AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

40.000 Aufnahmen Er hat die Bibelbilder in den Kirchen der Region abgelichtet

Von Wenigzell bis Mureck. Ein Buch und eine Ausstellung in Feldbach zeigen die Vielfalt bildlicher Darstellungen von Bibelszenen in den Kirchen der Ost- und Südoststeiermark.

Autor Johann Schleich mit Dechant Friedrich Weingartmann und Bürgermeister Josef Ober © Steiner
 

Lange Zeit war ein Großteil der Bevölkerung nicht des Lesens mächtig. Daher war das Bild für die Vermittlung des Glaubens eminent wichtig. Dieser Bedeutung des Bildes als religiöses Medium der Glaubensvermittlung in der Region widmet sich nun ein neues Buch von Johann Schleich – und das in sehr umfassender Form.
Innerhalb von vier Jahren hat der Fotograf, Journalist und Kleine Zeitung-Mitarbeiter gut 40.000 Aufnahmen in fast allen Kirchen der Ost- und Südoststeiermark angefertigt: Von Wenigzell im Norden über Hartberg, Fürstenfeld und Feldbach bis Bad Radkersburg, Mureck und St. Veit am Vogau – in insgesamt 220 Orten. „Ich habe alle Details durchfotografiert“, erzählt Schleich. Eine Auswahl davon findet sich im Buch „Bibelbilder in unseren Kirchen“, das am 24. Mai vorgestellt wird.

Ausstellung als Höhepunkt

Parallel zur Buchpräsentation startet in Feldbach eine Ausstellung zu den Bibelbildern und zur Volksfrömmigkeit, die mit einem großen Festakt eröffnet werden (siehe Infokasten). Dechant Friedrich Weingartmann bezeichnet die Ausstellung als einen der Höhepunkte im Festprogramm anlässlich des 800-jährigen Bestehens der Diözese Graz-Seckau, das – wie berichtet – auch in Feldbach in der Woche nach Pfingsten groß gefeiert wird. Ausstellungsorte sind die Stadtpfarrkirche Feldbach und das Heimat-Museum im Tabor.

 

Ich konnte auch eine Reihe von Fehlern korrigieren. Und ich habe hoffentlich wenige gemacht

Johann Schleich


Die Aufnahmen hat Johann Schleich nach Sachgebieten entsprechend der Bibel geordnet. So ist ein Buch mit bildlichen Bibelzitaten von der Schöpfungsgeschichte bis zur Apokalypse. „Eine illustrierte Bibel aus unserer Gegend“, so beschreibt es Schleich. Er betont aber auch, dass es sich um ein kunsthistorisches Werk handelt. Es führt Entstehung und Technik ebenso an, wie die Künstler – soweit sie zu ermitteln waren. Viele der Darstellungen sind nämlich nicht signiert. Man erfährt über den ersten namentlich bekannten Maler – Johannes von Aquila aus Radkersburg, der Fresken in der Fürstenfelder Augustinerkirche gestaltet hat –, die erste Gottes- und die erste Jesus-Darstellung. „Ich konnte auch eine Reihe von Fehlern korrigieren“, betont Schleich zu seinen umfangreichen Recherchen. Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Und ich habe hoffentlich wenige gemacht.“
Das Spannendste für Schleich war die Frage, warum es so viele Darstellungen gibt, die in der Bibel so nicht vorkommen. „Das liegt daran, dass viele Künstler apokryphe Schriften herangezogen haben“, weiß Schleich. Das sind religiöse Schriften, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden. Da geht es etwa um Szenen aus dem Leben Marias und Josefs.

Einzigartig

Als besonders markant beschreibt Schleich die Vertreibungsszene auf dem Fronbogen der Feldbacher Stadtpfarrkirche, die ihn persönlich schon sehr früh beeindruckt hat. Manche Darstellungen gibt es in der ganzen Region überhaupt nur einmal und manche sind ihrer Ausführung nach überhaupt einzigartig. Etwa die Abendmahlszene in der Sakristei des Stiftes Vorau, in der Jesus selber das Brot verteilt. Sie stammt von Cyriak Hackhofer, dem bedeutendsten barocken Monumentalmaler der Steiermark und Hofmaler des Stifts Vorau.
Etwas ganz Besonderes gibt es auch im Rathaus und am Rathausturm von Mureck: Steinreliefs aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die teilweise Bibelstellen aus dem Alten Testament darstellen – das ist in dieser Form einzigartig in Österreich.

 

Daten & Fakten

Festakt mit Bischof Wilhelm Krautwaschl (Buchvorstellung und Ausstellungeröffnung) 24. Mai ab 19.30, Stadtpfarrkirche Feldbach und Diözesanbühne.
Mitwirkende: Chor der Stadtpfarre Bad Radkersburg, Singkreis Stainz bei Straden, Sabine Monschein (Orgel), Bettina Wechselberger, Martha Haberl.
Präsentiert wird auch das Kunstprojekt „Schöpfung“ von Roswitha Dautermann mit Textsprecher Karl Lenz und Günter Tuscher (Lichtinstallation).
Die Ausstellungen in der Stadtpfarrkirche (Teil 1: Bibelbilder) und im Heimat.Museum Tabor (Teil 2: Volksfrömmigkeit - mit ca. 150 Exponaten) sind von 24. Mai bis 9. September zu besichtigen. Öffnungszeiten: Kirche, täglich außerhalb der Zeiten der Gottesdienste. Museum: Di bis Sa 10 bis 17 Uhr.
Info: www.tabor-feldbach.at

 

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.