Sie gelten als ausgesprochen gastfreundlich, die steirischen Tourismusbetriebe -doch bei den Sparplänen der Regierung hört sich für die Gastwirte und Hoteliers die Freundschaft auf. Konkret geht's um jene 110 Euro, die Arbeitgeber in Österreich ab 2013 pro gekündigtem Mitarbeiter zahlen sollen ("AMS-Steuer"). "Das ist für unsere Branche ein Keulenschlag", ärgert sich Tourismus-Spartenobmann Hans Hofer, zumal sie übers Jahr hinweg einen äußerst unterschiedlichen Arbeitskräfte-Bedarf hätten. Von den 48.442 Personen, die 2010 in der steirischen Gastronomie und Hotellerie angemeldet waren, zählte nur rund die Hälfte zur ganzjährigen Kernbelegschaft. Hofer geht davon aus, dass rund 20.000 Dienstvertrags-Auflösungen pro Jahr die steirischen Tourismusbetriebe bis zu 2,5 Millionen Euro koste. An den geplanten Lenkungseffekt, wonach die AMS-Steuer Betriebe von zwischenzeitlichen Kündigungen abhält, glaubt er nicht: "Wenn's keinen Schnee mehr gibt, können wir auf der Skihütte nicht alle weiterbeschäftigen, umgekehrt ist im Weinland im Winter halt keine Hochsaison." Viele Betriebe würde die Abgabe sogar zweimal im Jahr treffen, so Karl Wratschko. Der Gastwirt und Gamlitzer Bürgermeister hofft aber, "dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist".
Wirtschaft
AMS-Steuer hat bald Saison
Steirische Tourismusbetriebe und die Bauwirtschaft laufen gegen geplante "Arbeitsmarkt-Abgabe" von 110 Euro pro gekündigtem Mitarbeiter Sturm.
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