölkerung. Diskutiert wurde über die Errichtung und den Standort einer Tagesstätte, die Gemeindekrankenschwester oder vergünstigte Eintrittskarten in die Therme Nova für Köflacherinnen und Köflacher. Von Lesern wurde Lipp gefragt, wie er es sich vorstelle, Bürgermeister werden zu können, was sein kolportiertes Ziel sei. „Dieses Thema wurde von Markus Leinfellner bei einer Pressekonferenz geboren, da war ich gar nicht dabei. Aber es wäre schön, wenn es passiert“, so Lipp. Zur Kernraumfusion bekannten sich übrigens alle Kandidaten. Allerdings scheitere es derzeit an den handelnden Personen in den Gemeinden.

Kommentare (1)

Kommentieren
John17
2
7
Lesenswert?

Spruch meiner Großväter

Spruch meiner Großväter war, in Köflach ist ein Begräbnis lustiger, als in Voitsberg eine Hochzeit. So wie es aussieht, könnte es wieder werden. Die Parteien fangen wieder an, miteinander zu arbeiten. Das war ja lange, lange Zeit fast nicht der Fall.