Fragende Blicke sieht man derzeit in den Gesichtern vieler Verkehrsteilnehmer auf der L 602 im südsteirischen Jöß (Gemeinde Lang). Schuld daran ist ein auffälliges Objekt im angrenzenden Industrie- und Gewerbegebiet. Dieses wächst seit einiger Zeit gegenüber von Schloss Eybesfeld und in Nachbarschaft zum ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Stück für Stück in die Höhe.

Wilde Spekulationen

Auf den ersten Blick handelt es sich um rostige Stahlrohre, die scheinbar willkürlich zu einer Art Turm angeordnet wurden. Die Spekulationen über dessen Zweck reichen von Vorarbeiten für einen sich ansiedelnden Betrieb bis hin zu einer Aussichtsplattform. Nichts von alldem entspricht der Wahrheit.

Tatsächlich handelt es sich bei dem aufsehenerregenden Objekt um eine Skulptur, also ein Kunstwerk. Auftraggeber ist die als sehr kunstaffin bekannte Familie Conrad-Eybesfeld, die auch Grundeigentümer und Projektentwickler des Gewerbe- und Industriegebiets Jöß ist. Im gegenüberliegenden Schloss Eybesfeld und dem umgebenden Park wurden seit den frühen 1990er-Jahren schon zahlreiche Skulpturen von teils renommierten Künstlern umgesetzt.

Bertran Conrad-Eybesfeld hat ein Faible für zeitgenössische Skulpturen
Bertran Conrad-Eybesfeld hat ein Faible für zeitgenössische Skulpturen © Leodolter

„Mit dieser Skulptur wollen wir erstmals auch den öffentlichen Raum mit Kunst bespielen“, erklärt Bertran Conrad-Eybesfeld. Die aufwendigen Arbeiten – auch ein Spezialkran kam zum Einsatz – haben Mitte Februar begonnen und seien so gut wie abgeschlossen. Was noch fehle, sei die Beleuchtung und ein Termin für die offizielle Eröffnung.

Teile von sibirischer Gasleitung

Offen ist auch, ob das Kunstwerk bis dahin einen Namen erhält. Fest steht, dass die rund 16 Meter hohe Skulptur aus 62 jeweils vier Meter langen und rund 250 Kilogramm schweren Stahlrohren besteht, die vorher Teil einer Gasleitung in Sibirien waren. So wollte es die Schöpferin, die aus China stammende und mittlerweile in Wien lebende Künstlerin Ma Jia. „Mit dieser Skulptur sieht sie sich als Brückenbauerin zwischen asiatischer und europäischer Kunst“, erläutert Conrad-Eybesfeld.

Einer, dem es gefällt, ist Joachim Schnabel. Das tat der Bürgermeister von Lang kürzlich auch auf seinem Empfang für die Bevölkerung kund. „Diese Skulptur ist sicher ein Alleinstellungsmerkmal für unser Gewerbegebiet.“ Seitens der Gemeinde habe man die Planung und Umsetzung baurechtlich begleitet.