Steht der Stainzer Flascherlzug vor dem Aus? Laut Bürgermeister Karl Bohnstingl könne man das jetzt noch nicht sagen. Fakt sei, dass die Gemeinde jährlich rund 100.000 Euro in den Erhalt des Zugs investiert, eine Förderspritze vom Land für den Streckenerhalt gibt es ebenso.
Nun stehen größere Sanierungsarbeiten an. „Wir haben immer einen Teil des Gleiskörpers geflickt, jetzt muss er ganz erneuert werden“, zeigt der Bürgermeister auf. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro. Geld, das die Marktgemeinde allein nicht auf Schiene bringen kann.
Weststeirisches Wahrzeichen
Erst vor Kurzem hat Stainz ein neues Schwimmbad um mehrere Millionen Euro gebaut, ein Musikheim wird ebenfalls benötigt. „All das ist für die Gemeinde wichtig. Der Flascherlzug auch, aber ohne Unterstützung geht nicht alles“, sagt er.
Seit 133 Jahren tuckert der bekannte Zug durch die Weststeiermark. Vor einigen Jahren wurde zudem die Dampflok generalsaniert und eine Diesellok angeschafft. Über die Jahre stand der Erhalt des Wahrzeichens immer wieder zur Diskussion in diversen Gemeinderatssitzungen. Bohnstingl selbst betonte unter anderem in einem Interview kurz nach seinem Amtsantritt 2023, die Wichtigkeit des Zugs als Aushängeschild der Region und für die Wirtschaft. Rund 20.000 Gäste fahren jährlich mit dem weststeirischen Wahrzeichen.
Gespräche mit Land im September
Damit dieses nicht auf das Abstellgleis kommt, hat die Gemeinde bereits ein Förderansuchen an das Land gestellt. Im September werde man mit den Zuständigen sprechen. Wie es um die Zukunft des Zuges stehe, könne man daher jetzt noch nicht sagen.
„Eigentlich wollten wir erst mit dem Land sprechen, bevor alles in die Öffentlichkeit geht. Jetzt ist es einfach noch zu früh und auch etwas ungut“, bezieht sich Bohnstingl auf Medienberichte. Natürlich hoffe man, dass der Zug weiter durch die Weststeiermark fahre. Ohne Finanzspritze werde man schauen, wie es weitergehe. Noch habe es sich aber nicht ausgedampft.