Ein spitzbübisches Augenzwinkern, charmantes Lächeln und trockener Humor: So wird Christian Hotter von seinen Mitarbeitern beschrieben. Als Fahrschullehrer und später Inhaber eines eigenen Unternehmens mit Standorten in Wagna und Deutschlandsberg begleitete der Südsteirer in den vergangenen Jahrzehnten tausende Jugendliche in der Süd- und Weststeiermark in den Straßenverkehr und bei einem wichtigen Schritt in Richtung Erwachsensein. Er verstarb vor wenigen Tagen im Alter von 54 Jahren.
30 Jahre Fahrschullehrer
Hotter wuchs mit seinen beiden Brüdern in St. Georgen an der Stiefing auf, besuchte das Gymnasium Leibnitz und später die HTL Bulme im Fachbereich Nachrichtentechnik. Im Alter von 24 Jahren bog der damalige BWL- und Telematikstudent in Richtung Fahrschulwesen ab.
Was als Ferialjob begann, entwickelte sich zur Leidenschaft des Südsteirers. Zehn Jahre lang arbeitete Hotter als Fahrschullehrer in Wildon. Als sein Arbeitgeber von einem Konzern übernommen wurde, schlug er 2004 aufgrund anderer Wertevorstellungen den Weg in die Selbstständigkeit ein.
Schüler im Mittelpunkt
Der Schritt war durchaus von Herausforderungen begleitet, doch schnell konnte sich das familiär geführte Unternehmen in der Region etablieren. Vier Jahre später erfolgte die Eröffnung des Standorts in Deutschlandsberg. Großen Wert legte der Inhaber zeitlebens auf die individuelle Begleitung seiner Schüler auf dem Weg zum Führerschein und auf eine aktive Mitgestaltung der Fahrschullandschaft.
Bei seinen Mitarbeitern war der lebenslustige Charakter ebenfalls äußerst beliebt. „Christian Hotter war ein bodenständiger, herzlicher und engagierter Tausendsassa, mit dem man gerne Seite an Seite durch den Fahrschulalltag düste“, heißt es von seinem 25-köpfigen Team.
Privat auf Rädern unterwegs
Auch privat war der Südsteirer am liebsten motorisiert unterwegs und hatte ein besonderes Faible für kultige Fahrzeuge von Steyr-Daimler-Puch. Neben langen Touren war er auch nach Dienstschluss stets für Spritztouren mit seinen Mitarbeitern zu haben.
Daneben war Hotter begeisterter Skifahrer und interessierte sich für Flugtechnik sowie Softwareprogrammierung. Der verheiratete Familienmensch und stolze Onkel zweier Nichten genoss die Zeit im Kreise seiner Verwandtschaft. Am 23. August haben Freunde und Bekannte die Möglichkeit, sich von 9 bis 14 Uhr in der Aufbahrungshalle der Pfarrkirche St. Georgen an der Stiefing von dem Verstorbenen zu verabschieden.