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Gesperrter SulmklammwegGemeinde fordert von Anrainer 120.000 Euro

Seit über drei Jahren wird über den Weg durch die Sulmklamm bei Wies (Bezirk Deutschlandsberg) gestritten. Es gibt gleich drei Gerichtsverfahren. Es geht dabei um viel Geld.

Der gesperrte Weg
© KK
 

Seit mehr als drei Jahren ist der idyllische Wanderweg von Wernersdorf durch die Sulmklamm zur Strutzmühle offiziell gesperrt. Es gibt einen Rechtsstreit zwischen Karl-Heinz Velikonia, der am Eingang zur Klamm ein Anwesen und rund 30 Hektar Wald besitzt, und der Marktgemeinde Wies.


Gleich drei Verfahren sind an den Gerichten in Graz und Deutschlandsberg anhängig. Im Hauptverfahren geht es um die grundsätzliche Begehung des 800 Meter langen Wegstückes durch die Klamm. In einem weiteren Verfahren müssen die grundsätzlichen Grenzen festgestellt werden. „Es gibt viele unverhandelte Grenzen. Der Naturbestand muss festgestellt werden“, erklärt Bürgermeister Josef Waltl. Diese Woche gab es diesbezüglich eine Verhandlung. Sie wurde dann auf Ende April vertagt, weitere Zeugen sollen einvernommen werden.

 

Schadensersatz?


Brisant ist auch eine mögliche Schadensersatzklage: Die Marktgemeinde Wies fordert von Velikonia 120.000 Euro. „Weil er den Weg bewusst absperrt“, so Waltl. Der Marktgemeinde würden nämlich deshalb zugesagte Fördermittel des Landes für den Ausbau und die Beschilderung des Weges abhandenkommen. „Es geht um das öffentliche Interesse und wir wollen uns von solchen Leuten nicht in Geiselhaft nehmen lassen.“

Der romantische Weg durch die Klamm
Foto © KK


„Bürgermeister Waltl will uns enteignen“, ärgert sich hingegen Velikonia. Es gebe weitere drei betroffene Anrainer. „Wir wollen keinen öffentlichen Wanderweg.“ Es gehe dabei auch um Haftungen bei der Bewirtschaftung des Waldes. „Zudem will die Gemeinde keinen Cent bezahlen.“

 

Öffentlicher Ausverkauf


Waltl kontert: „Velikonia forderte 500 Euro pro Monat. Es wäre ein Ausverkauf des öffentlichen Interesses, wenn wir solchen Leuten Geld geben, wenn wir durch ihren Wald gehen.“

Kommentare (5)

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Ifrogmi
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gegen die seinerzeit ...

... geplante umfahrungsstrasse zur entlastung der ortsdurchfahrt quer durch landwirtschaftliche gründe der familie des bürgermeisters haben sich bürgermeister und familie (zu recht) gewehrt. da war das öffentliche interesse woanders. okay, jetzt ist er bürgermeister :)

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tannenbaum
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Wie wäre

es mit ein paar Monaten Klapsmühle für diese Egoisten! Gibt es laut Gesetz nicht ein Betretungsrecht des Waldes zum Zwecke der Erholung? Vielleicht sollte man solchen Waldbesitzern sämtliche Förderungen streichen! Dann kommen sie eh auf den Knien angekrochen!

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paulrandig
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tannenbaum

Ganz so einfach ist das nicht. Wie kommt man in den Wald? Über ein Privatgrundstück. Das zu betreten muss nicht zwangsweise erlaubt sein. Die Sache mit der Haftung bei der Bewirtschaftung ist allerdings kaum ein Argument: Wenn Waldarbeiten durchgeführt werden und die Zugangswege entsprechend beschildert gesperrt werden, mit genauer Datumsangabe der Dauer der Sperre, darf man den Wald dort nicht begehen.
Die generelle Haftungsfrage ist allerdings heikel: Begehe ich als Spaziergänger einen offensichtlich zum öffentlichen Begehen angelegten Weg, der mit Schautafeln ausgestattet und eventuell sogar beworben ist, kann ich von einer gewissen Wartung ausgehen. Sollte etwas passieren, das auf mangelnde Wartung zurückzuführen ist - wer haftet dann? Der Waldbesitzer?

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Ifrogmi
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reden sie ...

... mit forstarbeitern wieviel solche taferln und absperrbänder die leute interessieren.
danach lesen sie die urteile zu durch nichtbeachtung entstandenen personenschäden nach. sie werden staunen!

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paulrandig
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Ifrogmi

Ja, ich weiß. Ich habe selbst einen kleinen Wald. Aber sowas gibt's immer, auch im Privatbereich: Ein fremdes Kind öffnet Ihr Gartentor und ertrinkt in Ihrem Pool. Sie sind schuld, weil Sie keine Grenzsicherung betreiben wie anno dazumal die DDR, mit Stacheldraht und Selbstschussanlagen, und Ihren Pool ebenfalls nicht mit einem zwei Meter hohen, unüberkletterbaren Stahlkäfig schützen.
Wir haben generell ein gutes Rechtssystem und obendrein (noch) die Freiheit, darüber zu diskutieren. Insofern hoffe ich, dass auch in diesem Fall irgendwo so etwas wie Vernunft und guter Wille erkennbar werden und sich durchsetzen.

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