Wenn sich die Sonne an trüben Wintertagen verweigert, gibt es nur zwei Möglichkeiten – ein Glas frisch gepressten Orangensaft vor eine Lampe halten und anstarren oder im Sonnenwirt einen Platz reservieren. Das Lokal ist in warme Orange-, Gelb- und Brauntöne gekleidet und eine elegante Weiterentwicklung der ersten beiden Gleisdorfer Gaststätten von Markus Moder & Co - Rossini und Vanila.
Restaurantleiterin Romana Pregartner hält die steirische Küche hoch und setzt frei nach Saison auf interessante Schwerpunkte. Zu Beginn des neuen Jahres bringt sie "etwas Meer" auf den Tisch. Am Zitronengrasspieß drängeln sich Garnelen- und Rotbarschstücke (7,80 Euro). Der Fisch ist zwar sehr weich, aber so aromatisch, dass er trotzdem Freude macht. Das Caprese di manzo (mit Kräutermozzarella, 7,90 Euro) wird ungewöhnlich dick aufgetragen. Vermutlich nach dem Motto "von Gutem kann nie genug da sein", denn der Almo ist perfekt - in Qualität und Zubereitung.
Das klare Tomatensüppchen (mit Meeresfrüchtewaffeln, 5,80 Euro) gerät sehr würzig und beim Parmesanschaumsüppchen (4,20 Euro) hat ein verliebter Koch seine Finger im Spiel. Mit der Zanderlasagne (12,80 Euro) haben auch große Esser Freude, die letzte "Lage" würde man sich allerdings cross gebraten wünschen. Die Calamaretti mit Orangenbutter (15,80 Euro) sind ein sonniger Höhepunkt und so reichlich bemessen, dass der Pina-Colada-Scheiterhaufen leider nur ein Sommernachtstraum bleiben kann.
(Stand: 13. Jänner 2008)
Gleisdorf, Sonnenwirt
Der Sonnenwirt punktet mit variantenreicher Küche.