Weiz und Umgebung haben einen neuen „Moakt“: Seit dieser Woche können nämlich über die Plattform www.moakt.at bäuerliche Produkte aus Weiz und Umgebung gekauft werden. „Von A bis Z, von Apfelsaft bis Zwetschkensaft“, wie Gottfried Heinz, Thannhausens Ex-Bürgermeister und künftiger Marktfahrer, betont. Um die 400 verschiedene Lebensmittel von 38 Landwirtinnen und Landwirten, Winzern, aber auch Betrieben wie der Fleischerei Feiertag, Renates Konditorkunst, der Fachschule Naas und dem Weltladen, werden verkauft.
Das Besondere an dem Projekt: „Man bestellt die Produkte online und kann sie dann in der neuen Moaktstation sowie beim Moaktbus abholen“, erklärt Projektleiter Stephan Pessl. Und er betont: „Das ist keine Konkurrenz zu bestehenden Bauernmärkten.“ Die Moaktstation befindet sich in der ehemaligen Greißlerei in der Weizer Florianigasse 5. Sie wird mit einem Code rund um die Uhr zugänglich sein. Es gibt eine Videoüberwachung, damit nicht die falschen (oder zu viele) Artikel mitgenommen werden.
Die Artikel können zwei Mal wöchentlich, jeweils Dienstag und Freitag, auch bei eigens eingerichteten Haltestellen abgeholt werden. Sieben gibt es derzeit, weitere sind geplant (siehe Infokasten). Dort kann auch in bar bezahlt werden, weitere Bestellungen können aufgegeben werden. Und es sollen auch Produkte, die nicht vorbestellt wurden, verkauft werden.
Je mehr Vorbestellungen also, desto genauer kann geplant werden – und desto weniger Lebensmittel werden auch verschwendet. Für das Konzept und die technische Umsetzung ist Gernot Tändler aus St. Marein bei Graz zuständig. Weiz ist eine Art Pilotprojekt, weitere ähnliche Vorhaben sollen folgen. „Die Entwicklungszeit dauerte drei Jahre“, so Tändler, der einst für die Logistik bei der Firma Knapp zuständig war
Über den „Moakt“ sollen regionale Produkte vertrieben werden, das Bewusstsein für die Herkunft soll gestärkt werden. „Wir haben im Bezirk Weiz bei den Äpfeln eine Überproduktion von 370 Prozent. Und es kann ja nicht sein, dass wir dann im Supermarkt Äpfel aus Südafrika kaufen.“
Das Team rund um den Projektleiter und den Verein „Weiz is(s) regional“ hat noch einiges vor: Man will weitere Landwirte und Produzenten gewinnen und möchte einen Versand aufbauen. Ein positiver Nebeneffekt. Pessl: „Die Bauern sollen eine möglichst große Wertschöpfung haben. 85 Prozent des Verkaufspreises bleiben bei den Landwirten.“ Der restliche Teil wird etwa für die Miete für die „Moaktstation“, den „Moaktbus“ und den Onlineauftritt benötigt.