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Klima-/EnergiemodellregionenBewusstsein schaffen für ein besseres Klima

Fast alle Gemeinden im Bezirk sind in Klima- und Energiemodellregionen. Hunderttausende Euro wurden in Bewusstseinsbildung gesteckt.

Ein Projekt der "Energiekultur Kulmland": ein Workshop für Strohhausbau © Kulmland
 

Kein anderes Bundesland hat mehr Klima- und Energiemodellregionen (KEM) als die Steiermark. Und kaum ein anderer Bezirk im Land – mit Ausnahme von Murau – ist derart flächendeckend mit solchen Regionen überzogen als Weiz. Gerade einmal zwei Gemeinden, von insgesamt 31 gehören keiner Klima- und Energiemodellregion an: Sinabelkirchen und Markt Hartmannsdorf.

Aber was ist eine KEM und was zählt zu den Aufgaben der sechs KEM-Manager im Bezirk? Am besten darüber Auskunft geben kann Heidrun Kögler. Seit mehr als sieben Jahren ist sie Managerin der KEM „Energiekultur Kulmland“, der ersten Modellregion im Bezirk. „Es geht darum, bei uns langfristig Strukturen für Umweltschutz und Energieeffizienz aufzubauen. Das läuft hauptsächlich über Bewusstseinsbildung“, erklärt Kögler.

Sache spricht sich herum

Im Gegensatz zu anderen Förderschienen reiche man hierbei kein Investitionsvorhaben ein, das dann zu einem bestimmten Prozentsatz gefördert wird. „Vielmehr geht es darum, Wissen in der Bevölkerung zu verankern und weiter anzureichern“, sagt Kögler, dafür werde über das Projekt auch der KEM-Manager finanziert. Zwar komme es vor, dass manche Infoveranstaltungen nur von wenigen Leuten besucht würden. In diesem Fall dürfe man aber nicht verzweifeln. „Wenn einmal über ein Thema geredet wird, zieht das mit der Zeit immer weitere Kreise. Außerdem wissen die Leute, dass man sich in Sachen erneuerbare Energieträger oder auch Förderansuchen an uns wenden kann“, so Kögler. Die Gemeindepolitik dürfte den Wert des Projekts erkannt haben: Das Kulmland hat erst kürzlich für eine weitere KEM-Periode eingereicht.

Ebenfalls zufrieden mit der Performance der KEM zeigt sich Christoph Stark, Bürgermeister von Gleisdorf und Obmann der Energieregion Weiz-Gleisdorf. Seit 2013 bilden die zwölf Gemeinden eine KEM. „Das zentrale Element bei der Regionalentwicklung ist Leader, aber auch aus KEM sind schon zahlreiche Projekte entstanden wie etwa der Energiekataster“, sagt Stark. Da es sich oft um Projekte zur Bewusstseinsbildung handle, „ist das nicht immer leicht zu verkaufen. Man hat nichts zum Angreifen“, meint Stark. Die rund 300.000 Euro an Förderung, die über die KEM in die Region geflossen sind, sprechen aber für sich.

1,6 Millionen Euro für die Region

In den vergangenen zehn Jahren kamen durch dieses Programm 1,6 Millionen Euro an Förderungen und Unterstützungen in die sechs KEMs im Bezirk. Circa ein Viertel dieser Summe mussten zusätzlich die Gemeinden selbst aufbringen.

Die einzigen Gemeinden, die keiner KEM angehören, sind Markt Hartmannsdorf und Sinabelkirchen. „In vielen Bereichen sind wir dadurch aber nicht schlechter aufgestellt als andere Gemeinden“, meint Otmar Hiebaum, Bürgermeister von Markt Hartmannsdorf. Mit der Bewusstseinsbildung in Richtung Klimaschutz sowie mit der Umsetzung verschiedener Vorhaben habe man bereits vor vielen Jahren begonnen, so Hiebaum weiter. „Pro Jahr schütten wir in diesem Bereich 40.000 Euro an Förderungen aus. Diese zahlen wir mit ,Hartmannsdorf-Gutscheinen‘ aus. Damit bleibt die Kaufkraft in der Gemeinde“, erzählt Hiebaum.

Ebenfalls zufrieden zeigt sich der Sinabelkirchner Bürgermeister Emanuel Pfeifer: „Wir machen sehr viel in Eigenregie. Außerdem ist unser Umweltausschuss, der von der Obfrau der Grünen geleitet wird, sehr dahinter, dass wir aktiv sind“, sagt Pfeifer.

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